Tennis RHEINPFALZ Plus Artikel Wie ein Ex-Mutterstadter gegen Davis-Cup-Stars spielte

Marek Jaloviec kennt die Pfalz. Einen Teil seines Lebens verbrachte er in Mutterstadt. Nun spielt er für den BASF TC Ludwigshafe
Marek Jaloviec kennt die Pfalz. Einen Teil seines Lebens verbrachte er in Mutterstadt. Nun spielt er für den BASF TC Ludwigshafen.

Marek Jaloviec wächst in Mutterstadt auf. Der Vater des Tschechen war dort viele Jahre Trainer. Voriges Jahr gehört der 28 Jahre alte Linkshänder zum Aufstiegsteam des BASF TC Ludwigshafen. Nun spielte er zwei Einzel – und verlor beide. Am Sonntag gegen Aachen wäre aber ein Sieg so wichtig gewesen.

Geknickt saß Marek Jaloviec auf seiner Spielerbank. Gerne hätte der 28-Jährige seinen Teil im Kampf um den Klassenverbleib für den BASF TC Ludwigshafen beigetragen. Wie aber auch schon bei seiner Saisonpremiere in der Vorwoche in Großhesselohe unterlag er nun auch am Sonntag zu Hause gegen Kurhaus Aachen in seinem Einzel. Und wie in der Vorwoche – bei Großhesselohe immerhin gegen den deutschen Davis-Cup-Spieler Jan-Lennard Struff – hieß es am Ende 4:6, 1:6. Gestern allerdings gegen Martin Cuevas. Auch er ist ein Spieler mit Davis-Cup-Erfahrung. Cuevas spielt seit 2010 für Uruguay.

Die fehlende Wettkampf-Erfahrung machte Jaloviec als einen der Gründe für die Niederlage aus. „Mir hat die Sicherheit in den Grundschlägen gefehlt“, bilanzierte der in Mutterstadt aufgewachsene Tscheche. Tatsächlich gelangen ihm immer wieder spektakuläre Punktgewinne. Tolle Stopps, knallharte Passierschläge, erzwungene Fehler. Insgesamt aber zu wenig, denn meistens folgten auf das Spektakel zwei, drei leichte Fehler. „Es war ein offenes Match – zumindest am Anfang“, bilanzierte BASF-Teamchef Denis Gremelmayr, der das Match von der Seitenlinie aus verfolgte. Gremelmayr sprach Jaloviec immer wieder Mut zu, versuchte immer wieder, Jaloviec wieder zu fokussieren. Vergebens. „Er war am Ende des ersten Satzes etwas zu passiv und dann war das Match weg“, analysierte Gremelmayr.

Zu viele leichte Fehler

Tatsächlich kämpfte sich Jaloviec, immerhin einer der Aufstiegshelden des Vorjahres, im ersten Satz nach einem Aufschlagverlust und 1:4-Rückstand wieder zum Unentschieden zurück. Aber statt bei eigenem Aufschlag in Führung zu gehen, gab der Tscheche aus Mutterstadt erneut seinen Aufschlag und damit letztlich auch den ersten Durchgang ab.

Ein Rückschlag, von dem er sich nicht mehr erholte. „Mein Timing beim Aufschlag hat heute nicht gepasst“, bilanzierte Jaloviec geknickt: „Vielleicht lag das ein bisschen an der Nervosität.“ Immerhin war es für ihn die Heimpremiere. „Nicht nur die Qualität der Gegner ist in der Bundesliga anders, sondern auch das Zuschauerinteresse“, meinte er mit Blick auf rund doppelt so viele Zuschauer, die ihn trotz der Niederlage unterstützten.

Alles ohne Erfolg. Exemplarisch war da dann auch sein zweites Aufschlagsspiel im zweiten Durchgang. Auf die 40:15-Führung folgten vier leichte, sehr leichte Fehler. Der zweite Abschnitt ging fast im Schnelldurchgang verloren.

Entsprechend geknickt war Jaloviec nach der Niederlage, hatte dafür aber auch noch eine gute Begründung: „Mir fehlt in dieser Saison einfach die Matchpraxis.“

Seit 2019 ist die ehemalige Nummer 244 der Welt rund 1000 Plätze abgerutscht. „Meine Handgelenksverletzung“, erklärte er kurz und knapp. Davon hat er sich mittlerweile erholt. „Ich brauche jetzt einfach wieder Matchpraxis“, betont er. Gerne auch beim BASF TC, der sich für ihn immerhin ein kleines bisschen wie Heimat anfühlt. „Ich weiß natürlich nicht, wie der Verein für die letzten Spiele geplant hat, aber meine Turnierplanung gibt es her.“ Und da konnte er trotz der Niederlage sogar wieder ein bisschen lächeln.

Stimmungsmacher fehlen

Immerhin: „Bundesliga ist schon ein Unterschied“, betonte er und machte das nicht allein an Zuschauerinteresse und der Qualität der Gegenspieler fest. „Der Unterschied besteht schon darin, dass wir in der Zweiten Liga zu sechst waren. In der Bundesliga fehlen damit zwei Leute, die Stimmung machen.“ Alleine mit dieser Aussage unterstrich er seinen Status als Mannschaftsspieler. Und als solcher räumte er auch seinen Platz im Doppel zu Gunsten von Vincent Schneider.

Der hätte an der Seite von Mathias Bourgue beinahe noch das Minimalziel Punktgewinn erreicht, unterlag aber im Matchtiebreak. Und das, obwohl das Ludwigshafener Duo schon 5:3 im entscheidenden Durchgang führte. Doch dann ging alles schief.

Marek Jaloviec beobachtete den Einbruch seiner Mitspieler von der Bank aus. Es war nicht sein Tag.

x