Ludwigshafen Weihnachten im Zirkuszelt

Manege frei: Tyron tritt schon mit sechs Jahren im Zirkus auf.
Manege frei: Tyron tritt schon mit sechs Jahren im Zirkus auf.

Nicht nur das Zirkuszelt ist schon fertig aufgebaut, die ersten Artisten sind bereits unterwegs, und auch der Weihnachtsbaum im Foyer steht bereits. Er ist prachtvoll geschmückt mit roten Kugeln, mit Schleifen und einer Lichterkette. „Den Stern wollte eigentlich ich drauf setzen“, sagt Tyron Riedesel. „Aber ich durfte nicht.“ Der Sechsjährige ist stolzer Teil der Zirkusfamilie. Seine Oma Rita Riedesel, Seniorchefin der Zirkusbande, lacht. „Noch nicht, da hat die Mama noch Angst. Aber warte mal, bis du am Trapez hängst, dann darfst du auch den Stern aufhängen“, ist sie sich sicher. Seit vergangenem Jahr tritt Tyron in der Manege auf – als Picolo, jüngster Clown Europas. Menschen reinzulegen, ist seine große Leidenschaft. Was ihm am besten an seinem Job im Zirkus gefällt: „Wenn die Kinder bei meinem Auftritt lachen“, erzählt er. Gerade besucht er die erste Klasse – weil er ja zur Schule muss. „Ich will lieber Clown spielen, als in die Schule gehen“, gibt er zu. Nach der Schule etwas anderes zu werden als Zirkusclown, kann er sich nicht vorstellen. Darin blüht er auf: Am Anfang des Gesprächs ist Tyron noch sehr zurückhaltend und aufgeregt, weil er jetzt in die Zeitung kommt. Als er aber den Weg zum Zelt zeigen darf, rennt er voller Elan los. Um noch ein Foto zu machen, will er sich schnell umziehen. „Mein Kostüm hängt immer bereit – für den Notfall“, ruft er noch, während er das Zelt schon wieder verlassen hat. Oma Rita und Gerd Hübner, Pressesprecher des Zirkus, können sich das Lachen nicht verkneifen. Wieder zurück, voll kostümiert und geschminkt, ist Tyron als Picolo in seinem Element. Er wuselt durch das Zelt, zeigt die Weihnachtsdeko, die Spielsachen der Zirkuskinder und macht seine Scherze. Sogar an Weihnachten im Zirkus zu sein, ist für Tyron und die 15 Artisten normal. „Für uns ist das ja ein traditionelles Weihnachten“, sagt Hübner. Nach der Vorstellung an Heiligabend kommen alle im Vorzelt zusammen. „Jeder bringt etwas zu essen mit, und wir feiern gemeinsam“, erzählt Rita Riedesel. Dass die Artisten sich teilweise noch nicht lange kennen, sei kein Problem: „Wir sind wie eine große Familie über alle Nationalitäten hinweg“, sagt Hübner. „Es haben alle viel zu erzählen von ihren Familien und unterschiedlichen Weihnachtstraditionen“, zeigt sich Riedesel begeistert. Für ihre Familie fühle sich der Weihnachtscircus ohnehin ein bisschen so an, wie nach Hause zu kommen. Seit 16 Jahren sind sie jedes an Weihnachten in Ludwigshafen: „Ich bin hier mehr zu Hause als dort, wo ich herkomme“, meint sie. Zwei ihrer Enkel seien im Klinikum geboren. Auch das schaffe eine heimische Verbindung zur Stadt. Freuen können sich die Zirkusbesucher auf ein abwechslungsreiches Programm. Stolz erzählen Hübner und Riedesel von den Artisten, die sie für dieses Jahr engagiert haben. Das Trio Stoichev aus der Schweiz zeigt Motorradstunts in einer fünf Meter hohen und breiten Stahlkugel. „Das ist ziemlich gefährlich, aber sehr spannend“, meint er. Jedes Jahr wollen sie noch „einen drauf setzen“. Auch die Nummer von Vater und Sohn auf dem sogenannten Todesrad sei eine echte Attraktion, genauso wie eine echte Liebesgeschichte an den Vertikalseilen. „Ein Ort für die ganze Familie“ – das sei der Weihnachtscircus mit den Stunts, Tieren und Clowns, da sind sich die beiden einig. Noch Fragen? Vorstellungen vom 22. Dezember bis 2. Januar. Beim Heiligabend-Special, 14 Uhr, haben Kinder freien Eintritt. Weitere Informationen im Netz unter www.ludwigshafener-weihnachtscircus.de. Unter der Internetadresse sind die Vorstellungstermine und Eintrittspreise zu finden.

Alle Jahre wieder: das Zirkuszelt auf dem Vorplatz der Eberthalle.
Alle Jahre wieder: das Zirkuszelt auf dem Vorplatz der Eberthalle.
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