Wasserball RHEINPFALZ Plus Artikel WSV Vorwärts Ludwigshafen zwischen Stolz und Verwunderung

Stellte die Abwehr der SG Stadtwerke vor einige Rätsel: Jonas Pohle, fünfmaliger Torschütze für den WSV Vorwärts.
Stellte die Abwehr der SG Stadtwerke vor einige Rätsel: Jonas Pohle, fünfmaliger Torschütze für den WSV Vorwärts.

Mit einem 16:14 (5:4, 6:2, 3:1, 2:7)-Sieg über die SG Stadtwerke München katapultiert sich Zweitligist WSV Vorwärts Ludwigshafen in den Kreis der Aufstiegsaspiranten. Drei Viertel lang dominieren die Gastgeber, dann wird es doch noch eng.

Es war eine Mischung aus Stolz und Verwunderung, die sich nach der Schlusssirene im Hallenbad Süd breitmachte. Ein wenig Verwunderung war zu spüren, was sich da in den 32 Minuten im Schwimmbecken gegen den Favoriten aus München abgespielt hatte. Fans, Mannschaft und auch die Verantwortlichen hatten die letzten Ergebnisse gegen die Münchner nicht vergessen. Da setzte es vor zwei Jahren eine ernüchternde 7:20-Niederlage im Pokal, und im anschließenden Saisonspiel waren die Ludwigshafener beim 10:17 ebenfalls chancenlos. Und der Kader der Gäste hatte sich seither nicht nur weiter verstärkt, sondern sie hatten während der Pandemie auch deutlich bessere Trainingsbedingungen als die Konkurrenz aus Ludwigshafen.

Aber dieses Mal sahen die rund 100 Besucher im Bad ein Duell auf Augenhöhe. „Wir haben uns an unsere Konzepte gehalten“, freute sich WSV-Trainer Pierre Hilbich. Der hatte mit Oliver Görge und Johannes Schmitz auf zwei erkrankte Leistungsträger verzichten müssen. Aber was er dafür ins Becken warf, vier Spieler der Jahrgänge 2001, mit David Greine sogar ein 2002er, gestützt auf die Routiniers wie Martin Görge und Benjamin Hettich, klug verstärkt um die Neuzugänge Nils van Recum und Jonas Pohle, leistete durchweg Herausragendes. Und das nicht allein, weil Pohle mit fünf Treffern bester WSV-Schütze an diesem Abend war. Es war vor allem die Ausgeglichenheit, mit der die Ludwigshafener die Gäste aus München überraschten.

16:8 sechs Minuten vor dem Ende

Da konnte Hilbich auch die ein oder andere Unaufmerksamkeit verzeihen. Diese sorgten dafür, dass die Gastgeber nicht schon nach dem ersten Durchgang deutlicher führten. Vor allem beim 5:4-Anschlusstreffer durch Ivan Mikic bei noch acht Sekunden auf der Uhr hatte die Verteidigung gepennt. Kein Beinbruch, wie der WSV in seinem zweiten, dem „Sahneviertel“, unter Beweis stellte.

Es gelang beinahe alles, da schraubten Kapitän Hettich, Co-Trainer Martin Görge (2), Pohle, Marcel Beck und Robin Buchheit den Zwischenstand auf 11:6. Die ersten Zuschauer rieben sich verwundert die Augen und begannen an die Überraschung zu glauben. Erst recht natürlich nach dem 14:6 (21.) von David Greine, erzielt mit einer unfassbaren Mischung aus Kaltschnäuzigkeit und jugendlicher Unbekümmertheit.

Gäste holen Tor um Tor auf

Doch es war noch ein ganzes Viertel zu spielen. Acht Minuten sind viel Zeit gegen einen Favoriten, der nun alles auf eine Karte setzte. „Wir haben unsere Linie verloren. Das waren einige individuelle Fehler, die von einer erfahrenen Mannschaft wie München natürlich ausgenutzt wird“, analysierte Hilbich, der auch nach Pohles Überzahltreffer zum 16:8 bei noch rund sechs Minuten auf der Uhr keinen Anlass zur Beruhigung sah.

Und tatsächlich kamen die Gäste nun Tor um Tor heran, nutzten überhastete Abschlüsse und dumme Ballverluste des WSV eiskalt aus. Ärgerlich vor allem für Torhüter Simon Sommer, der in der zweiten Hälfte für Benoit Guérand gekommen war und wie sein Torhüterkollege bis dahin eigentlich eine gute Partie geboten hatte. Nun flogen ihm die Bälle aber nur so um die Ohren. Am Schluss strahlte aber auch er wieder, denn der Anschlusstreffer zum 14:16 der Gäste fiel 34 Sekunden vor dem Ende. Und die überstand der WSV unter dem Jubel seiner Anhänger.

So spielten sie

Torschützen für den WSV Vorwärts: Pohle (5), Martin Görge (4), Buchheit (2), Greine (2), Beck (1), Christoffels (1), Hettich (1).

x