Ludwigshafen „Wir erzählen Geschichten, die ein Leben ausmachen“

„Hut ab!“ heißt es heute um 16.30 Uhr im Theaterhaus G 7 in Mannheim. Elf Senioren erzählen von kleinen und großen Erfolgserlebnissen in ihrem Leben. Projektleiterin Brigitte Iffland hat mit der Theater- und Schauspieltherapeutin Martina Kimmig die Aufführung mit den Darstellern erarbeitet. Zehn Wochen dauerten die intensiven Proben. Die 66-Jährige Brigitte Iffland erzählt, was es mit dem Stück auf sich hat.
Eigentlich ist es kein Stück in diesem Sinne. Es sind neun persönliche Geschichten der Schauspieler, die gespielt oder als Monolog erzählt werden. Sie stammen alle aus einer Zeit, die von gesellschaftlichem Zwang geprägt war. Manche von ihnen sprechen ernste Themen wie Abtreibung und gesellschaftliche Emanzipation an. Es gibt aber auch leichte Geschichten, zum Beispiel über den Kauf eines auffälligen roten Kleides. Wie kamen Sie auf die Idee? Das steckt ein Stück Eigeninteresse drin. Ich bin im Hospiz tätig, und da ist Geschichtenhören unheimlich wichtig. Ich denke auch, es ist fast wie ein gesellschaftliches Bedürfnis. Diese kleinen Momente, die ein Leben ausmachen – diese Momente berühren Zuhörer sehr. Dank der Finanzierung durch die Kulturförderung der BASF und dem Mut unserer elf Darsteller können wir solche Geschichten erzählen und damit das Leben würdigen. Wie haben Sie die Schauspieler gefunden? Wir haben im Bürgerhaus Neckarstadt das Projekt vorgestellt. Da haben sich einige Interessierte gefunden. Eine Dame, unsere älteste Teilnehmerin, ist durch meine Tätigkeit im Hospiz zu uns gestoßen. Insgesamt haben wir elf Laien-Schauspieler zwischen 60 und 80 Jahren. Jeder wird nach seinen Fähigkeiten eingesetzt. In den Proben hatten wir oft sehr interessante Gespräche und auch berührende Momente. Dabei ist ein besonderer Zusammenhalt entstanden. Gab es Schwierigkeiten bei der Erarbeitung? Es war schon so, dass wir unterschiedlich vorgehen mussten. Manche Geschichten haben sich wie von selbst geschrieben, da konnten wir gleich in die Improvisation übergehen. Manchmal musste ich es aber auch übernehmen, die Geschichten aufzuschreiben und zu verdichten. Das Schwierige dabei: darauf achten, das Authentische beizubehalten, wie die Sprache oder spezielle Details. Die Arbeit war sehr variantenreich. Sind ähnliche Projekte geplant? Das kommt darauf an, ob es dem Publikum gefällt. Ohne die Finanzierung durch die Kulturförderung der BASF wäre das ja alles nicht möglich gewesen. Eventuell werden wir mit dem Stück in Seniorenheimen auftreten. Was danach kommt, werden wir dann sehen.