Ludwigshafen Zündler unter sich
Schifferstadt. Was tun, wenn es gebrannt hat? Den Schuldigen finden! Das hat die Gruppe „Dohorschemol“ des Männergesangvereins (MGV) Eintracht Schifferstadt bei ihrem Krimidinner „Feuer in der Irrenanstalt“ getan. Im vollen Vereinsheim wurde nicht nur nach dem Täter gesucht, sondern ganz nebenbei auch noch gegessen.
Rote Kristallimitate, rote Herzen, rotes Tischband – manche der Gäste rätselten schon, ob die Farbe so blutrot sei, um auf das Krimi-Dinner einzustimmen. Dazu würde natürlich auch die rote Tomatensuppe, die als Vorspeise kredenzt wurde, prima passen. Aber nein, kein Mord verunsichert die Bewohner der Irrenanstalt, dafür aber ein Brand, der die Anstalt von Professor Doktor Vincent Love (Robert Krauth) in Schutt und Asche gelegt hat. Wer hat das Feuer entfacht? Love hat sechs Bewohner in Verdacht, denen er auf den Zahn fühlen will. Da wäre zunächst einmal Mona Burns (Henny Nagel), deren Name schon verdächtig klingt. Stolze 17 Jahre sitzt die Schizophrene ein und fällt Love auf, weil sie zum einen den Schlüssel für die Zellen verloren, dafür aber die Patientenakte gefunden und Medikamente dabei hat. Da sie schon pflegerische Tätigkeiten erledigte, steigt sie spontan zur Assistenzärztin an Loves Seite auf. Da stellt sich schon die Frage, ob Love nicht selbst verrückt geworden ist. Aber der befragt dessen ungeachtet seine Patienten weiter und lässt ihnen von Burns reichlich Beruhigungspillen verabreichen. Die sind bei Michael Wood (Matthias Schwall), dem Mörder eines Scotland-Yard-Inspektors, auch dringend nötig, denn der versucht immer wieder, alle Verdächtigen und den Psychiater umzubringen. Außerdem zündelt er gern. Nur Jimmy Blue (Erik Isselhard) von der Gebirgsmarine kann ihn im Zaum halten. Zündeln ist auch ein Hobby von Jenny Adams (Gina Pfeiffer), die immer eine Kerze bei sich trägt und ausrastet, wenn jemand die Kerze ausbläst. Andy Barkley (Florian Faber) ist ein Kriminaljournalist, der einen Mord gesehen hat und den Erkrankten und Vergesslichen nur spielt. Zündeln scheint ebenfalls ein Hobby von ihm zu sein. Patientin 4711 (Petra Fortmann) ist eigentlich die Leiterin der Anstalt, wird aber aus rätselhaften Gründen von Love permanent ruhiggestellt – auch sie zündelt gern. Der letzte im Kreise der Verdächtigen ist der Schotte Ronald McDee (Volker Mehler), der den zwanghaften Drang verspürt, alles zu öffnen, was verschlossen ist. Er hat den Zellschlüssel gefunden und wartet als Leiche im Keller mit seiner Frau auf, die ihm nach einem Pub-Besuch und einer unverschlossenen Haustür „direkt mit dem Hals in meine Hände“ gesprungen ist. Die Befragung kommentiert Bob Reader (Karl-Heinz Nagel), der den Zuhörern Hintergrundinfos zum Fall liefert. Nachdem alle Befragungen durch sind und auch die Zuschauer Fragen stellen durften, steigt die Spannung. Wer hat denn jetzt das Feuer gelegt? Bei Burgunderbraten mit Champignons, Semmelknödeln und Salat wird eifrig gerätselt, während bei Kirsch-Tiramisu die Stimmen für die einzelnen Verdächtigen ausgezählt werden. Des Rätsels Lösung ist und bleibt erst einmal für alle Außenstehen ein Geheimnis, schließlich will die Gruppe das Stück noch einmal spielen. „Die Idee dazu hatten wir bei einer Pizza-Party“, erzählt Karl-Heinz Nagel. Die Party bereicherte ein Krimi-Dinner. „Wir haben gemerkt: Das können wir auch machen.“ In nur drei Monaten entstand in Eigenproduktion das Stück für das aktuelle Krimi-Dinner. Das kam bei den Gästen so gut an, dass man letztlich nicht nur vier, sondern sechs Aufführungen planen musste. „Das neue Stück ,Es geht um die Worscht‘ ist sehr vereinsbezogen“, verrät Nagel. Geprobt wird seit Februar. Ein von drei Metzgern vererbtes und dem Verein geschenktes Bratwurstrezept wird aus dem Tresor geklaut. Und vor dem Tresor liegt der erschlagene Hobbymetzger, der im vereinseigenen Schlachthaus die Bratwürste liebevoll hergestellt hat. Dann dürfen die Gäste ganz klassisch rätseln: Wer war der Mörder? (udn) Termin „Feuer in der Irrenanstalt“ wird erneut am Samstag, 9. April, um 19 Uhr im Vereinsheim am Waldfestplatz aufgeführt. Karten gibt es unter Telefon 06235 82297.