Fragen & Antworten
Wie das Impfen für Senioren in Lu abläuft
Wie groß ist die Gruppe der jetzt impfberechtigten Senioren?
Ludwigshafen hat knapp 177.000 Einwohner. Rund ein Viertel der Bevölkerung ist über 60 Jahre alt. Beim Impfen sind zunächst Einwohner über 80 Jahre dran. Diese Altersgruppe umfasst laut Stadtverwaltung knapp 10.800 Bürger.
Wie können sich Senioren anmelden?
Wer nicht in einem Pflegeheim lebt, soll sich selbstständig für die Impfung in einem Impfzentrum anmelden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Ein landesweites Callcenter unter der Nummer 0800/5758100 anrufen; oder sich im Internet unter www.impftermin.rlp.de für einen Termin anmelden. In beiden Fällen wird ein mehrseitiges Anmeldeformular ausgefüllt, darin werden Angaben zu Vorerkrankungen und Medikamenten erfasst. Das Verfahren ist vom Land vorgegeben.
Wie kann Senioren die Anmeldung erleichtert werden?
Für viele hochbetagte Menschen ist das Anmeldeverfahren nicht so einfach. Angehörige können daher die Anmeldung für einen Impftermin übernehmen. Die Stadtverwaltung bietet außerdem Hilfe an. Menschen, die zur priorisierten Impfgruppe (über 80 Jahre) gehören und kein Internet haben, können sich unter Telefon 0621/504-3090 oder -3031 melden und erhalten Hilfe bei der Anmeldung zum Impftermin. Nach einer Flut von Anrufen und der Überlastung der Leitungen unterstreicht die Stadt, dass der Service nur für Senioren gedacht ist, die keine technische Unterstützung von Angehörigen oder Hilfe aus ihrem Umfeld bekommen können.
Was ist mit den Pflegeheimen?
Bewohner der zwölf Alten- und Pflegeheime in der Stadt werden von Impfteams vor Ort in den Einrichtungen geimpft. Das soll bis Ende kommender Woche abgeschlossen sein. Laut Einwohnerstatistik gibt es knapp 1500 Dauerpflegeplätze für Senioren.
Was passiert mit Senioren in Wohnanlagen?
Laut Stadtentwicklungsbericht gibt es 33 Seniorenwohnanlagen und knapp 1400 Plätze für Betreutes Wohnen in Ludwigshafen. Die Stadtverwaltung verhandelt derzeit noch mit dem Landesgesundheitsministerium, damit die mobilen Impfteams nach dem Einsatz in den Alten- und Pflegeheimen auch in solchen Einrichtungen aktiv werden können. Denn Angehörige machen darauf aufmerksam, dass viele dieser Bewohner nicht mehr mobil sind und nicht aus eigener Kraft das Impfzentrum in der Walzmühle aufsuchen können. Unklar sei auch, ob die Krankenkassen die Kosten für eine Krankenfahrt zum Impfzentrum übernehmen, sagt eine Angehörige.
Was sagt der Seniorenrat?
Der Ludwigshafener Seniorenrat ist die Interessenvertretung der älteren Menschen in der Stadt. Dort haben sich auch Angehörige von Menschen in Seniorenwohnanlagen gemeldet, berichtet Vorsitzende Birgitta Scheib (70). Sie würde dort den Einsatz der mobilen Impfteams für sinnvoll erachten. Falls dies jemandem zu lange dauere, rät Scheib dazu, sich einen Termin im Impfzentrum geben zu lassen. Der Transport dorthin sollte aber vorher als Krankenfahrt von der Kasse genehmigt werden. Der Seniorenrat rechnet damit, dass sich die Situation in einigen Wochen entspannen könnte, wenn leichter zu lagernde Impfstoffe in Umlauf kommen und Hausärzte ihre älteren Patienten spritzen können. Das städtische Hilfsangebot bei der Impfterminanmeldung begrüßt Scheib: „Die Stadt kümmert sich sehr – das finde ich sehr gut.“ Der Seniorenrat stehe auch für telefonische Beratung unter 0621/504-2543 zur Verfügung. Generell sei klar gewesen, dass es zum Auftakt der Impfkampagne einen Ansturm geben werde, sagt Scheib. Dass dies Probleme mit sich bringe, liege auf der Hand. „Ich bin ein optimistischer Mensch. Das wird auf Dauer alles klappen“, sagt sie.
Wie lange wird es dauern, die Hochbetagten zu impfen?
Das wird einige Wochen in Anspruch nehmen. Wie lange genau, ist schwer zu sagen. Denn dies hängt von der Impfbereitschaft und der Menge des zur Verfügung stehenden Impfstoffs ab. Das Impfzentrum in der Walzmühle hat eine Anfangskapazität von 220 Impfungen am Tag. Würden sich alle über 80-Jährigen impfen lassen, dann würde dies theoretisch etwa 49 Tage dauern, also sieben Wochen. Doch wie viele Senioren sich tatsächlich eine Spritze setzen lassen werden, weiß niemand. Auch wann zusätzliche Impfstoffe vor Ort in Ludwigshafen eingesetzt werden können, ist noch unklar. „Die Bereitschaft fürs Impfen ist bei den Senioren jedenfalls sehr hoch“, berichtet Birgitta Scheib vom Seniorenrat. Zum nicht öffentlichen Auftakt am Donnerstag wurden laut Stadt rund 150 Menschen geimpft. „Ich bin zuversichtlich, dass wir dieses Impfangebot nun Zug um Zug weiter ausbauen können“, erklärte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) anschließend. Weitere Infos will die Stadtspitze am Freitag bekanntgeben.