Ludwigshafen „Wie hat eigentlich der Fünf-Mark-Schein ausgesehen?“

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Wie hat ein Fünf-Mark-Schein ausgesehen? Unsere Erinnerungen sind lückenhaft und diese Lücken will – wenigstens zu einem kleinen Teil – die Ausstellung des Historischen Vereins anlässlich der Kerwe von Samstag, 27., bis Montag, 29. August, im Historischen Rathaus in Mutterstadt schließen.

„Erinnerungen“ ist daher auch die Ausstellung überschrieben. Die Idee zur Ausstellung kam dem Vorsitzenden Lutz Bauer durch einen Zufall: „Mich hat jemand gefragt, wie ein Fünf-Mark-Schein ausgesehen hat.“ Bauer wusste es selbst nicht und musste in seinem Fundus nachschauen. Aber die Frage machte ihm deutlich, dass uns unsere Erinnerung bei Alltagsgegenständen im Stich lässt. Und weil er ahnte, dass dieses Phänomen wohl auch andere betrifft, schlug er es für die Kerweausstellung vor. Ausgestellt werden alltägliche Gegenstände, die uns in Erinnerung geblieben sind, mit denen wir schöne Erinnerungen verbinden, aber bei denen, was Details anbetrifft, unser Gedächtnis uns im Stich lässt. Zur Ausstellung haben verschiedene Vereinsmitglieder Objekte beigesteuert, die teils in die jüngere Vergangenheit – „zehn, 20 Jahre“ – zurückreichen oder auch ins vergangene Jahrhundert. Insbesondere von Mitgliedern der Volkstanzgruppe kamen mehrere Beiträge. Hildegard Schmitz, die aus Rumänien stammt, wird alte Handarbeiten zeigen, die durch ihre ausgefeilte, fast dreidimensional wirkende Sticktechnik ins Auge fallen. Bei der Ausstellung wird sie auch anwesend sein, die Sticktechnik vorführen und Fragen beantworten. Auch Barbara Auer, die Leiterin der Volkstanzgruppe, steuert einiges bei. Dazu gehört unter anderem der Brauch der bestickten, blütenweißen Handtücher in den Küchen von anno dazumal, „um die gebrauchten Handtücher dahinter zu verdecken“, erklärt Lutz Bauer. Sogar ein Museum hat Lutz Bauer angeschrieben: „Das Museum für Kommunikation in Frankfurt stellte Zettelbotschaften von früher zur Verfügung, die Schüler unter ihren Bänken durchgereicht haben“, erklärt der Mutterstadter. Das Faszinierende an Erinnerungen sei auch, dass diese bei Menschen ganz unterschiedlich ausfallen können, auch wenn es um das gleiche Ereignis oder das gleiche Objekt geht. Und „Erinnerungen sind auch etwas Wunderbares, denn meistens erinnern wir uns nur an Gutes, das Schlechte wird ausgelassen“, weiß Bauer. Mit dem Thema Erinnerungen seien demnach ganz viele Aspekte verbunden. Dazu zähle auch unser Zeitempfinden: „Gerade an den Fünf-Mark-Scheinen wird einem bewusst, wie schnell die Zeit vergeht, und dabei gab es sie noch vor gar nicht so langer Zeit“, erklärt Bauer. Das Wort Erinnerung sei vieldeutig, betont Bauer: „Wenn wir vergessen, eine Rechnung zu bezahlen, bekommen wir eine Zahlungserinnerung sprich eine Mahnung.“ Wenn wir uns etwas aufschreiben, was wir noch zu tun haben, und dabei vielleicht auch den Kalender benutzen, erinnert uns diese „To-do-Liste“ an Tätigkeiten in der Zukunft. Relativ lange habe diesmal der Verein an dieser Ausstellung gearbeitet: „Ungefähr seit einem halben Jahr“, meint Bauer. Auf jeden Fall will die Schau für Gesprächsstoff sorgen und auch den Austausch unter den Besuchern anregen. „Eine Reise in die eigene Erinnerung“ – das könnte sie ganz individuell für jeden Besucher sein. Und Lutz Bauer ist auch sicher, dass die Ausstellung einige Erinnerung auffrischen wird: „War der Zehn-Mark-Schein blau? War darauf die Gorch Fock abgebildet? Oder war das Schiff auf dem Hundertmarkschein abgebildet?“ Info Die Ausstellung im Historischen Rathaus, Oggersheimer Straße, Mutterstadt, kann an allen Ausstellungstagen von Samstag bis Montag von 14 bis 20 Uhr besucht werden. Der Eintritt ist frei. Ausstellungseröffnung ist am Freitag, 26. August, um 19.30 Uhr. |mmö

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