Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Wechsel im Heinrich-Pesch-Haus: Pater Spermann verlässt Ludwigshafen

Hat in zehn Jahren viel bewegt: Johann Spermann. Foto: HPH
Hat in zehn Jahren viel bewegt: Johann Spermann.

Im Heinrich-Pesch-Hauses (HPH) wird es an der Spitze einen Wechsel geben: Pater Johann Spermann wird Ludwigshafen verlassen und in München eine neue Aufgabe für den Jesuitenorden übernehmen. Sein Nachfolger wird Pater Tobias Zimmermann.

Wie eine Sprecherin der katholischen Bildungseinrichtung weiter mitteilte, wird der Wechsel Ende September vollzogen. Spermann (52) ist seit Herbst 2009 Direktor des Pesch-Hauses und hat die Einrichtung nach einer existenziellen Krise wieder in die Erfolgsspur geführt. Der Jesuitenpater hat sich außerdem für das Projekt Pesch-Siedlung eingesetzt – ein Wohnquartier, das auf kirchlichem Gelände gebaut werden soll. Über 500 Wohnungen für Menschen aus allen Bevölkerungs- und Einkommensschichten sollen dort entstehen. Der soziale Gedanke und das Miteinander stehen dabei im Vordergrund. Das Pesch-Haus soll das Zentrum der neuen Siedlung werden. Auch eine Kita und ein Gemeinschaftshaus für die Bewohner sind geplant. Der Baustart ist für 2021 vorgesehen.

„Jesuiten sind Wanderer – sie wechseln alle sechs bis zehn Jahre den Standort und das Aufgabengebiet“, hieß es zur Begründung des Wechsels im HPH. Spermann wird künftig als Ökonom der Deutschen Provinz der Jesuiten tätig sein, ist damit der Finanzchef für den deutschen Zweig des Jesuitenordens.

Der Nachfolger kommt aus Berlin

Das Pesch-Haus übernimmt Pater Tobias Zimmermann (52), der seit 2003 am Canisius-Kolleg in Berlin tätig war, zunächst als Schulseelsorger, ab 2011 als Rektor. Die Ludwigshafener Einrichtung ist die katholische Akademie im Rhein-Neckar-Raum. Neben religiösen Veranstaltungen gibt es auch Vorträge zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie ein Familienbildungsprogramm. Das Pesch-Haus verfügt auch über ein Hotel und Tagungsräume. 60 Einzel- und 18 Doppelzimmer stehen für Übernachtungen bereit.

Nachdem das Bistum Speyer 2010 seine Zuschüsse mehr als halbiert hatte, war zeitweise über eine Schließung des Hauses geredet worden. Das Hotel schrieb rote Zahlen. Die Träger des Hauses – Diözese Speyer, Jesuitenorden und katholische Kirchengemeinden Ludwigshafen und Mannheim – schlossen auch eine Verlegung der Akademie in die Innenstadt in deutlich verschlankter Form nicht aus.

Vor Schließung bewahrt

Pater Spermann gelang es, das Haus wirtschaftlicher zu führen und Geld für eine Modernisierung von der Diözese zu bekommen. Nicht zuletzt Spermann und seiner Stellvertreterin Ulrike Gentner ist es zu verdanken, dass sich das HPH halten konnte. Das Hotel und die Tagungsräume wurden grundlegend renoviert. Viel Geld floss auch in den Brandschutz des Hauses. Eine Stiftung wurde gegründet, die das umfangreiche Bildungsprogramm mitfinanziert. Die Folge: Die Anzahl der Seminare, Workshops, Konferenzen und Vorträge sowie die Gästezahlen im Hotel sind deutlich nach oben gegangen.

Tritt die Nachfolge an: Pater Tobias Zimmermann. Foto: SambalR
Tritt die Nachfolge an: Pater Tobias Zimmermann.
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