Ludwigshafen
Warum sich bei Mirjam Gall alles um Pferde dreht
Mirjam Gall liebt die Vielseitigkeit des Reitens. Deshalb setzt die Studentin der Pferdewirtschaft nicht nur auf die Dressur. Inzwischen gehört sie zu den besten Reiterinnen der Working Equitation Deutschland. Dort müssen die Reiter mehrere Disziplinen bewältigen. In Neuhofen wurde das aber nicht von den Teilnehmern erwartet.
Bei Mirjam Gall dreht sich alles ums Pferd – so auch am Samstag beim klassischen Dressur-Turnier in Neuhofen. Die 22-Jährige, die auf dem Gestüt Pfalzblick in Hochdorf-Assenheim lebt, pendelte mehrfach zwischen beiden Orten. Gall, das älteste von vier Kindern einer reitsportbegeisterten Familie, war zweimal mit ihren beiden spanischen Zuchthengsten in der S-Dressur gemeldet. Zunächst mit ihrem zehn Jahre alten Notario und dann knapp drei Stunden später mit Guarijo, einem 16 Jahre alten Hengst. Das erforderte ein Maß an Logistik. Denn Gall musste Notario nach der Prüfung wieder aufs Gestüt bringen und dann mit dem anderen Hengst, Guarijo, wieder nach Neuhofen fahren. Den Stress nimmt die junge Frau in Kauf. Denn bei Galls dreht sich fast alles um Pferde. Die Pferde waren einer der Gründe, warum die Familie vor 15 Jahren von Wachenheim nach Hochdorf zog. Dort gründeten sie das Gestüt Pfalzblick. Mutter Andrea, eine promovierte Tierärztin, hat auf dem Gestüt ihre Praxis.
Mucksmäuschenstill in Halle
Die Familie war beim Reitturnier in Neuhofen mit dabei. Sie saß in der Halle des Reit- und Fahrvereins Neuhofen. Dort fand die S-Prüfung statt. Mucksmäuschenstill war es während der Wettbewerbe – zumindest auf den Rängen. Applaus spendeten die Zuschauer lediglich am Ende der Prüfung. Das hat die Dressur so an sich, um die Pferde während des Kontests nicht zu stören. Drei Richter beobachteten die Ritte in Neuhofen und vergaben je Lektion bis zu zehn Wertungspunkte.
Gall landet im Mittelfeld
Mirjam Gall wirkte keinesfalls nervös, als sie mit Notario ins Viereck kam. Nach knapp sechs Minuten fiel das Urteil: 65,714 Prozent aller Punkte wurden vergeben. Ein Ergebnis, mit dem Gall zunächst zufrieden war. Denn ihr Hengst hat noch nicht allzu viele Turniere bestritten. Außerdem war die Dressur in Neuhofen stark besetzt. Mit Guarijo hatte sie sich am Abend etwas mehr vorgenommen. Daraus wurde nichts. 65,675 Prozent lautete das Resultat. Gall belegte im 27 Teilnehmer starken Feld die Plätze elf und zwölf. „Ich hatte mir insgeheim etwas mehr erhofft, aber ich kann damit sehr gut leben. Es war ein schönes Turnier. Es hat wieder viel Spaß gemacht“, sagte die Studentin.
Seit vergangenem Jahr bei Equitation-Equipe dabei
Mirjam Gall ist seit vergangenem Jahr Mitglied der Working Equitation Deutschland. Bei einem Besuch der Reitermesse Equitana in Essen kam Gall zu dieser noch in Deutschland weniger bekannten Reitdisziplin. Dressur, Stil-Trail, Speed-Trail und Rinderarbeit gehören dazu. Den Sprung in diese vielseitige Disziplin hat Gall bislang nicht bereut.