Fußball
Wilder Ritt in Bitburg: Arminia verliert beim Oberliga-Aufsteiger
Das war ein weiterer herber Rückschlag für den FC Arminia 03 Ludwigshafen: Gut eine Woche nach dem 0:7-Desaster beim SV Gonsenheim kassierte die Mannschaft von Trainer Andreas Brill mit dem 3:5 (0:1) beim bislang noch sieglosen Aufsteiger FC Bitburg die nächste Niederlage und steckt im Tabellenkeller fest. Zudem drohen vor dem nächsten Duell gegen die TSG Pfeddersheim weitere Ausfälle: Torwart Robin Schneider schleppte sich ab Mitte der zweiten Hälfte nach einem Zusammenprall beim Herauslaufen mit einer Fußverletzung herum. Gar ausgetauscht werden mussten Markus Schmitt (wahrscheinlich Oberschenkelzerrung) sowie Ricardo Antonaci, der am Bein lädiert das Spielfeld verlassen musste.
Restlos bedient war Brill nach der Niederlage – sogar der ihm in der Pressekonferenz angebotene heimische Gerstensaft wollte ihm so gar nicht schmecken. Was ihn besonders ärgerte: Nach nervösem Beginn hatte sein Team das Spiel im Griff und kam gerade immer wieder über links und den dort wirbelnden Steffen Straub zu guten Aktionen.
Räume nicht genutzt
Aus den Räumen, die ihnen Bitburg vor allem in den ersten 30 Minuten ließ, machten die Ludwigshafener im Endeffekt aber viel zu wenig. Aus spitzem Winkel schoss Bastian Hommrich knapp vorbei (3.), Noah Maier kam frei zum Kopfball, scheiterte aber klar (18.). Nach Flanke von Straub behinderten sich gleich drei Arminen gegenseitig (36.). Wenig später markierte Benjamin Siga nach Pass in die Tiefe von Arthur Schütz das 1:0 (43.).
In die zweite Hälfte hätte Bitburg nicht besser starten können. Drei Minuten nach Wiederbeginn behauptete David Hoor im Mittelfeld stark den Ball, passte auf den zur Pause eingewechselten Pascal Müller, der mit seinem vierten Saisontor das 2:0 markierte (48.). „Uns fallen die Bälle vor die Füße und wir machen nichts draus. Auf der anderen Seite leisten wir uns Fehlpässe und Schludrigkeiten, laden so die Bitburger Toren ein“, monierte der niedergeschlagen wirkende Brill.
Grafs Anschlusstreffer
Nach Rechtsflanke Antonacis köpfte Laurenz Graf zum 2:1 ein (55.). Es begann ein wilder Ritt. Nachdem Arminia-Schlussmann Robin Schneider dem durchgebrochenen Siga den Ball vom Fuß gepflückt und Schiedsrichter Marco Niebergall dabei kurioserweise ein Foul gesehen hatte, gab es Elfmeter für den FCB. Mit diesem scheiterte Kapitän Schütz am FCA-Schlussmann (57.).
Dann spielte sich Siga gegen die entblößte Hintermannschaft der Gäste geschickt durch, passte auf Janik Faldey, der das 3:1 markierte (64.). Ludwigshafen rannte mit dem Mute der Verzweiflung an. Das bot Bitburg immer wieder Räume. So fiel auch das 4:1. Arthur Hartwick war nach Zuspiel von Simon Floß aus spitzem Winkel erfolgreich (79.).
Neun Minuten länger
Nach Hereingabe des eingewechselten Tim Amberger lenkte Leander Schwedler den Ball ins eigene Tor (85.). Auf eine weitere scharf hereingegebene Flanke von Amberger drückte Fabian Herchenhan das Spielgerät zum 4:3 über die Linie (90.+1). Neun Minuten ließ der Unparteiische nachspielen – unter anderem wegen der Behandlungen, die Schneiders Verletzung nach sich gezogen hatten. Dem Bitburger Zittern machte mit Floß der dritte Bitburger Einwechselspieler nach einem Konter den Garaus (90.+3). „Es läuft alles andere als rund bei uns. Hinten raus wird das Spiel komplett wild“, sagte Arminia-Trainer Brill – und betonte ohne Umschweife: „Ich bin maßlos enttäuscht davon, wie wir so ein Spiel angehen.“