Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Was hinter dem Projekt „Sportsfreunde“ steckt

Kinder in Bewegung bringen – auch darum geht es.
Kinder in Bewegung bringen – auch darum geht es.

Sie heißen Larissa, Marco oder Erol – und die meisten von ihnen hatten vor dem Übungstag am Mittwoch in der Sporthalle der Oggersheimer Langgewann-Grundschule noch nie Kontakt zu Handball. Das möchte das Projekt „Sportsfreunde“ ändern, Kinder für die Sportart begeistern und in die Vereine bringen.

Gemeinsam haben sich die Kooperationspartner Spielwohnung Oggersheim, der Verein für Jugendhilfe und TSG Friesenheim das Konzept der „Sportsfreunde“ ausgedacht. „Im Kern sind das die Übungen, die wir mit allen Handballanfängern machen“, erklärte Oliver Fischer, der am Mittwoch das Oberkommando der vier Übungsleiter für die jeweils zehn Jungs und zehn Mädchen hatte. „Die Kinder sind das Herzstück unseres Projekts, in dem es gemeinsam darum geht, Kindern und Jugendlichen benachteiligter gesellschaftlicher Gruppen den Zugang zum Vereinssport unabhängig von ihrer religiösen, kulturellen und sozialen Zugehörigkeit zu ermöglichen“, führte TSG-Handballabteilungsleiter Martin Fabian weiter aus. So werden die Kompetenzen der Kinder gestärkt und Perspektiven der gesellschaftlichen Integration durch den Sport aufgezeigt.

Gefördert von der BASF

Ein Konzept, das auch die BASF überzeugt hat, die das Projekt seit 2018 aus dem Fördertopf „Gemeinsam Neues schaffen“ unterstützt. Und das nicht nur finanziell, sondern auch organisatorisch durch Workshops sowie eine wissenschaftliche Begleitung durch den Lehrstuhl Corporate Social Responsibility („Soziale Verantwortung von Unternehmen“) an der Universität Mannheim.

„Wir fahren das gleiche Programm wie seit 2018“, fasste Fischer die Übungseinheiten für die 20 Kinder zusammen: Ballschule, Ballbehandlung, Bewegungsübungen. „Gerade in muslimischen Kulturen spielt Handball keine Rolle, und leider gilt das mittlerweile auch für den Schulsport hierzulande“, bedauerte der Koordinator. Aber erst einmal angefangen, springe der Funke schnell über. „Wir haben heute Kinder dabei, die waren auch schon im Oktober hier. Es hat ihnen offensichtlich Spaß gemacht“, war die logische Schlussfolgerung.

Dieses Mal ohne die „Eulen“

Diesen Spaß vermittelte neben Fischer auch Maurice Mohr, der bei der TSG seinen Bundesfreiwilligendienst ableistet und drei Mädchenmannschaften bei den Friesenheimern trainiert. Weitere Unterstützung durch die Friesenheimer gab es bei dieser Ausgabe nicht. „Wir hatten auch schon die Bundesligaspieler der Eulen dabei, aber das geht jetzt während der Pandemie leider nicht“, sagte Fischer.

Das zweite Ziel, die Kinder ab acht Jahren für den Vereinssport zu begeistern, funktionierte leider nicht so gut wie erhofft. „Hier in Oggersheim hat die TGO aktuell im Jugendbereich nur eine Mini-Mannschaft. Dafür ist unsere Zielgruppe zu alt. Und die Eltern hier haben nicht die Möglichkeit, ihre Kinder mehrmals in der Woche nach Friesenheim oder Mundenheim zu fahren“, sagte Fischer. Damit bleibt es zumindest bei einem sportlichen Ferientag in der Sporthalle der Langgewannschule.

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