Ludwigshafen
Wie der BASF TC Ludwigshafen mit drei Trainern die Zweite Tennis-Bundesliga rocken will
Die Liga ist für mich Neuland“, sagt Dominik Müller. Der 33 Jahre alte Frankfurter ergänzt in dieser Spielzeit das Trainerteam des BASF TC Ludwigshafen in der Zweiten Tennis-Bundesliga der Herren. Trainererfahrung kann der Frankfurter schon vorweisen, war Assistant-Coach an der Baylor Universität in Texas und ist seit Sommer 2016 Cheftrainer an der Old Dominion Universität in Virginia. Dort wurde er 2018 zum „Conference Trainer des Jahres“ gekürt.
Ludwigshafen. Ludwigshafens Vincent Schneider hatte den Kontakt geknüpft. „Ihn habe ich erst für Baylor angeworben und später zur Old Dominion geholt“, sagt Müller lachend. Als die Frage nach einem zusätzlichen Trainer für die Herren-Zweitliga-Mannschaft aufkam, fiel deshalb die Wahl auf den Collegetrainer. „Für mich ist das optimal. Ich verbinde die Zeit mit einem Heimaturlaub für meine Frau und die beiden Kinder, die die Zeit bei meinen Eltern in Frankfurt verbringen.“
Trainer Gremelmayr hilft als Spieler aus
Müller legt Wert darauf, dass er in Ludwigshafen ausschließlich als Trainer fungiert, obwohl er noch fünf Jahre jünger ist als Denis Gremelmayr. Gremelmayr gehört zwar ebenfalls zum Trainerteam, wird aber morgen zur Heimpremiere gegen den Aufsteiger Wiesbadener THC auch als Spieler zum Einsatz kommen. Seine beste Platzierung in seiner aktiven Zeit war Position 59 in der Welt. „Mein letztes Spiel habe ich vor drei Jahren für Eintracht Frankfurt in der Regionalliga gemacht“, sagt Müller. Seither verhindern Familie und die Aufgabe als Universitätstrainer den Trainingsaufwand für eine Fortsetzung der Spielerkarriere der ehemaligen Nummer 35 der Junioren-Weltrangliste.
Arbeitseinteilung des Trios noch nicht festgelegt
Als Spieler ist er also nie über die Regionalliga hinausgekommen und auch als Trainer hat er noch nicht in einer höheren deutschen Spielklasse gearbeitet. „Ich kenne natürlich viele der Namen aus der Aufstellung und habe auch gegen einige noch selbst gespielt, aber insgesamt fehlt mir noch der Überblick. Auch über die eigene Mannschaft“, räumt er ein. „Steffen Neutert hat mich zwar in den letzten Tagen ein bis zweimal in der Woche auf dem Laufenden gehalten, aber kennengelernt habe ich die Jungs erst nach meiner Ankunft am Mittwoch“, erzählt Müller. Der erste Eindruck sei rundherum positiv. „Es sieht nach einer homogenen Truppe aus.“ Deshalb sollte dieses Mal der Klassenverbleib möglich sein. Der wurde ja im Vorjahr sportlich verpasst, doch blieb der BASF TC trotzdem in der Liga. „Wir wollen so früh wie möglich die nötigen Punkte dafür sammeln“, gibt Dominik Müller dafür das Ziel vor. Die Arbeitsteilung mit seinen Kollegen Steffen Neutert und Denis Gremelmayr müsse dafür noch im letzten Detail besprochen werden. „Aber ich gehe davon aus, dass wir die Trainingseinheiten unter der Woche abwechselnd übernehmen und uns auch das Coaching auf der Bank teilen“, sagt Müller.
Talente für Collegetennis in USA sichten
Er hofft außerdem, dass sein Engagement einen positiven Nebeneffekt für seine Universität haben könnte: „In der Zweiten Liga sind die Spieler eigentlich zu alt für Collegtennis und ja auch teilweise schon auf der Tour unterwegs. College muss man direkt nach dem Abitur spielen. Das ist eine Vorschrift.“ Solche Spieler wird er beim BASF TC, aber auch bei Vereinen in der näheren Umgebung unter die Lupe nehmen, kündigte Dominik Müller an. „Und er wird als ausgewiesener Experte für alle Fragen rund um Studium und Sportstipendien in den USA zur Verfügung stehen – und das nicht nur unsere Mitgliedern“, ergänzte BASF-TC-Vorstandsmitglied Peter Schneider.