Ludwigshafen Wochenspiegel:

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Arbeitslosigkeit ist so ziemlich das Letzte, was sich Otto-Normalverbraucher wünscht. Denn dann gerät das gesamte Leben ins Wanken. Folglich kann man sich ausmalen, wie anstrengend der Alltag für jene 255 Beschäftigten bei Halberg im Stadtteil Süd ist, seit sie vor gut einem Jahr erfahren haben, dass ihr Werk Ende 2016 schließen wird. Gut, dass 100 von ihnen mittlerweile etwas Neues gefunden habe. Der Rest muss nun eine kuriose Wende in diesem Wirtschaftspoker verdauen. Weil im spanischen Werk nicht alles klappt, sollen 50 Ludwigshafener noch sechs Monate dranhängen. Also für jenen Konzern Flowserve weiterschuften, der Halberg dicht macht. Klingt absurd und wirkt zynisch. Mitarbeiter als Spielbälle. Und doch prüft der Betriebsrat. Vielleicht hilft die Verlängerung ja so manchem, denn Arbeitslosigkeit ist auch keine Perspektive. Kurzzeitig orientierungslos zeigte sich diese Woche der Mundenheimer Multifunktionär Holger Scharff. Er hatte eine Pressemitteilung in seiner Eigenschaft als Sprecher der AFA geschickt. Die Abkürzung steht für die „Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD“. Scharff forderte darin „klare Kante für mehr Gerechtigkeit und soziale Sicherung“ und sprach sich unter anderem für die Bekämpfung des Missbrauchs von Leiharbeit aus. So weit, so gut. Scharff wollte aber auch dem politischen Gegner eine mitgeben, doch dabei unterlief ihm ein Tippfehler. Und so stand im ersten Entwurf der Pressemitteilung: „Die AFA ist sozial kalt und keine Alternative für die Menschen.“ Die scharfe Selbstbeschimpfung brachte uns ernsthaft ins Grübeln, bis einige Stunden später das Scharffsche Dementi folgte: gemeint war die AfD und nicht die AFA. Ein Chefarzt ist eine Person, der Patienten mit einer gehörigen Portion Respekt begegnen. Ist ja auch richtig so, wenn jemand besonders gut schnippeln kann oder die Wege zur Genesung findet. Und wenn so ein Chefarzt in Sachen Gesundheit etwas sagt, hat das Gewicht. Das ist leicht an vielen Scharlatanen zu erkennen, die ihre vermeintlichen Wundermittel nicht ohne die Zusätze „Dr.“ oder „Professor“ an die Kundschaft bringen. In einer akademisch so aufgeladenen Umgebung ist es dann geradezu wohltuend, wenn es jemand schafft, die Patienten mitzunehmen. Er also verstanden hat, wie die Leute ticken. Dies hat Chefarzt Ralf Jakobs vom Klinikum beim Thema Krebs und Ernährung gezeigt. Er kenne ja die Besonderheiten der Pfälzer, sagte Jakobs – und ergänzte: Ein Glas Wein sei durchaus erlaubt. Finden wir auch.

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