Heidelberg RHEINPFALZ Plus Artikel Wie Elisa Herbig in ihrem Debüt Klanglandschaften erschafft

Kam von Tübingen über Dresden und Oslo nach Heidelberg: die Cellistin und Sängerin Elisa Herbig.
Kam von Tübingen über Dresden und Oslo nach Heidelberg: die Cellistin und Sängerin Elisa Herbig.

„Outcome“ ist das erste Album von Elisa Herbig. Mit an Bord sind zwei erfahrene Musiker: Jo Bartmes spielt unter anderem Orgel und Percussion, TC Debus E-Bass. Zu dieser hochkarätigen Besetzung verhalf Herbig Glück – und etwas Unbedarftheit.

Im Mittelpunkt der Musik stehen ein unverfälschter Cello-Klang und die Stimme von Elisa Herbig. Das zieht sich auch wie ein roter Faden durch das ganze Album. Ungewöhnlich für TC Debus ist der recht prägnante E-Bass-Sound – üblicherweise spielt Debus Kontrabass. „Das ist Absicht so, es war mich wichtig, einen deutlichen Kontrast zum Cello zu haben“, erklärt die Musikerin. Das liegt nahe, denn von Haus aus klingen beide Instrumente in bestimmten Registern recht ähnlich.Jo Bartmes klingt noch stärker elektrisch: Orgel und Synthesizer und einige Effekte setzt der Heidelberger Musiker ein. Zusätzlich zu diesen ganzen Farben macht er noch die Perkussion, live auch mit Hilfe von Fußpedalen und manchmal auch in Form von Beatboxen, also mit mundgemachter Perkussion. Im Studio gab es auch programmierte Beats und Grooves. Auf der Albumproduktion sind die Arrangements vielschichtig, aber nicht überladen. Man hat den Eindruck von Klanglandschaften. „Ja, das kann man so hören. Vielleicht liegt das an meiner langen Zeit in Norwegen. In der skandinavischen Musik klingt es oft nach Weite und großen Landschaften“, sagt die Musikerin.

Elf Jahre in Skandinavien

Elisa Herbig stammt aus Tübingen und studierte klassische Musik mit Cello als Hauptfach in Dresden. Danach setzte sie ihr Studium in der norwegischen Hauptstadt Oslo fort, wo sie schließlich von 2005 bis 2016 lebte und mit Musikern verschiedener Stilrichtungen arbeitete. Das reichte von Klassik bis Folk. Sie tourte mit verschiedenen Projekten in Skandinavien und den USA. Die Vielfalt der Erfahrungen habe sie dazu gebracht, auch eigene Musik und Texte zu schreiben, sagt sie.

Die Texte sind wichtig – oft klingt der Vocal-Part nach einem Rezitativ. „Es geht schon darum, auch Geschichten zu erzählen, mit den Texten ebenso wie mit der Musik“, erklärt die Komponistin. Nach Heidelberg kam sie, weil ihr Mann dort Arbeit an der Universität fand. So zog die ganze Familie von Oslo ins Neckartal. Angekommen in Heidelberg, begann Elisa Herbig, Musiktherapie zu studieren. Einer ihrer Lehrer, nämlich im Fach Improvisation, war Jo Bartmes. „Ich kannte hier niemanden und wusste auch nicht, was Jo noch macht. Hätte ich es gewusst, hätte ich mich wahrscheinlich nicht getraut, einfach so zu fragen, ob er mit mir Musik machen will“, sagt sie heute. Und Bartmes machte mit, spürte offenbar das Potenzial und die Kreativität der Musikerin.

Angenehm sperrig

Musikalisch ergibt sich durch die Zusammenarbeit eine spannende Kombination: Es klingt sehr eigenständig und manchmal auch ein bisschen sperrig – auf eine angenehme Art. Man will als Hörer noch mal genauer hinhören. Und das ist immer ein Qualitätsmerkmal von Musik. Wichtig ist, dass die Cellistin auch als Sängerin überzeugt. Sie hat eine angenehme Stimme, intoniert sehr sicher, und live spielt sie gleichzeitig auch Cello. Auf ihrem Instrument spielt sie mit vielen Farben und Klängen, aber alle sind sozusagen aus dem „natürlichen“ Repertoire des Cellos. Der Klang wird mit Mikrofonen abgenommen und bleibt authentisch.

Inhaltlich geht es in den Stücken um Zwischenmenschliches, allerdings auch hier etwas differenzierter und hintergründiger als im Mainstream-Pop. Eigentlich sollten jetzt die Live-Auftritte folgen. „Im Konzert klingt es nicht ganz so wie auf dem Album, aber das sind durchaus bewusste Unterschiede“, erklärt die Musikerin. Sie wollte sich aber auch nicht von vornherein auf eine Livesituation festlegen oder im Studio deswegen einschränken. Bereits 2019 war das Trio auf einer Tournee durch Rumänien. Seither sei die Formation ein festes Gebilde und wachse auch immer weiter zusammen. „Ich bin froh, mit so tollen Musikern zu spielen, und die bringen natürlich viel eigene Erfahrung mit“, sagt die Musikerin.

Das Album

„Outcome“ von Elisa ist bereits erschienen bei RecordJet. Es ist auf allen einschlägigen Streaming- und Downloadportalen verfügbar. Die physische CD kann man direkt bestellen unter www.elisa-musik.com.

x