Ludwigshafen
Warum Katja Gabriel weiter Handball spielt und gegen die TSG Friesenheim schießt
Es kam ganz anders als geplant. Eigentlich hatte Katja Gabriel nach über zehn Jahren beim Handball-Oberligisten TSG Friesenheim den Entschluss gefasst, ihre aktive Laufbahn zu beenden. Die studierte Betriebswirtin machte dann die Kehrtwende.
Statt sich noch intensiver dem eigenen Hausbau zu widmen, hängte sie ihre Handballschuhe doch nicht an den berühmten Nagel. Die 31 Jahre alte Flügelflitzerin folgte gemeinsam mit Anja Wendler, Caroline Aulenbacher und Sandra Reis von den Eulen zum Ligakonkurrenten VTV Mundenheim. Mit den VTV trifft sie im zweiten Heimspiel der Saison auf den TV Bassenheim (Samstag, 19 Uhr, Schulzentrum Mundenheim).
Mangelnde Wertschätzung bei TSG
Katja Gabriel ist gut gelaunt, sie strahlt. Die in Weinheim lebende Rechtshänderin hat wieder großen Spaß am Handball. Das war in den letzten Wochen bei der TSG Friesenheim nicht mehr so. „Auch wenn wir als Mannschaft aus sportlicher Sicht die beste Saison gespielt haben, hatten wir uns ältere Spielerinnen einen anderen Umgang bei der Umsetzung der neuen Konzeption durch die Verantwortlichen der TSG gewünscht“, kritisierte Gabriel. Sie vermisste den Dank und die Wertschätzung für ihre jahrelange Treue und für das vielfältige Engagement für die Mannschaft.
Mutter kann Entscheidung nicht verstehen
Sie zog ihre Konsequenzen und liebäugelte mit dem Karriereende. Die Leiterin einer Finanzbuchhaltung bei einem Unternehmen in Offenbach/Main hatte sich schon damit abgefunden. Es kam es anders. „Es haben mich schon nach dem Saisonende Zweifel begleitet“, verriet die sympathische Spielerin: „Selbst meine Mutter sagte mir, dass Handball doch zu meinem Leben gehöre“. Gabriel ist mit Leidenschaft und Herzblut dabei gewesen.
Trio geht nach Mundenheim
Das wusste auch Trainer Torsten Engert, der zusammen mit seinem Co., Carsten Mischler, auch die TSG verlassen musste. Man blieb in Kontakt. Als Anja Wendler und Caroline Aulenbach ebenfalls über eine Fortsetzung ihrer Karriere nachdachten, war sich das Trio schnell einig. Sie gingen dorthin, wo sie mit offenen Armen aufgenommen wurden: zu den VTV Mundenheim. Dazu zählt auch ihr Lebenspartner Patrick Koch, als Torwarttrainer aushilft. „Ich bin so happy, ich habe gerade wieder so viel Spaß am Handball und ich fühle mich richtig wohl“, meinte Gabriel, die ihren Schritt keinesfalls bereut.
Dieses Mal ist ihr Trikotfarbe Gelb, während sie bei ihren früheren Vereinen Leutershausen und Friesenheim meist in Rot auflief. Dass die Mundenheimerinnen zuletzt bei der HSG Hunsrück eine Niederlage hinnehmen musste, sieht Gabriel keinesfalls „als einen Beinbruch“.