Umfrage zu Corona
Was Menschen über bevorstehende Lockerungen denken
Kein Urlaub geplant
„Ich finde es super, dass wir zumindest im Freien keine Maske mehr brauchen“, sagt Kai Soedebjo. Insgesamt weiß der 38-Jährige aber nicht, was er von den angekündigten Lockerungen halten soll. „Gerade wenn man hört, wie es um die neue Delta-Welle steht.“ Auch deshalb hat er für dieses Jahr noch keinen Urlaub geplant. Dafür verfolgt er die Vorgänge im Ludwigshafener Klinikum. „Ich kann einerseits eine Impfpflicht in diesem Bereich verstehen. Andererseits halte ich es für schwierig, wenn ein Arbeitgeber darüber entscheidet.“
Pandemie legt Probleme offen
Alexander Wilhelm ist 35 und hält die angekündigten Lockerungen angesichts der Inzidenzzahlen für angemessen. „Aber Vernunft und Verhalten jedes Einzelnen spielen weiterhin die größte Rolle.“ Und genau hier sieht er in der Zwischenzeit ein Problem. „Viele sind einfach müde.“ Eine Mitschuld daran sieht er in der Politik. „Die muss Einschränkungen gut begründen.“ Vieles davon laufe über Bildung und Erziehung. Urlaub außerhalb Deutschlands hat er in diesem Jahr nicht geplant, und er vermeidet auch öffentliche Verkehrsmittel. „Ich will gar nicht wissen, womit man sich da schon vor Corona alles angesteckt hat.“ Er ist der Überzeugung, dass man sich mit den einfachen Abstands- und Hygieneregeln gut schützen kann. „Aber die Pandemie legt die Probleme der Gesellschaft wie mit einem Brennglas offen. „Mit Drohungen von Seiten der Politik erreicht man die Leute nicht“, sagt er.
Geht alles zu schnell
Andrea Obry, 57, sieht die angekündigten Öffnungsschritte kritisch. „Ich finde, das geht alles ein wenig zu schnell.“ Gerade eine Lockerung in Sachen Maskenpflicht hält sie für verfrüht. Auch in Sachen Testpflicht geht sie lieber auf Nummer sicher: „Wir wollen heute Nacht noch in den Urlaub fliegen. Eigentlich ist auf Mallorca aktuell kein negativer Test vorgeschrieben, aber wir haben trotzdem jetzt noch einen gemacht“, sagte sie am Montag. In Sachen Impfpflicht hat sie eine eindeutige Meinung: „Ja, ich bin geimpft. Aber das ist letztlich meine Sache, was ich in meinen Körper spritzen lasse.“ Sie glaubt allerdings, dass es letztlich zu einer „indirekten Impfpflicht“ kommen wird. „Das sieht man ja jetzt schon.“
Sehe das zwiegespalten
„Ich bin geimpft, aber ich sehe das alles zwiegespalten“, sagte Kerstin Krause, 54. Letztlich müsse jeder selbst wissen, ob er sich dafür oder dagegen entscheide, sagte sie auch mit Blick auf das Klinikum. Auch Auslandsurlaube würde sie in der aktuellen Situation eher vermeiden. „Es gibt so viele schöne Ecken hier in Deutschland.“ Was sie von den Warnungen vor der kommenden Delta-Welle halten soll, ist ihr hingegen noch nicht ganz klar. „Da weiß man nie so genau, was man da liest oder hört.“
Zur Familie nach Polen
„Man weiß nie, was als Nächstes kommt“, meint Rosa Renata. Die 57-Jährige stammt aus Polen und will dorthin auch in diesem Jahr wieder zu ihrer Familie in Urlaub fahren. Die kommenden Erleichterungen findet sie gut, „aber die Maske muss eben sein“. Insgesamt hat sie eine eher pragmatische Einstellung: „Corona ist alles normal.“ Was genau sie damit ausdrücken will, bleibt ihr Geheimnis.
Weiter vorsichtig sein
Ulrike Gerriets, 65, glaubt, dass weitere Fortschritte im Kampf gegen die Pandemie nur über eine bessere Information der Mitbürger mit Migrationshintergrund erzielt werden können. „Da kann und muss einfach mehr passieren.“ Sie findet es außerdem gut, dass es für Nicht-Geimpfte in vielen Bereichen weiterhin eine Testpflicht gibt. „Gerade mit Blick auf die Delta-Variante müssen wir weiterhin vorsichtig sein.“ Sie selbst fühle sich insgesamt eigentlich sicher, vermeidet Menschenansammlungen etwa in Flugzeugen oder auch im Nahverkehr. Dabei fällt ihr der Verzicht auf Flugreisen schwerer. „Ich würde gerne wieder in die USA oder nach Kanada fliegen, aber ich glaube nicht, dass man die Hygienevorgaben in einem Flugzeug tatsächlich umsetzen kann.“