Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Wenn aus Werfern Läufer werden

Einer der Unerschrockenen: Kevin Gerber von der HSG Dudenhofen/Schifferstadt.
Einer der Unerschrockenen: Kevin Gerber von der HSG Dudenhofen/Schifferstadt.

Nach der Corona bedingten Pause und der inzwischen endgültig abgesetzten Spielrunde 2020/21, dem fehlenden gemeinsamen Training sowie geschlossenen Fitnessstudios hat sich David Oetzel, Trainer des Handball-Pfalzligisten HSG Dudenhofen/Schifferstadt einen Wettkampf der etwas anderen Art einfallen lassen.

„Ursprünglich hatten wir den Jungs einen Trainingsplan mit zwei wöchentlichen Laufeinheiten und einem von Fitnesscoach Walter Klein ausgearbeiteten Krafttraining zum Home-Training an die Hand gegeben“, berichtet Coach Oetzel: „Nach etwa drei Monaten stellte ich fest, dass die Motivation zunehmend schwindet. Ich musste mir ein System überlegen, wie unter Corona-Bedingungen ein motivierendes Training wieder möglich wird. Ich kam dann auf die Idee einer Lauf-Challenge, um Bereitschaft und Spaß beim 17-köpfigen Team wieder zurückzugewinnen und zu erhöhen“, teilte Coach Oetzel im RHEINPFALZ-Gespräch mit.

Sein Plan: Die in drei Fünfergruppen eingeteilten Spieler sollen, innerhalb ihrer Gruppe, wegen der Corona-Vorgaben aber jeder für sich allein, beim Joggen auf selbst ausgewählten Strecken möglichst viele Kilometer zurückzulegen, um dabei nicht nur Ausdauer, sondern auch Antritt und Schnelligkeit zu üben.

Mit seiner Challenge-App könne er jeden Schritt seiner Truppe überprüfen und so die gelaufene Strecke sowie die Geschwindigkeit im Auge behalten und überwachen, erzählt Oetzel. „Selbst wenn sie einmal stehen bleiben, kann ich das erkennen.“ In der ersten Drei-Wochen-Serie legten die Teilnehmer nach Mitteilung des Trainers insgesamt 1250 Kilometer zurück – mit wöchentlichen Zwischenergebnissen und der jeweiligen Ehrung der besten Laufgruppe. Dominik Selinger mit mehr als 150 Kilometern erwies sich als der fleißigste Läufer, David Kolb und Erik Schopp als die Schnellsten.

Belohnung soll Ehrgeiz wecken

Der besondere Dank Oetzels gilt Daniel Rhein, dem früheren Co-Trainer, der den Ehrgeiz zusätzlich mit einer Belohnung anstachelte. Mit Wiederbeginn eines gemeinsamen geordneten Trainingsbetriebes dürften die Verlierer ein Kabinenfest organisieren, berichtet Oetzel lächelnd.

Nach einer Regenerationspause von einer Woche ging’s vor zwei Wochen in die zweite Drei-Wochen-Serie mit neu zusammengestellten Gruppen. „Ich bin überrascht, wie super motiviert die Jungs die Challenge angenommen haben. Auch von zeitweise schlechtem Wetter haben sie sich nicht abschrecken lassen“, berichtet der Coach. Er ergänzt: „Es bleibt spannend, welches Team am Ende die Nase vorne hat.“ Alle vermissten natürlich die gemeinsamen persönlichen Treffen.

Für die Spielrunde 2021/2022 bleibt Oetzel Trainer. Er schaue von Jahr zu Jahr, meinte der 26-Jährige, der für sich noch nicht endgültig entschieden habe, ob er nicht doch nochmals zur eigenen aktiven Laufbahn zurückkehre. Als Übungsleiter sieht er eine wichtige Aufgabe vor allem in der Spaßvermittlung. „Spaß geht mit dem Erfolg einher, und Erfolg kommt aus der Einstellung“, lautet seine Philosophie. Der pfälzische Handballverband erklärte die laufende Saison nach zwei ausgetragenen Begegnungen und einer mehrmonatigen Spielpause nun ohne Auf- sowie Absteiger für endgültig beendet.

Zur Person

David Oetzel

Der Student für das Lehramt an der Universität in Landau lebt mit seiner Freundin in Schwetzingen. David Oetzel kam am 6. März 1994 in Germersheim zur Welt. Der Handballsport genießt in seinem bisherigen Leben Vorrang. Mit 14 wechselte er zur TSG Friesenheim und schloss sich, nachdem er dort weitere Jugendmannschaften durchlief, der TSG Haßloch an. Schwere Schulterverletzungen zwangen ihn mit zahlreichen Reha-Phasen zu einer zweijährigen Pause. Es folgten Gastspiele bei Drittligist SV 64 Zweibrücken und Oberligist VTV Mundenheim. Seit 2019 pausiert Oetzel wegen erneut auftretender Schwierigkeiten. 2018 coachte Oetzel die A-Jugend der HSG, seit 2020 die erste Herrenmannschaft.

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