Ludwigshafen „Wenn alle da sind, steckt viel Potenzial im Team“

Ja, es kribbelt. Aber, was sich die letzten 24 Stunden ergeben hat, ist nicht so erfreulich. Wir haben nämlich großes Verletzungspech. Wer hat denn Ihre Planungen über den Haufen geworfen? Jean-Marc Werner, ein großes deutsches Talent, hat mir am Donnerstag mitgeteilt, dass er diese Saison nicht spielen darf. Er hatte eine Untersuchung, bei der sich herausgestellt hat, dass er eine Handgelenksverletzung hat und bis Ende August nicht spielen darf. Ihn hätten wir aber so gerne vorgestellt und auch in die ein oder andere Aufgabe mit eingebunden. Außerdem fehlt René Schulte zunächst. Er hat Lernstress und schreibt kommende Woche drei Prüfungen. Dann wurde Vincent Schneider vor zwei Wochen eine Zyste in der Hüfte operativ entfernt. Er fängt jetzt wieder an, braucht aber Zeit. Er spielt jetzt erst einmal zwei Turniere und dann werden wir sehen, wie belastbar er ist. Wenn wir schon bei Vincent Schneider sind. Er studiert in den USA und spielt ITF-Turniere. Welchen Weg wird Vincent künftig gehen? Er wird seinen Bachelor in den USA machen und danach wohl intensiver Turniere spielen. Er kam ja beim ITF-Turnier in Trier bis ins Viertelfinale und hatte auch in Los Angeles gepunktet. Er wird nun in der Weltrangliste geführt. Zurück zu Ihrem Team: In der Mannschaft stehen sechs Ausländer. Da werden wohl alle oder die meisten spielen müssen, oder nicht? Nun, wir planen mit unserem Spanier Marc Giner für fünf Spiele, Julien Obry für vier Partien. Dann wird auch Alexander Sadecky spielen. Er hat sich in der zweiten Mannschaft bewährt. Hinzu kommen Ruben Weber, Sebastian Heim und Steffen Neutert. Dann darf aber nicht mehr viel passieren. Haben Sie mehr Geld zur Verfügung, weil der Verein so viele „Legionäre“ verpflichtet hat? Wir haben erst einmal für das erste Wochenende geplant. Dann sehen wir weiter. René Schulte wird diese Runde noch spielen können, und ich rechne auch damit, dass Vincent Schneider spielen kann. Dann sieht alles wieder anders aus. Es ist also nicht eine neue Philosophie des Vereins, auf ausländische Spieler zu setzen? Es hieß ja in der Vergangenheit, auf den eigenen Nachwuchs zu bauen. Das ist eine Notsituation. Das wird jeder nachvollziehen können. Wir wollen auf alle Fälle mittelfristig zwei ausländische Spieler und fünf eigene Akteure im Team aufbieten. Die Regionalliga-Herren sind ein eingeschworenes Team, das auch neben dem Platz viel unternommen hat. Geht das durch die neue Zusammensetzung nicht verloren? Definitiv nicht. Die Ausfälle, die nun eingetreten sind, sind Dinge, die wir nicht beeinflussen konnten. Die Mannschaft ist aber gefestigt genug. Wie gefestigt ist sie denn? So sehr, dass der Klassenverbleib eher ein Minimalziel ist? Nach dem derzeitigen Stand müssen wir schauen, dass wir so schnell wie möglich, viele Punkte holen. Aber wenn alle da sind, dann steckt viel Potenzial in der Mannschaft. Wir wollen zunächst einmal in der Liga ankommen und haben auch deshalb keine höheren Ziele gesetzt. Wen zählen Sie zu den Favoriten in Ihrer Gruppe? Rüsselsheim, Geroksruhe und Stuttgart. Es ist Ihre erste Saison als Cheftrainer der BASF-TC-Herren. Worauf haben Sie Wert gelegt bei der Kaderzusammenstellung? Vorneweg. Es war ja der Wunsch der Mannschaft, dass ich sie als Trainer betreue. Die meisten Spieler waren bei mir im Verbandstraining. Es war aber vorgesehen gewesen, dass Roger Langknecht und ich es gemeinsam tun. Ich habe jedenfalls Wert darauf gelegt, dass ich Spieler in der Mannschaft habe, die ich auch unter der Woche trainieren kann. Am Kader hat sich auch nicht viel geändert. Einzige Neuverpflichtung ist Marc Giner. Den habe ich persönlich verpflichtet. Er wurde mir von den Kollegen aus Lyon empfohlen. Giner gehört dem Babolat International Team an. Babolat ist einer unserer großen Sponsoren. Da kam die Verbindung her. Auf alle Fälle soll Giner ein guter Spieler sein, der Potenzial haben soll, unter die besten 100 Spieler in der Welt zu kommen.