Ein Bild und seine Geschichte
Wie in Ruchheim eine Freiluftgalerie entstanden ist
Als Künstler ist Diller ein Autodidakt. „Richtig damit angefangen habe ich als Rentner“, berichtet der 87-Jährige. Ein Problem sei das nicht gewesen. „Immerhin komme ich beruflich aus der Technik und musste dafür ja auch Zeichnungen anfertigen.“ So habe er sich nach seiner Zeit bei der BASF in die Welt der Farben begeben und seine Bilder auch schon ausgestellt. „Meistens bei Ausstellungen der Arbeiter Wohlfahrt.“ Der habe er im Anschluss auch einen Teil der Erlöse gespendet. „Aber nicht alles. Ich brauche schließlich auch Materialien. Die kosten auch Geld.“
Um Geld ging es aber bei der Verschönerung seines Wohnumfeldes weniger – auch wenn jeder Farbtupfer einem Müllcontainer guttut, der in der Regel eher einen praktischen Zweck erfüllt. Viel mehr waren es die fehlenden Ausstellungsmöglichkeiten in den letzten Monaten und Jahren, die ihn umgetrieben haben.
Raum für Erweiterung
„Ich habe damit angefangen, meine eigene Mülltonne zu bemalen“, berichtet Diller. Gedacht als einmalige Aktion fand er damit offensichtlich Anklang. „Meine Nachbarn haben mich gefragt, ob ich ihre Mülltonnentüren ebenfalls bemalen würde, und da habe ich natürlich ja gesagt.“ Tiermotive, wie auf der gezeigten Tür, aber auch seine Umsetzung aus Opernhandlungen, die Darstellung von Mutterliebe und Nestwärme und einige andere mehr hat er nun in der Freiluft-Galerie im Dirmsteiner Weg verewigt.
„Zunächst gemalt, dann auf Folie reproduziert und aufgeklebt“, nennt er das Verfahren und ist ein wenig stolz auf das vollendete Werk „Damit habe ich meine frei zugängige öffentliche Dauerausstellung.“ Und Raum für Erweiterung gibt es ebenfalls noch, denn bislang umfasst die Galerie lediglich sechs Werke in seiner unmittelbaren Nachbarschaft. Die Container in der angrenzenden Reihenhaus-Zeile sind hingegen noch langweilig und grau ...