Ludwigshafen Wie ein Boxkampf im Wasser

Trainer Maurice Schäfer (mit Ball) trauerte einem bestimmten Moment im Spiel des WSV nach.
Trainer Maurice Schäfer (mit Ball) trauerte einem bestimmten Moment im Spiel des WSV nach.

«Ludwigshafen.»Frustriert saß das Ludwigshafener Trainergespann Maurice Schäfer und Pierre Hilbich vor der Halle. „Das Ergebnis ist schwer zu verkraften“, sagte Hilbich seufzend nach dem 7:7-Remis. Nicht allein der Ausgleichstreffer kurz vor dem Ende machte ihm zu schaffen. Die Ludwigshafener hatten in den 32 hart umkämpften Minuten nach der einzigen Führung in Überzahl nicht nachgelegt. „Wenn uns da 84 Sekunden vor Schluss das 8:6 gelingt, gehen wir als Sieger aus dem Wasser“, haderte Maurice Schäfer. Der so wichtige Treffer gelang nicht. Youngster Johannes Sommer scheiterte. Dabei war es bezeichnend, dass der jüngste Ludwigshafener im Wasser die Verantwortung übernehmen musste. Die eigentlichen Leistungsträger der Offensive waren nicht mehr mit dabei. Sie fehlten entweder – wie Oliver Görge, Laszlo Toth und Martin Burger– von Beginn an. Oder sie mussten – wie Martin Görge und Johannes Schmitz – jeweils mit dem dritten persönlichen Fehler aus dem Wasser. Dem Feldverweis von Schmitz folgten im Anschluss noch Diskussionen, weil im Wettkampfprotokoll nur zwei Fehler notiert waren. „Ich bin sehr stolz, wie die Mannschaft damit umgegangen ist“, lobte Coach Hilbich. Er hätte gleich noch seinen Mannschaftskapitän Benjamin Hettich und überhaupt die gesamte Defensivabteilung loben können. Hettich ging nicht nur mit starkem Einsatz in der Centerabwehr gegen den international erfahrenen Inaki Urkiaga mit gutem Beispiel voran. Er war auch mit drei Treffern Ludwigshafener Top-Torjäger des Abends. „Es war klar, dass im Spiel der beiden stärksten Abwehrreihen der Liga nicht viele Tore fallen“, sagte Hilbich. Aufopferungsvoll und mit viel Einsatz legten beide Mannschaften Wert auf solide Verteidigungsarbeit. Es entwickelte sich der taktisch geprägte Schlagabtausch zweier Schwergewichtsboxer, in dem der WSV erst nach vier Minuten durch Schmitz seinen ersten Treffer setzen konnte. Würzburg hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zweimal getroffen, legte abermals auf 3:1 vor. Martin Görge noch im ersten Viertel und Hettich direkt nach der Pause glichen zum 3:3 aus und eigentlich hätte der WSV mit einer Führung in die Pause gehen müssen. Aber auch beste Chancen landeten am Pfosten, wurden zur Beute von Torhüter Ben Flammersberger oder der Ball schwamm einfach auf der Linie entlang – wie beim Versuch von Tom Sieger (11.). „Wer seine Chancen besser nutzt, der wird dieses Spiel gewinnen“, hatte WSV-Kapitän Benjamin Hettich vor dem Anpfiff orakelt. Gut also, dass auch die Gäste mit ihren wenigen Chancen zu großzügig umgingen. Beide Überzahlquoten waren eher bescheiden. Immerhin berappelten sich die Gastgeber in dieser wichtigen Statistik im Schlussviertel, kam auf drei Tore bei vier Versuchen, Hettich zum 5:5 (26.), Fabian Härtel (6:6, 29.) und noch einmal Hettich, dessen 7:6 zwei Minuten vor dem Ende die einzige WSV-Führung des Abends bleiben sollte. Bezeichnend für den Abnutzungskampf: Der Ball landete erst abgefälscht im Netz. „Aber dann haben wir leider den Wirkungstreffer zum 8:6 nicht gesetzt“, trauerte Schäfer der vergebenen Siegchance nach. Hettich sah es pragmatischer: „Auch der Punkt hilft uns beim Kampf um Platz drei weiter.“ Allerdings müssen die Ludwigshafener zu fünf der noch sechs ausstehenden Spiele auswärts antreten, darunter auch zum direkten Duell um Rang drei beim SC Neustadt. So spielten sie WSV Ludwigshafen: Simon Sommer – Hummel, Buchheit, Schmitz (2 Tore), Härtel (1), Johannes Sommer, Löw, Mohamed, Hettich (3), Sieger, Görge (1), Andreas Sommer.

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