Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Warum Restaurantbesucher auf den Rheinblick verzichten mussten

Die Götterbäume in der Böschung sind meterhoch.
Die Götterbäume in der Böschung sind meterhoch.

Das Restaurant Della Bona an der Rheinpromenade in Ludwigshafen lockt neben seiner italienischen Küche auch mit einem exklusiven Blick auf den Fluss. Doch der wurde zuletzt versperrt.

Das Ristorante zählt zu den Spitzen-Italienern in Ludwigshafen und zieht viele Gäste aus der Region an. Neben dem Speiseangebot punktet das Lokal auch mit der Lage am Rhein. Wer hier speist und ein Glas Wein trinkt, kann die Schiffe auf dem Fluss vorüberfahren sehen und blickt auf Mannheim. In der warmen Jahreszeit ist eine große Außenterrasse geöffnet, die über eine Überdachung und einen Windschutz mit transparenten Fenstern verfügt. So können die Gäste beim Essen das Treiben auf dem Fluss verfolgen. Eigentlich.

Denn in den vergangenen Wochen blickten die Besucher auf grünen Wildwuchs – Götterbäume, die sich auf der Uferböschung breitgemacht haben und die Rheinpromenade übermannshoch überragten. „Das geht doch nicht. Kann man das nicht zurückschneiden?“, fragte sich Patronin Maria Della Bona, die das Lokal im Gebäude des Ludwigshafener Ruderclubs gemeinsam mit Koch Romano Lujanschi betreibt. Einige Gäste hätten schon den versperrten Rheinblick moniert. Doch die Suche nach einem Verantwortlichen, der die Uferböschung mähen könnte, gestaltetet sich nicht einfach.

Zuständigkeit zunächst unklar

Die Gastronomen meldeten sich bei der Stadt. Doch da hieß es: „Wir sind nicht zuständig.“ Maria Della Bona wandte sich deshalb an die RHEINPFALZ. Nach etwas Recherche konnte geklärt werden: Für die Uferböschungen entlang der Rheinpromenade sind die Hafenbetriebe Ludwigshafen zuständig. Prokurist Robert Arndt versprach schnelle Abhilfe: „Wir werden die Böschung dort in den nächsten Tagen mähen.“

Blick ins Grüne statt auf den Fluss: die Terrasse des Restaurants Della Bona an der Rheinpromenade.
Blick ins Grüne statt auf den Fluss: die Terrasse des Restaurants Della Bona an der Rheinpromenade.

Den Hafenbetrieben geht es momentan ähnlich wie dem städtischen Grünflächenamt. Durch die vielen Niederschläge in den vergangenen zwölf Monaten wächst an vielen Stellen das Grün derart, dass der Hafen-Bauhof beim Rückschnitt nicht mehr hinterher kommt. Eine externe Firma sei mit dem Mähen der Böschungen beauftragt worden, doch dabei gebe es Probleme, erläutert Arndt. Der hafeneigene Bauhof habe derzeit auch noch mit einem personellen Engpass zu kämpfen. Die wenigen Leute, die zur Verfügung stünden, hätten alle Hände damit voll, Treppenabgänge an den Böschungen und andere sicherheitsrelevante Orte freizuschneiden. Hinzu komme noch das Hafenfest im Luitpoldhafen, wo ebenfalls Hafen-Mitarbeiter bei der Vorbereitung zupacken müssen. Daher sei es zu dem Wildwuchs gekommen, wirbt Arndt um Verständnis.

Mäharbeiten beauftragt

„Natürlich helfen wir dem Lokal Della Bona mit dem Rückschnitt. Wir wollen den Rückstau in den anderen Bereichen dann auch sukzessive abarbeiten“, kündigt der Prokurist an. Generell sei das bisherige Grünflächenpflegekonzept zu hinterfragen. Es sieht bestimmte Zyklen für den Rückschnitt vor. „Durch den Klimawandel hat sich das Wetter geändert, und das hat zu einem enormen Wachstum an den Böschungen geführt“, gibt sich Arndt nachdenklich. Am Mittwochmorgen rückte ein Mähtrupp an, um den Rheinblick zu gewähren.

Im Ristorante am Rhein hat dies große Freude ausgelöst. „Vielen Dank“, sagt Romano Lujanschi und schiebt hinterher: „Besser spät als nie!“ Nun hätten seine Gäste auf der Terrasse wieder einen freien Blick auf den Rhein.

Am Mittwoch rückte ein Mähtrupp an und beseitigte den Wildwuchs.
Am Mittwoch rückte ein Mähtrupp an und beseitigte den Wildwuchs.
x