Ludwigshafen „Wir wollen hier etwas lernen“

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Zum Kennenlernen der deutschen Medienlandschaft hat der Ludwigshafener „Offene Kanal“ (OK) in dieser Woche Besuch aus der Ukraine bekommen. Eine Gruppe ukrainischer Journalisten war zu Gast, um den Umgang mit digitalen Medien und Bürgerbeteiligung zu lernen.

Ziel ist es, in der Ukraine den Aufbau von Netzwerken und Medienplattformen anzuregen, um mehr unabhängigen Journalismus zu ermöglichen. Wie Yevgen Tsymbalenko, Universitätslehrer für Journalismus aus Kiew feststellt, ist das Vertrauen der Menschen in der Ukraine in die Medien zuletzt stark gesunken. „Die Medien dort sind sehr beeinflusst von Oligarchen, die diese für eigene Interessen nutzen. Es ist wichtig, dass wir mehr offene Sender bekommen“, betont Journalist Denys Kryvopalyi. Nach der Maidan-Revolution gebe es zwar keine offizielle Zensur mehr, es existiere aber auch noch keine mit der deutschen vergleichbare Medienlandschaft, macht Offener Kanal-Leiter Wolfgang Ressmann deutlich. Im Moment gehe es darum, diese Medienlandschaft aufzubauen. Partner auf ukrainischer Seite sind das „Forum Ukrainischer Journalisten“ und die Universität Kiew. Auf das Projekt, das vom Auswärtigen Amt gefördert wird, sei er von der Ludwigshafener Bundestagsabgeordneten Doris Barnett aufmerksam gemacht worden, fügt Ressmann hinzu. Die Teilnehmer sollen für den Umgang mit neuen Medien qualifiziert werden und ihre Kenntnisse in der Ukraine an andere weitergeben. „Nach der Idee des Offenen Kanals soll eine Medienplattform im Bereich Internet und Web-TV entstehen“, nennt Sofia Samoylova die konkrete Absicht. Die gebürtige Ukrainerin lebt seit vielen Jahren in Ludwigshafen. Nach ihrer Ausbildung beim OK arbeitet sie beim SWR und erwies sich als Idealbesetzung für die Betreuung der Projektgruppe. Ein Problem in der Ukraine sei der Mangel an ausgebildeten Journalisten. Es gebe aber junge Leute voller Idealismus, die sich engagieren wollen, sagt die 19-jährige Studentin Anastasiya Russu. „Wir müssen etwas Neues aufbauen, wissen aber nicht genau wie. Wir sind deshalb hier, um zu lernen“, fasst Journalistin Ganna Renska zusammen. (büg)

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