Fussball
Welche Pläne der SV Waldhof Mannheim hat
„Hoffentlich bleibt das so“, sagte Marcel Seegert und blickte in Richtung des Himmels. „Heute war es bewölkt, das war gut so“, sagte der Kapitän des SV Waldhof und erinnerte sich an die tropische Hitze, die bis zum Wochenende noch über Mannheim und der Region lag. Zu hohe Temperaturen wünschen sich die Fußballer des SV Waldhof in den kommenden Wochen nicht, denn schweißtreibend wird es demnächst auch ohne quälende Sonnenstrahlen. Am Montag startete die Vorbereitung des Drittligisten, der nach den Plätzen neun und acht in den zurückliegenden Spielzeiten tabellarisch vorwärtskommen möchte. Die Grundlagen werden jetzt gelegt – auf dem Trainingsplatz und im Büro des Sportlichen Leiters.
„Wir haben vier Top-Abgänge, die wir kompensieren müssen. Das ist uns bewusst“, sagte Patrick Glöckner nach der ersten Übungseinheit mit der Mannschaft. Der Trainer ist zufrieden mit den bisherigen Verpflichtungen von Marc Schnatterer (1. FC Heidenheim) und Fridolin Wagner (KFC Uerdingen), gleichzeitig weiß der Fußballlehrer, dass es in seinem Kader noch an Qualität fehlt. Vor allem im zentralen Bereich im Mittelfeld, wo die Waldhöfer Max Christiansen (SpVgg Greuther Fürth) und Marco Schuster (SC Paderborn) verloren haben, klafft noch eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Unruhig wirkte Glöckner gestern aber nicht. „Ich vertraue Jochen Kientz, dass er die richtigen Spieler findet“, sagte der Coach, fügte aber an: „Gerade auf diesen zentralen Positionen hilft es natürlich, wenn die Spieler frühzeitig zur Verfügung stehen.“
Es gilt, Abläufe zu automatisieren, ehe es in knapp fünf Wochen in der Liga losgeht. Immerhin 20 Akteure stehen derzeit schon unter Vertrag, von denen 17 am Montag mittrainierten. Gerrit Gohlke trainierte nach einer überstandenen Corona-Infektion nur leicht, Anton Donkor sowie Joseph Boyamba fehlten gänzlich, da sich beide wegen einer Infektion mit dem Covid-19-Erreger in Quarantäne befinden. Die Pandemie-Entspannung, die in den vergangenen Wochen in Deutschland spürbar wurde, hat einen Bogen um die Waldhöfer gemacht.
Erwartungen sind gestiegen
Davon ließen sich die Mannheimer die grundsätzlich gute Laune nicht verderben. Vermutlich liegt das auch daran, dass die Akteure keine klassische Vorbereitung mit vielen Dauerläufen im Wald erwartet. Sicher, die Grundlagen sollen in den kommenden Wochen gelegt werden, aber dabei soll es kein stures Konditionbolzen geben. „Wir gewöhnen die Jungs jetzt ein paar Einheiten wieder an den Umgang mit dem Ball, danach arbeiten wir an der defensiven Taktik und am Wochenende stehen auch offensiv ausgerichtete Inhalte auf dem Plan“, verriet Glöckner. Seine Spieler mussten im dreiwöchigen Urlaub ein paar Läufe zu absolvieren, um sich in eine ordentliche Verfassung zu bringen.
Die Erwartungen sind gestiegen, nach einem Jahr im Mittelfeld der Drittliga-Tabelle wollen sich die Waldhöfer wieder weiter nach oben orientieren. „Ich habe eine extreme Vorfreude“, sagte Kapitän Seegert – und meinte damit nicht nur die Rückkehr auf den Trainingsplatz, sondern auch die Aussichten auf die kommenden Monate. Mit den richtigen „Qualitätsspielern, die wir noch brauchen“ (Glöckner) fühlen sich die Blau-Schwarzen gut aufgestellt.