Ludwigshafen „Wenn ich will, dann schaffe ich das!“

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Frauen und Männer aus Syrien, Somalia, Ägypten und anderen Ländern drängen sich im Foyer des Pfalzbaus in Ludwigshafen. Das Interesse an der Jobmesse für Flüchtlinge ist groß. Nur noch übertroffen von der Motivation der Suchenden.

Auf Zetteln an der Wand ist zu lesen, was man so alles können sollte als Arbeitnehmer: Planungsfähigkeit, Problemlösefähigkeit, Kommunikationsfähigkeit. Schwierige Worte sind das. Gleichzeitig trifft man Menschen wie die 30-jährige Selamawi Asgodom. Sie berichtet, was man so alles erlebt hat als Flüchtling: Eritrea, Sudan, durch die Sahara, Libyen, dann Mittelmeer. Drei Tage auf einem Boot im Wasser. Italien. Dann weiter. So sei sie vor knapp zwei Jahren nach Deutschland gekommen, habe in Eritrea in einem Internet-Café gearbeitet und sucht jetzt hier eine Arbeit. Wir unterhalten uns auf Englisch. Doch viele, die man hier trifft, können bereits gut Deutsch. Etwa Salad Ismael Abdiqani aus Somalia, der Automechaniker werden möchte, oder Üd Arab, ebenfalls aus Somalia, der auf einen Ausbildungsplatz in der Transportlogistik hofft. Es fällt auf, dass viele hier genau wissen, in welchem Bereich sie arbeiten möchten. Zielstrebig scheint das, und sehr motiviert. Vor Kurzem hat Arab seine Führerscheinprüfung in Deutschland bestanden, will nun den Lkw-Führerschein anschließen, mit einem Ziel: „Ich möchte arbeiten!“ Dieser Satz fällt oft in den Gesprächen mit Messebesuchern. Auch die Aussteller bestätigen: Wer hier hinkommt, ist interessiert. Dass das alleine jedoch nicht reicht, erklärt etwa Christin Steinz von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Pfalz an ihrem Stand. „Am liebsten möchten die Leute direkt ein Praktikum oder einen Ausbildungsplatz bekommen“, sagt sie. Oft sei jedoch die Sprache ein Problem, oder es sei schwierig, Qualifikationen aus dem Heimatland in Deutschland anerkennen zu lassen. Um andere Herausforderungen geht es beim Bewerbungsmappen-Check des Arbeitskreises für Aus- und Weiterbildung. Für die Flüchtlinge ist es nicht einfach zu wissen, was Unternehmen in Deutschland in einem Lebenslauf und Motivationsschreiben lesen wollen und wie beides formal aufgebaut sein sollte. 2000 Menschen hatte die Arbeitsagentur zur Messe in den Pfalzbau eingeladen, sogar etwas mehr, etwa 2300, sind gekommen. Um den Geflüchteten den Einstieg in Beruf und Gesellschaft auch in Zukunft leichter zu machen, gibt es nun die Kooperationsvereinbarung „Drehscheibe Integration“. Unterschrieben haben diese gestern die Städte Frankenthal, Ludwigshafen, Speyer, der Rhein-Pfalz-Kreis, die Handwerkskammer der Pfalz, die IHK Pfalz, das Jobcenter Vorderpfalz-Ludwigshafen und die Agentur für Arbeit. Damit wollen die Unterzeichner sicherstellen, noch enger zusammenzuarbeiten. Eine, die ihren beruflichen Einstieg gefunden hat, ist Sara Abader. Seit November macht die 21-Jährige Ägypterin ein Freiwilliges Soziales Jahr bei den Maltesern. Bei der Jobmesse ist der Stand ihres Arbeitgebers gut besucht – sicher auch, weil Abader ins Arabische übersetzen kann. Beinahe ununterbrochen beantwortet sie am Vormittag Fragen über ihren Job. Viele Flüchtlinge müssten lange auf eine Arbeitserlaubnis warten, berichtet Abader aus ihren Gesprächen. Sie lebt seit zweieinhalb Jahren in Deutschland. War die Arbeitssuche für sie schwierig? Abader lächelt. „Wenn ich will, dann schaffe ich das!“, habe sie sich gesagt.

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