Ludwigshafen Wie einst Olympiasieger Jan Frodeno

LUDWIGSHAFEN. Planschende Kinder im Pool, Erwachsene auf Campingstühlen, die das sommerliche Wetter genossen. Wären da nicht die jungen Sportler gewesen, die mit ihren Rädern auf dem Gelände des Ludwigshafener Schwimmvereins nervös umhereilten und auf die Anweisungen bei der Wettkampfbesprechung des 2. Cross-Duathlons warteten, die Szenerie hätte etwas von Urlaub gehabt.
Wer auf die Strecke wollte, der kam an den strengen Augen des Hardy Lessmeister nicht vorbei. Er und seine vier Kampfrichterkollegen kontrollierten die Räder und auch die Radhelme. „Die Vorgaben für die Übersetzungsbeschränkung haben wir vom internationalen Radsportverband UCI übernommen“, berichtete Lessmeister, der in offizieller Mission für den rheinland-pfälzischen Triathlonverband vor Ort war. Welche maximale Ablauflänge bei einer vollständigen Radlänge zurückgelegt wird, wurde überprüft. Genauso wenig durfte mit Rennrädern gefahren werden. „Damit soll der Charakter des Breitensports erhalten bleiben. Dies ist eine Entscheidung des Veranstalters“, berichtete Lessmeister. Doch die jungen Sportler, die an den Start gingen, waren größtenteils richtig „alte Hasen“. Brian Wegner beispielsweise war so einer. Das Nachwuchs-Ass des Ludwigshafener Schwimmvereins und Sohn des Mitorganisators Steve Wegner ist neun Jahre alt und bestreitet in diesem Jahr seine vierte Triathlonsaison. Am Samstag verteilte der Wirbelwind fleißig die Finisher-Medaillen, ehe er bei den C-Schülern selbst an der Startlinie stand. Sollte für ihn vor heimischem Publikum ein Sieg für ihn herausspringen? „Die Konkurrenz ist groß. Es klappt nicht immer alles nach Plan“, meinte der Blondschopf, der am Ende Siebter bei den Schülern C wurde. Diese Erfahrung musste kürzlich auch der Sieger der männlichen Jugend B, Mario Kanjuh vom TV Bretten, machen. Vor drei Wochen stürzte er auf dem Nachhauseweg vom Rennradtraining und zog sich eine ein Zentimeter tiefe Wunde am rechten Oberschenkel zu, die genäht werden musste. „Eigentlich wollte ich beim Deutschland-Cup starten. Die Teilnahme musste ich aber absagen“, berichtete der 13-Jährige, schob die Laufhose nach oben und zeigte sein malträtiertes Bein. Eigentlich hatte der Nachwuchs-Triathlet noch Sportverbot, doch Mario Kanjuh ließ sich davon nicht abhalten. Nach zwei Kilometern Laufen und zehn Kilometern Radfahren sollte die Entscheidung auf der abschließenden ein Kilometer langen Laufstrecke fallen. Der Brettener zündete den Turbo und erreichte als Sieger nach 32:19,1 Minuten die Ziellinie. „Ich hatte eine gute Radgruppe gefunden und bin als Zweiter zum Laufen“, berichtete der Baden-Württemberger, der im vergangenen Jahr nur hauchdünn den Sprung in den Landeskader verpasst hatte. Kanjuh kämpfte, wie all die anderen Starter, am Samstag vor allem mit den Temperaturen, die um die Mittagszeit deutlich die 30-Grad-Marke überschritten. „Hast du genug getrunken?“, war wohl die meistgestellte Frage besorgter Eltern und Trainer. „Ihr bekommt kühle Getränke unterwegs und auch im Ziel“, verkündeten Steve Wegner und Frank Fischer. Fischer, der Vorsitzende des rund 2000 Mitglieder starken Ludwigshafener Schwimmvereins, hob warnend den Zeigefinger: „Fahrt mit allergrößter Vorsicht und Bedacht. Wer bei dem Wetter ins Ziel kommt, ist ein Sieger.“ Und so mancher der jungen Sportler mag sich am Samstagmittag wie einst Jan Frodeno gefühlt haben, als er 2008 in Peking in einer Hitzeschlacht die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen im Triathlon holte. Die weiteren Sieger Weibliche Jugend B (2, 10 ,1 km): Natalie Windhövel (TV Mußbach) 36:24,2 Minuten; Schülerinnen A (2, 10, 1): Sophia Weiler (TV Bretten) 35:30,8; Schüler (2, 10, 1): Henrik Schmitt (TSV Amicitia Viernheim) 35:54,7; Schülerinnen B (1, 5, 0,4): Tabea Herzberg (Tri-Team Heuchelberg youngstars) 17:33,3; Schüler B (1, 5, 0,4): Moritz Göttler (SV Nikar Heidelberg) 17:28,6; Schülerinnen C (0,4, 2,5, 0,4): Lina Holzmann (Turnerschaft Germersheim) 9:47,6; Schüler (0,4, 2,5, 0,4): Noah Sandor (TSG Maxdorf) 10:05,9; Schülerinnen D (0,2, 1, 0,2): Maximilian Pawelski (Tri-Team Heuchelberg youngstars) 5:15,1; Schüler D (0,2, 1, 0,2): Tim Holzmann (Turnerschaft Germersheim) 5:41,3. (kia)