Wasserball WSV Vorwärts Ludwigshafen im großen Becken in Neustadt chancenlos
Die 12:20 (3:6, 2:3, 4:4, 3:7)-Niederlage von Vorwärts Ludwigshafen in der Zweiten Wasserball-Liga Süd beim SC Neustadt fiel zu hoch aus. Vorwärts war drei Viertel lang nahe dran, auch in Neustadt einen Punkt zu holen. Beide Teams erhielten viele Zeitstrafen, konnten den Vorteil der Überzahl jedoch selten verwerten. Beim SCN machte sich der Vorteil des größeren Spielfeldes wider Erwarten zunächst nicht bemerkbar. Denn die Gastgeber gingen mit dem Handicap ins Spiel, dass zwei Stammspieler fehlten. Kapitän Matthias Held stand zwar auf dem Spielberichtsbogen, ging aber wegen einer Verletzung nicht ins Wasser, Ex-Nationalspieler Timo van der Bosch war im Urlaub.
Daher rieben sich die SCN-Fans zunächst verwundert die Augen. Nichts war drin mit schnellen Gegenstößen und einem dicken Vorsprung. Im zweiten Viertel gelang dem SCN sogar sechs Minuten kein Treffer. Vorwärts holte Tor um Tor auf, der Anschlusstreffer fiel durch Marcel Beck zum 5:6. Zwei hellwache Schlussminuten in Abschnitt zwei brachten jedoch drei schnelle Treffer zum 5:9 Halbzeitstand. Vorwärts hatte noch nicht aufgesteckt und kam noch einmal zum 9:11 durch Jonas Pohle. Dennoch folgten erneut SCN-Treffer, mit 9:13 ging es in den letzten Abschnitt.
Großes Becken als Nachteil
Vor dem Spiel war Trainer Andreas Görge entspannt gewesen: „Wir kennen den SCN gut. Aber hier im großen Becken ist es für uns ungünstig. Neustadt ist Favorit.“ Auch wenn Held und van der Bosch fehlten, beim SCN schob sich Youngster Matteo Ananias mit fünf Treffern in den Vordergrund. Er spielt noch in der U18-Bundesliga-Mannschaft des SCN und wurde sogar im Vorjahr deutscher Juniorenmeister mit Cannstatt. Auch der SCN-Neuzugang Konstantinos Sopiadis zeigte bei seiner Heimpremiere, dass er eine wichtige Rolle bei den SCN-Plänen beim Aufstieg in die höchste Spielklasse spielen wird. Er setzte sich mehrmals trickreich gegen die Vorwärts-Abwehr durch und war ebenfalls fünfmal erfolgreich.
Bei Vorwärts war Jens Feddeck mit vier Toren bester Schütze. Spielertrainer Oliver Görge nach der Partie: „Im letzten Abschnitt gab es bei uns Abstimmungsprobleme, wir bekamen zwei Kontertore und dann war es vorbei. Die ersten drei Viertel zeigten wir eine gute Leistung. Es hätte schlimmer ausgehen können.“ Er betonte, der SCN habe eben Spieler, die den Unterschied machten, aber schwimmerisch sei Vorwärts fast ebenbürtig gewesen.
SCN-Coach Thorsten Preuß war mit der Verteidigung seines Teams zufrieden. Im Angriff sah er noch viele Fehler. „Unser System wurde zwischendurch nicht eingehalten.“ Der SCN rüstet inzwischen nicht nur mit Spielern, sondern auch technisch auf. Geplant sind Liveübertragungen der Partien auf YouTube, zwei Kameras mit der entsprechenden Technik sponsert der SCN dem Stadionbad. So können die Schwimmmeister während des Publikumbetriebs das große Becken besser überwachen. SCN-Manager Michael Heinz: „In der Bundesliga sind Live-Übertragungen sogar Pflicht. Wir probieren das jetzt beim nächsten Junioren-Turnier der U18-Bundesliga aus.“