Mannheim
Winterlichter im Luisenpark : 800 Strahler sorgen für Lichterzauber
Die Rekordzahl von knapp 70.000 Besuchern im vergangenen Jahr waren sowohl für Stadtpark-Geschäftsführer Michael Schnellbach als auch Lichtkünstler Rouven Bönisch ein weiterer Ansporn, noch einmal eine Schippe draufzulegen. Die Lichtroute umspannt den ganzen Westteil des Luisenparks, führt vom Haupteingang bis zum Fernmeldeturm und ist damit um gut ein Drittel länger geworden. Fast 800 Strahler, verteilt auf mehrere Stromkreise, haben Bönisch und sein Team verbaut, um die Objekte mit Namen wie „Imagine“, „Schmetterlinge“ oder „Ballerinas“ in Szene zu setzen.
Cocktailgläser zum Jubiläum
Am neuen Eingang „Lanzvilla“ leuchtet frei nach Peter Maffay glutrot die „Sonne in der Nacht“. Zuvor flanieren die Besucher unweit des Seerestaurants durch einen Laubengang, bestückt mit vielen bunten Lämpchen. Am Seerestaurant selbst sowie in Ricks Winterdorf mit seinen Holzbuden an der Brunnenlandschaft ist Zeit für eine Rast bei einem Heißgetränk und einem Imbiss, um sich anschließend weiter an den Lichtbildern und wunderschön angestrahlten Bäumen und Sträuchern zu erfreuen, deren Strukturen das farbige Licht hervorhebt und zur Geltung bringt.
Überdimensionale Cocktailgläser laden ein, auf das 50. Jubiläum anzustoßen. Ein Feld aus leuchtend bunten Tulpen erinnert mitten im Winter ans Frühjahr. Vögel im Retrokleid, Baumtropfen, das Mondsegel beim Sonnengott oder die Pinguinbande, die über die Wiese stiefelt, laden zum Stehenbleiben und Schauen ein. Mehrere Videoprojektionen erinnern an die Bundesgartenschau im Jahr 1975. Das Logo lebt ebenso wieder auf wie der Aerobus, der damals den Luisenpark mit dem Herzogenriedpark miteinander verband.
Erinnerungen an Buga
Doch Rouven Bönisch muss für die Winterlichter nicht nur Neues kreieren. Im Luisenpark vorhandene Skulpturen werden ebenso illuminiert wie die Gegend um die Brunnenlandschaft und den Gebirgsbach sowie die Uferregionen des südlichen Kutzerweihers. „Der Park ist wunderbar für sein solches Lichtspektakel geeignet“, sagt Bönisch, der für die Installationen ausschließlich LED-Lampen und zum Teil auch Solarenergie verwendet. Sein Team und er lassen Herzen und die Zahl 50 über dem Kutzerweiher tanzen und erinnern auch an das Ballgebirge „Bubbleplast“, eine Hüpfburg aus vielen Bällen, die vor fünf Jahrzehnten auf der Freizeitwiese die Herzen der Kinder höherschlagen ließ.
Die Macher wollen Erinnerungen an die Bundesgartenschau 1975 wecken. Doch zugleich sollen die Fantasie der Besucher angeregt werden. Der Betrachter soll die Objekte für sich interpretieren und zugleich die Faszination des Lichts erfahren. Denn auch wer sich im Luisenpark auf vermeintlich bekannten Wegen befindet, wird sich beim Winterlichter-Spaziergang früher oder später die Frage stellen: „Wo bin ich jetzt eigentlich?“ Denn alles sieht im Dunkeln in blaues, grünes, rotes Licht getaucht so ganz anders aus.
Täglich ab 18 Uhr
Dass man sich für eine Veranstaltung mitten im Winter dennoch passables Wetter wünscht, dass die Menschen ins Freie lockt, versteht sich von selbst. Rouven Bönisch weist jedoch darauf hin, dass eine gewisse Luftfeuchtigkeit durchaus positive Effekte auf die Illuminationen hat. Sie wirkt nämlich wie eine Art Weichzeichner, der die Konturen von Ästen, Baumkronen und Sträuchern etwas vernebelt und damit noch einmal märchenhafter erscheinen lässt. Ein Zauber, der sich bis zum 2. Februar jeden Abend ab 17 Uhr nach und nach im Luisenpark entfaltet, bis um 18 Uhr alle Strahler an und alle Installationen in Betrieb sind.
Angesprochen auf den Stromverbrauch, sagt Bönisch, dass dieser während der Winterlichter-Zeit im Luisenpark dem Jahresverbrauch einer Familie entspreche. „Da verbraucht jedes Konzert, jede Show mehr“, betont der Lichtkünstler auch mit Blick auf die hohe Besucherzahl, die mit der Illumination erreicht werde.
Termin
Die Winterlichter im Luisenpark leuchten bis 2. Februar sonntags bis donnerstags von 18 bis 21 Uhr sowie freitags und samstags von 18 bis 22 Uhr. Kassenschluss ist um 20 Uhr. Auch für Dauerkartenbesitzer gilt, dass der Parkzutritt ab 14 Uhr nur mit gültigem Winterlichterticket möglich ist.