Ludwigshafen Ziel: Mehr Elektro-Autos, mehr Ladestationen

Obwohl der Anteil von Elektro-Autos im Straßenverkehr immer weiter zunimmt, machen sie nur einen kleinen Anteil der genutzten Verkehrsmittel aus. Mit ihren Vernetzungsveranstaltungen will das Regionalbüro Vorderpfalz der Energieagentur das Thema auch in Ludwigshafen weiter voranbringen. Beim jüngsten Treffen in dieser Woche ging’s um die Frage, welchen Beitrag Kommunen dazu leisten können.
Im Technologiezentrum im Donnersbergweg waren interessierte Privatpersonen und Vertreter aus der Politik und Industrie zusammengekommen, um eine Frage aufzugreifen, die schon beim ersten Treffen im Juli aufgekommen war: Wie können die Kommunen zur Förderung der Elektromobilität beitragen? Zu diesem Zweck hatten die Veranstalter der Energieagentur Joachim Alexander eingeladen, den Ludwigshafener Klimaschutzbeauftragten. Der Professor stellte den Besuchern das Klimaschutz-Teilkonzept „Klimafreundliche Mobilität“ vor, das die Stadt beim Institut für Energie- und Umweltforschung (Ifeu) in Heidelberg in Auftrag gegeben hatte. Es soll Wege aufzeigen, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid durch Verkehrsmittel in Zukunft deutlich reduzieren. Die Stadt am Rhein steht laut Alexander nicht schlecht da, wenn man sich den Rückgang der Emissionsmengen ansieht. „Im Vergleich zum Jahr 1990 ist der Ausstoß von Treibhausgasen hier bis 2011 um 25 Prozent gesunken“, sagte er. Den größten Anteil an der Veränderung hätten vor allem die Haushalte und das Gewerbe, während der Verkehr nur geringfügig dazu beigetragen habe. Laut Ifeu sind Lkw und Pkw für 85 Prozent der ausgestoßenen Gase verantwortlich. Deshalb will die Stadtverwaltung ihre Bemühungen für klimafreundliche Verkehrsangebote ausbauen. Unter anderem sollen das Carsharing-Angebot verbessert und die regionale Anbindung für Radfahrer optimiert werden. „Mit dem Fahrrad aus den umliegenden Kommunen in das Stadtgebiet zu kommen, ist für Pendler immer noch zu schwierig“, sagte Alexander. Außerdem sieht das Teilkonzept vor, ein stellplatzfreies Quartier einzurichten. „Welche und wie viele der 37 detailliert ausgearbeiteten Maßnahmen umgesetzt werden, steht noch nicht fest“, sagte der Klimaschutzbeauftragte. „Der Stadtrat muss den Vorschlägen zustimmen, bevor wir Fördergelder beantragen können.“ Die Besucher des Treffens begrüßten das Konzept. Sie wünschten sich vor allem, dass mehr Ladestationen für Elektrofahrzeuge zur Verfügung gestellt würden. Über die Frage, wie und wo das geschehen sollte, diskutierten die Teilnehmer nach dem Vortrag und gaben weitere Anregungen, wie klimafreundliche Mobilität zu fördern sei. So kritisierten sie unter anderem die fehlende Informationspolitik der Verwaltung und das unzureichende Angebot von Straßenbahnfahrten in den Abendstunden. Matthias Leonhardt ist begeisterter Elektroautofahrer und einer derjenigen, die den Anstoß für die Vernetzungsveranstaltungen gegeben haben. Er war mit seinem elektronisch angetriebenen Smart angereist. „Den haben wir uns als Zweitauto angeschafft, weil ich an der Technik interessiert war“, berichtete der 57-jährige IT-Fachmann aus dem Stadtteil Oggersheim. Auch der Umweltgedanke habe eine Rolle beim Kauf gespielt. „Mittlerweile ist das E-Auto aber unser Erstwagen. Er fährt sich einwandfrei.“ Leonhardt hofft nun, dass das Thema Elektromobilität durch die Treffen stärker in die Öffentlichkeit getragen wird.