Ludwigshafen Wochenspiegel:

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Das breite Grinsen der Dukatenente Dagobert Duck, die schubkarrenweise Goldtaler in einen Megatresor rollt und genüsslich in den angehäuften Schatz eintaucht, ist ja hinlänglich bekannt. Im Erfolg badet die Sparkasse Vorderpfalz aktuell zwar nicht, weil ihr wegen der Nullzinspolitik Erträge flöten gehen und diverse Geschäftsstellen wegen zunehmend online-fixierter Kunden überflüssig werden. Aber Not macht ja erfinderisch. Und wenn der Kunde nicht mehr in die Filiale kommt, dann kommt das Bargeld eben zum Kunden. So ist wohl jener Bring-Service zu verstehen, den das krisengeschüttelte Kreditinstitut diese Woche angekündigt hat. Auf Bestellung werden 300 bis 1000 Euro direkt nach Hause gebracht. Ob auf besonderen Wunsch auch eine Schubkarre voller Euro-Münzen angeliefert wird? Diese Frage – so munkelt man – soll der Vorstand mit einem breiten Grinsen beantwortet haben. Rüdiger Linnebank ist nicht Dagobert Duck – weder ist er knausrig noch trägt er einen Zylinder. Außerdem lebt er in Schifferstadt und nicht in Entenhausen. Und im Gegensatz zu der Comicfigur bevorzugt der Sparkassenchef gewöhnlich eine klare und keine markige Sprache. Man könnte auch sagen: Er hat keinen großen Schnabel. Nun ist es kein Geheimnis, dass Reden oder Mitteilungen – sei es in der freien Wirtschaft oder in der Politik – von den jeweiligen Bossen quergelesen, mehr oder weniger korrigiert, aber häufig nicht eigenhändig verfasst werden. Könnte also sein, dass Linnebank die Überschrift der jüngsten Stellungnahme seines Hauses zur Schließung von einigen Geschäftsstellen durchgerutscht ist. Oder bei den neun Filialen handelt es sich möglicherweise doch um Immobilien mit faltigen Orangenhaut-Fassaden. Angekündigt wurde jedenfalls: „Sparkasse strafft Standorte.“ Zwar dürfte auch Kultur-, Schul- und Jugenddezernentin Cornelia Reifenberg ihre Reden nicht eigenhändig schreiben – aber der Scherz, den sie diese Woche im Jugendhilfeausschuss machte, stammte auf jeden Fall von ihr selbst, so spontan kam er der 58-Jährigen über die Lippen. Ausschussvorsitzender Walter Münzenberger hatte die Sitzung für weniger als eine Minute verlassen müssen, weil die Mitglieder über eine Angelegenheit der Ökumenischen Fördergemeinschaft abstimmten, deren Geschäftsführer er ist. „Die Zeit hat nicht gereicht, um ein Bierchen zu trinken“, meinte Reifenberg, als er nach einstimmigem Beschluss umgehend zurückkam. Wobei: Die Akustik im Stadtratssaal ist dermaßen mies – möglicherweise hat sie auch gesagt: „Die Zeit hat nicht gereicht, um einem Tierchen zu winken.“

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