Gewichtheben
Wie Nina Schroth während der Pandemie profitierte
Für einige Athleten ist der Wettkampf die Rückkehr auf die Heberbühne nach knapp zwei Jahren Pause. Allerdings nicht für die Topheberin des ACM, die in der Coronazeit sogar einen ihrer größten sportlichen Erfolge feierte.
Anfang April dieses Jahres gewann Schroth bei den Europameisterschaften in Moskau im Reißen in ihrer Klasse die Silbermedaille. Und es kam sogar noch besser. Wegen der Doping-Disqualifikation einer Konkurrentin wurde der Lachen-Speyerdorferin sogar nachträglich noch die Zweikampf-Goldmedaille für die EM 2019 zugesprochen. Ein später Lohn für die vielen Mühen und Entbehrungen, die die 30-Jährige in den letzten Jahren auf sich nehmen mussten. Nur die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Tokio blieb ihr verwehrt. Aufgrund einer Ellenbogenoperation und längerer Pause konnte Schroth nicht die nötigen Qualifikationspunkte für Olympia sammeln.
Momentan ist die gelernte Bankkauffrau, die in Teilzeit bei der Sparkasse Rhein-Hardt arbeitet, wieder hoch motiviert. „ Ich habe trotz Corona als Nationalmannschaftsmitglied fast die ganze Zeit durchtrainieren können. Außer zu Beginn, da habe ich in einem befreundeten Weingut zwischen Weinkisten die Hanteln gestemmt. Ich fühle mich richtig fit und habe in diesem Jahr noch Ziele“, verrät Schroth.
Schroth will zur Weltmeisterschaft
Als eine der aktuell besten deutschen Heberinnen wird die mehrfache Europameisterin als Kandidatin für die Weltmeisterschaft im Dezember in Usbekistan gehandelt. Das wäre noch einmal ein echter Höhepunkt in ihrer erfolgreichen Karriere.
Ihre gute Verfassung will die Mannschaftsführerin des ACM, die auch den Nachwuchs trainiert, morgen den Fans demonstrieren. „Es haben sich viele Freunde und Arbeitskollegen von mir angekündigt. Da will ich mich natürlich in punkto Leistung auf der Bühne nicht lumpen lassen“, kündigt Schroth an. Ob es letztendlich zum erhofften Sieg zum Auftakt gegen eine starke eingestufte Schwedter Staffel ausreicht, bleibt abzuwarten.
Die Mutterstadter können in den aktuellen Zeiten nicht die besten ausländischen Athleten aufbieten. Das hat seine Gründe. Zum Beispiel fehlt die britische Olympiateilnehmerin Sarah Davies. Sie müsste aus einem Hochrisikoland kommend erst einmal in Quarantäne. Der italienische Bronzemedaillengewinner Antonino Pizzolato und der Spanier Andres Mata verzichten auf die ersten Wettkämpfe. Dafür gehen der holländische Junioren-Weltmeister Enzo Kuworge (19) und der bulgarische Schwergewichtler Hristo Hristov (20) an das Eisen. „Wir haben trotz allem eine gute Mannschaft am Start. Ich rechne mit einem spannenden Wettkampf“, erwartet Schroth einen offenen Schlagabtausch.
Der Wettkampf findet mit Zuschauern nach der 2G-plus-Regel statt – Zutritt nur für vollständig Geimpfte, Genesene sowie maximal 25 tagesaktuell Getestete. Aufgrund der Zugangskontrolle wird ein frühzeitiges Erscheinen empfohlen. Um die Wartezeiten zu reduzieren, empfehlen wir zur Kontakterfassung das Verwenden der Luca-App. Es gibt die Karten nur an der Abendkasse.