Ludwigshafen Zur Sache: Weihrauch

Weihrauch ist das Harz des Weihrauchbaumes (Boswellia). Es gibt drei verschiedene Weihrauchbaumarten, die alle in höher liegenden Trockengebieten wachsen: den arabischen Weihrauchbaum, der im Oman, Jemen, Somalia und dem Iran heimisch ist, den afrikanischen Weihrauchbaum, der vor allem im Sudan, Eritrea, Äthiopien und Nordnigeria gedeiht, und den indischen Weihrauchbaum, der in Nord- und Zentralindien vorkommt. Das Harz der Bäume wird geerntet, indem die Rinde im März eingeschnitten wird und das daraus austretende Harz über Monate alle drei Wochen gesammelt wird. Je weiter die Ernte fortschreitet, desto besser ist die Qualität des Harzes. Das Harz der ersten Ernte ergibt bernsteinfarbene nur wenige Millimeter große Klumpen. Gegen Ende der Ernte bekommt man bis zu einen Zentimeter große, fast reinweiße Harzkörner. Drei bis zehn Kilogramm liefert ein Weihrauchbaum in einem Jahr. Je nach Erntezeitpunkt und Anbaugebiet variiert die Zusammensetzung des Harzes. Hauptbestandteil sind Boswelliasäuren, ätherische Öle, Terpene und Incensol. Weihrauch wird seit Jahrtausenden von verschiedenen Kulturen in religiösen Riten verbrannt. Auch zur medizinischen Behandlung wird er eingesetzt, etwa bei rheumatoider Arthritis, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, Schuppenflechte, Neurodermitis und Asthma. (krx)