Ludwigshafen „Wir sind Meister, nur das zählt“

Ludwigshafen. Die Tischtennis-Mannschaft des SV Südwest Ludwigshafen ist souverän Meister der Kreisklasse Süd A, Gruppe 2, Vorderpfalz Nord geworden. Im Interview spricht Führungsspieler Harald Fuchs über Verhältnisse. Über das Verhältnis von Spaß und Ernsthaftigkeit in unteren Ligen, über das Verhältnis von Mannschaftskollegen und über das Satzverhältnis in einem Duell mit Timo Boll.
Das könnte man schon sagen. Wir und der SV Pfingstweide 3, der Tabellenzweite, waren schon klar besser als der Rest der Liga. Macht das dann eigentlich noch Spaß, wenn man jedes Spiel gewinnt? In der Rückrunde gab es auch ein paar engere Spiele. Wir haben ja nicht jedes Spiel 8:0 gewonnen. Und spielen ist immer schön, nur Training bringt ja auch keine Erfüllung. Sie haben gegen Pfingstweide zweimal Unentschieden gespielt, so ist es nichts mit einer makellosen Bilanz geworden. Enttäuscht? Wir hätten auch diese beiden Spiele gerne gewonnen, das waren schließlich die Höhepunkte der Saison. Aber wir sind Meister, nur das zählt. In der kommenden Saison spielen Sie jetzt in der Kreisliga. Wird die Siegesserie dort so weitergehen? Nee, wir sind froh, wenn wir uns halten können. Falls wir noch einen oder zwei gute Spieler hinzubekommen, können wir vielleicht ganz gut mitspielen. Angst, den einen oder anderen Spieler zu verlieren, haben Sie nicht? Nein, wir verstehen uns so gut, wir sind alle schon lange befreundet. Unsere erste Mannschaft ist schon mal nach einem Aufstieg auseinander gebrochen. Das wird es diesmal nicht geben. Das ist gerade einmal drei Jahre her … Ja, da hatten wir den Aufstieg von der Kreisliga in die Bezirksklasse geschafft. Dann sind vier Spieler weggegangen und der Verein hat keinen adäquaten Ersatz gefunden. Dann musste ein Antrag gestellt werden, dass wir den Aufstieg ablehnen. Das war gleichbedeutend mit dem Abstieg in die Kreisklasse B, die unterste Liga. Und jetzt hat sich das Team wieder zwei Klassen nach oben gekämpft … Ja, wir spielen jetzt seit drei Jahren unverändert zusammen. Die gute Stimmung im Team hat damit zu tun, dass es menschlich passt. Wir verstehen uns gut, sitzen auch oft noch nach dem Training gemütlich zusammen. Tischtennis in der Kreisklasse. Steht da eigentlich ein erfolgreiches Abschneiden oder der Spaß im Vordergrund? Beides. Wir machen das ja alle als Ausgleich zum Beruf. Natürlich wird da schon drauf geachtet, dass die anderen regelmäßig trainieren, aber da werden jetzt auch nicht nach jedem Spiel die einzelnen Bilanzen angeschaut. Wenn der Aufstieg möglich ist, wird das Ganze dann aber doch ernsthafter angegangen. Wie gut, oder weniger gut, ist denn Ihr Tischtennisspiel im Vergleich zu den beiden besten Deutschen, Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov? Der Unterschied ist nur schwer in Worte zu fassen. Das ist wie der Vergleich zwischen einer großen Eiche in ihrer Blütezeit und einem Setzling. Wie würde es ausgehen, wenn Sie gegen einen der Jungs spielen würden? Ich würde versuchen, den Ball so oft wie möglich übers Netz zu bekommen und auf Fehler hoffen. Über jeden einzelnen Punkt würde ich mich freuen, aber ich glaube, dass da nicht mehr als ein Glückspunkt rausspringen würde.