Ludwigshafen
Weniger Autos, mehr Platz für Radfahrer
Die Ziele der Verwaltung für die Bereiche Mobilität, Grünflächen und Plätze seien denen des von BUND und VCD Ludwigshafen vorgelegten Verkehrskonzepts für die Stadtteile Mitte und Süd sehr ähnlich, erklärt der VCD in einer Pressemitteilung zum neuen Ludwigshafener City-Entwicklungskonzept. Die Umweltverbände hatten mehr Flächen und Plätze für Menschen und Grün gefordert und bessere Bedingungen für Fuß- und Radverkehr. Die Fußgängerzonen sollen bestehen bleiben. Insgesamt sei eine geringere Anzahl an Autos angestrebt. Erreicht werden soll das mit der Förderung von Fuß- und Radverkehr, öffentlichem Verkehr und Car-Sharing. Freiwerdende Flächen sollen begrünt oder den Bürgern in Form von Plätzen mit hoher Aufenthaltsqualität zurückgegeben werden.
Das von der Stadtverwaltung vorgelegte Integrierte Stadtentwicklungskonzept nennt laut VCD ähnliche Ziele: Superblocks mit Reduzierung des Durchgangsverkehrs, Aufwertung von Grünflächen und Plätzen, die Vernetzung von Grünräumen und mehr Fuß- und Radverkehr. Parkende Autos von Besuchern und Pendlern sollen vermehrt aus den Straßen herausgenommen werden und in Parkhäusern stehen, und alle Parkplätze im öffentlichen Raum sollen bewirtschaftet werden.
Kein Radverkehr in der Fußgängerzone
Kritik übt der VCD daran, dass die Pläne der Verwaltung zu vage formuliert seien. So fehle zum Beispiel der Begriff Fußgängerzone, stattdessen werde von „Nachbarschaftsboulevard“ gesprochen. Es bleibe unklar, ob dort Autos parken können. Außerdem lehnt der VCD Radverkehr in den Fußgängerzonen ab. „Der Fußverkehr als umweltfreundlichste Verkehrsart hat es verdient, gestärkt zu werden. Das tut man nicht, indem man Flächen von Fußgängern für den Radverkehr wegnimmt“, erklärt Vorsitzender Helmut Buchholz. „Wer Autoverkehr und Stellflächen ernsthaft reduziert, schafft damit genügend Flächen für sicheren Radverkehr“, meint er.
Was nach Ansicht des VCD ebenfalls zu kurz kommt, seien konkrete Aussagen zur Vernetzung der Fuß- und Radwege zu den Nachbarstadtteilen Süd und Nord und Aussagen dazu, ob Autos dort fahren dürfen oder nicht. Die Planungen für die Helmut-Kohl-Allee im Planfeststellungsverfahren bemängelt der VCD wegen der Benachteiligung des Fuß- und Radverkehrs.
Kontrollen für Stellplatz-Bewirtschaftung
Unterdessen begrüßt der Verkehrsverband die geplante Bewirtschaftung aller Stellplätze. Er merkt aber an, dass sich das in der Theorie zwar gut anhöre, in der Praxis aber auch umgesetzt werden müsse. Die Stadt habe erst kürzlich erklärt, dass sie die Fußgängerzonen mit dem vorhandenen Personal nicht kontrollieren könne, was man täglich in Augenschein nehmen könne. „Wie muss man sich dann eine Bewirtschaftung aller Parkplätze vorstellen?“, fragt VCD-Vorstand Dieter Netter. „Werden am Ende nur die Anständigen zahlen, und der Rest kann sich auf ausbleibende Kontrollen verlassen?“
Nicht zuletzt werde die Umsetzung des Konzepts von den Fortschritten bei der Herstellung des Ersatzes für die Hochstraßen Süd und Nord abhängig gemacht, die nach Meinung des VCD überdimensioniert geplant seien für eine Mobilität der Zukunft, bei der viel mehr Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln und mit dem Rad mobil sein sollen.