Ludwigshafen Wenn nachts der Atem stockt

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Mutterstadt

. 120 Atemstillstände in rund sieben Stunden, teilweise bis zu 30 Sekunden lang. Diagnose: Schlafapnoe. 2004 war Birgit Schmitt wegen ihrer nächtlichen Atemaussetzer bei der Hausärztin. „Mein Mann hat schon lange gesagt, dass ich die Luft anhalte und dann stoßweise ausatme“, erzählt sie. Ihre Ärztin hat sie prompt zum Lungenfacharzt überwiesen. Bei einem Aufenthalt im Krankenhaus folgte dann die Schlafüberwachung – und die Auswertung mit erschreckendem Ergebnis. Zu diesem Zeitpunkt habe sie schon länger unter den Folgeerscheinungen gelitten, zu denen Konzentrationsschwäche, Bluthochdruck, Reflux, Diabetes und Herzleiden gehören können. Verursacht wird die Krankheit durch eine Verengung der Atemwege. Aber auch Kieferfehlstellungen und Übergewicht können den Atemwiderstand verstärken. Reicht die Kraft der Muskeln nicht aus, kommt es zu den Atemaussetzern. Die werden klassisch über eine Atemmaske – entweder nur über der Nase liegend oder in Vollgesicht-Variante – therapiert. Sie ist an ein Gerät angeschlossen, dass mit Überdruck arbeitet. Die Raumluft wird über einen Schlauch an den Patienten weitergegeben. So wird der Kopf bei Atemaussetzern ausreichend mit Sauerstoff versorgt. „Die Atemwege werden frei. Den Stillstand unterdrückt es aber nicht“, sagt die Mutterstadterin. Kaum stand die Diagnose fest, fing Birgit Schmitts Arbeit an. „Meine Hausärztin hat mich gefragt, ob ich nicht eine Selbsthilfegruppe gründen möchte.“ Und sie mochte, auch weil sie mehr darüber wissen wollte, was nachts mit ihr passierte, verstehen wollte, wie es dazu kommt, was hilft und wie es mit der Krankheit weitergehen wird. Noch im selben Jahr hat die Mutterstadterin alles unter Dach und Fach gebracht und den Verein gegründet. „Wir sind mit sieben Leuten gestartet. Heute sind wir 77 Leute aus der ganzen Region.“ Bei den regelmäßigen Treffen geht es nicht nur um den Austausch, sondern Schmitt und ihre Mitstreiter laden immer wieder Referenten zu unterschiedlichen Themen ein. Dabei geht es nicht nur um das Thema Schlafapnoe, sondern um Gesundheit im Allgemeinen. Das ist auch bei der Gesundheitsmesse so, die der Verein alle zwei Jahre auf die Beine stellt. Die nächste steht 2017 an. „Wir bieten natürlich Informationen rund um die Schlafapnoe, wollen aber auch allen anderen Informationen bieten“, sagt die 56-Jährige. „Wir haben fünf bis sieben Referenten und viele regionale Firmen vor Ort.“ Birgit Schmitt ist es wichtig, Gesundheitswissen zu vermitteln. „Ich habe durch die Vorträge ja auch viel gelernt“, sagt sie. Zum Beispiel zur sogenannten Schlafhygiene. „Wenn ich nicht einschlafen kann, bleibe ich nicht im Bett liegen, sondern stehe wieder auf“, erzählt die Mutterstadterin. „Ich setze mich vor den Fernseher. Das hilft mir, um müde zu werden. Erst wenn ich müde bin, gehe ich wieder ins Bett und schlafe dann auch direkt ein.“ Dass, was Schlafhygiene bewirken soll, nämlich gut zu schlafen und morgens ausgeruht aufzustehen, das verhindert bei Schlafapnoe-Betroffenen die Krankheit. „Viele, die nicht eingestellt sind, werden bei mehr Schlaf müder, weil es kein erholsamer Schlaf ist.“ Mit Maske sei zumindest ein erholsamer Schlaf möglich, sagt Birgit Schmitt. Wenn man sie nicht nachts auszieht. „Ich mache das manchmal, ohne es zu merken. Was soll ich da tun? Da kann ich nichts gegen machen. Dabei geht es mir ja besser, wenn ich nachts die Maske anhabe.“ Viele Betroffene hätten anfangs Probleme mit den Masken. Auch dafür sei die Gruppe da. Birgit Schmitt berät auch gerne mal außerhalb der Treffen. „Meist werden die Patienten diagnostiziert und sind dann allein“, sagt sie. „Viele kommen mit den Masken nicht zurecht, haben Beklemmungen mit der Maske und verlieren den Mut.“ Dabei sei das Tragen der Maske wichtig, um die Folgeerscheinungen zu bekämpfen. „Die Leute leiden oft schon 15 bis 20 Jahre unter der Krankheit – ohne es zu wissen.“ Die Lebensqualität steige mit der Maske wieder. Birgit Schmitt ist froh, dass die Mediziner heute sensibilisiert sind für das Thema Schlafapnoe. Damals, als die Krankheit bei ihr diagnostiziert wurde, sei sie noch recht unbekannt gewesen. Heute könnte schneller geholfen werden. „Die Krankheit ist ziemlich verbreitet“ „Ich war lange Zeit die Jüngste in der Gruppe, aber das hat sich inzwischen geändert.“

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