Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Wo die ausrangierten Weihnachtsbäume landen

Weg damit: Die Weihnachtsbäume werden vom WBL abgeholt.
Weg damit: Die Weihnachtsbäume werden vom WBL abgeholt.

Eben noch Symbol und Freudenspender im Wohnzimmer – und morgen schon Heizmaterial oder Bodenauflockerer – die Weihnachtsbäume erleben in diesen Tagen einen rasanten Wechsel. Nach der Weihnachtsbaumsammlung landen die Nadelhölzer beim Recyclingbetrieb Zeller in Mutterstadt.

Eben lagen noch Geschenke unter den grünen Zweigen, freuten sich Kinder und auch Erwachsene im trauten Familienkreis über das Grün im Wohnzimmer. Und nun fliegen die ausrangierten Bäume mit geübtem Schwung in hohem Bogen in die Ladeluke der Entsorgungsfahrzeuge. „Zwischen 74 und 80 Tonnen“, so die Auskunft der Verwaltung, sammelt der Bereich Entsorgungsbetrieb und Verkehrstechnik des Wirtschaftsbetriebs Ludwigshafen (WBL) in jedem Jahr an ausgedienten Weihnachtsbäumen ein.

Zu viel, um sie an die Tiere im Rheingönheimer Wildpark zu verfüttern. Obwohl sich vor allem die Wiederkäuer im Park über die Spende eines Baumhändlers freuten, der einige seiner nicht verkauften Weihnachtsboten als Tierfutter spendierte. Mehr als 70 Tonnen sind jedoch auch für den stabilsten Ziegenmagen zu viel. Deshalb landen die Ludwigshafener Christbäume seit Jahren in Mutterstadt.

Ohne Lametta und Kunstschnee

Abgeschmückt, also ohne Lametta, Kunstschnee und anderen Dekorationen werden die Bäume seit 8. Januar im gesamten Stadtgebiet abgeholt. Letzter Sammeltag ist am Freitag, 14. Januar, im Stadtteil Süd. Und auch von dort geht es in gepresster Form nach Mutterstadt, wo schon Radlader und vor allem die große Häckselmaschine warten.

„Mit dem Großhacker werden die Bäume zu Hackschnitzeln zerkleinert“, erklärt Organisationsleiter Oliver Hauck von der Zeller Recycling GmbH. Der Großteil dieser Hackschnitzel wird im Anschluss als Mischung in Biomassekraftwerken und Biomasseheizanlagen als CO2-neutraler Brennstoff eingesetzt. Rund 500 Bäume ersetzen auf diese Art rund 1000 Liter Heizöl, rechnet Geschäftsführer Andreas Zeller vor.

Den Boden durchlüften

Und ein kleiner Teil landet sogar wieder im Boden, kommt in die Kompostierung, auch wenn Hauck einräumt, dass sich Holzschnitzel dafür nur bedingt eignen, der Großteil des Komposts aus Gras- und Grünschnitt, Laub, Staudenabfällen oder generell Pflanzenresten besteht. Aber auch strukturbildende Rohstoffe wie Rinden oder Gehölzschnitt gehören in die Mischung, die den Boden auflockern und besser durchlüften soll und damit zugleich die Wasserhaltefähigkeit verbessert und den Humusgehalt im Boden steigert.

Auf diesem Umweg sind Tannenbäume aus Ludwigshafen damit also doppelt ökologisch. Nicht nur als Bioheizstoff, sondern zugleich als Schutz der Moore, denn Kompost ist eine wunderbare Alternative zu Torf. Und wenn dann auch noch der ein oder andere Baum als Futter in Rheingönheim landet, erfüllen die Christbäume aus Ludwigshafen weit über Weihnachten hinaus einen guten Zweck.

Termine

Der WBL hat seit 8. Januar in den meisten Stadtteilen bereits die ausrangierten Weihnachtsbäume eingesammelt. Rheingönheim ist am 13. Januar, Süd am 14. Januar dran. Der Termin für die Abholung des Weihnachtsbaums ist im Abfall- und Wertstoffkalender 2022 mit einem Symbol vermerkt. Der WBL bittet darum, die Bäume abgeschmückt, also ohne Lametta oder Kunstschnee, am Sammeltag bis spätestens 7 Uhr auf dem Gehweg abzulegen und darauf zu achten, dass weder Verkehrsteilnehmer noch Fußgänger beeinträchtigt werden. Künstliche Bäume gehören in den Restabfall.

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