Firmenporträt RHEINPFALZ Plus Artikel Warum für „Cool & Smart“ große Hitze gut fürs Geschäft ist

Mittlerweile hat die Firma 14 Mitarbeiter, das Manteriallager ist am Luitpoldhafen.
Mittlerweile hat die Firma 14 Mitarbeiter, das Manteriallager ist am Luitpoldhafen.

Sascha Schalk hat offenbar ein Innovationsgen. Vor etwas mehr als zwei Jahren hat er in Mundenheim „Cool & Smart“ gegründet, ein auf Split-Klimageräte spezialisiertes Unternehmen. Seitdem expandiert die Firma, die nun 14 Mitarbeiter hat. Der Klimawandel sorgt für hohe Nachfrage.

14 Mitarbeiter hat der 28-jährige Mechatroniker-Meister mit Schwerpunkt Kälte- und Klimatechnik mittlerweile. Das Coronajahr hat „Cool & Smart“ nicht ausgebremst. Ganz im Gegenteil. Das junge Unternehmen legte im vergangenen Jahr richtig los, verbaute 600 Geräte. „Tendenz steigend“, blickt der Chef Sascha Schalk voraus und ist zufrieden.

Die größtenteils in Orange gehaltenen Transportbusse mit den aufgedruckten Eiswürfeln und dem Klimagerät sind vermutlich dem einen oder anderen schon ins Auge gefallen. Häufig parken sie am Luitpoldhafen, denn dort lagert in einer Halle all das, was Schalk und seine Mitarbeiter tagtäglich benötigen. Wer die Zentrale in der Weißenburger Straße 3 in Mundenheim betritt, fühlt sich auf dem einladenden Sofa und mit einer Tasse Kaffee direkt pudelwohl.

Extremtemperaturen häufiger

Apropos wohlfühlen: Der Grund, warum sich immer mehr Menschen Klimageräte einbauen lassen, liegt laut Schalk auf der Hand. „Wer möchte schon bei 35 Grad in der Dachgeschosswohnung nicht schlafen können und sich morgens völlig gerädert aus dem Bett quälen?“, fragt der 28-Jährige. Dass heiße Sommer zunehmen werden, davon sei auszugehen. Die Bedeutung der thermischen Behaglichkeit ist seit langem Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Arbeiten. Sie beschreibt, wie wohl sich der Mensch in seinem räumlichen Umfeld fühlt. Und dabei spielen unter anderem Faktoren wie Lufttemperatur und -feuchte eine entscheidende Rolle.

Schalk hat sich spezialisiert. „Bei vielen Unternehmen ist der Einbau von Klimageräten nur ein Teil eines großen Angebotsspektrums. Das wollten wir nicht und haben uns daher zu 100 Prozent auf Split-Klimaanlagen fokussiert“, betont er. Und offenbar hat der engagierte Ludwigshafener Jung-Unternehmer den richtigen Riecher gehabt. Mit dem Einbau von Klimageräten hat er eine Nische gefunden, die nach seiner Überzeugung immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. „Man will ja niemanden, der morgens Brötchen backt, mittags Wurst macht und am Abend Klimageräte einbaut“, meint er augenzwinkernd. Und doch steckt dahinter auch voller Ernst.

Mit Mobilgeräten begonnen

Angefangen hat bei Schalk alles mit mobilen Klimageräten, die sich allerdings schnell als nicht besonders praktikabel und wenig umweltfreundlich erwiesen. „Neben einer geringen Kälteleistung haben sie auch einen extremen Stromverbrauch und eine hohe Geräuschentwicklung“, sagt er und landete schnell bei den sogenannten Split-Klimageräten, die aus seiner Sicht Vorteile bringen. Damit könne man nicht nur kühlen, sondern auch heizen, Raumluft entfeuchten und filtern, zählt Schalk die Vorteile auf.

In Sachen Umwelt hätte sich bei den Klimageräten dieses Typs in den vergangenen Jahren viel getan. Die modernen Klimageräte hätten einen leistungsgeregelten Kompressor, dessen Drehzahl automatisch an den Kältebedarf angepasst werde, erläutert der Ludwigshafener. „Viele unserer Kunden kaufen zudem Ökostrom ein oder haben sogar Solar auf dem Dach ihres Hauses“, unterstreicht Schalk. Auch bei Kältemitteln hätte sich einiges zum Positiven verändert. Das Mittel mit dem Namen R32, das inzwischen eingesetzt werde, sei deutlich umweltverträglicher als seine Vorgänger.

Designeranlagen geplant

Schalk ist ein Macher und ein Tüftler, überlässt nichts dem Zufall. Er selbst sieht sich auch ein Stück weit als Versuchskaninchen. Was er verbaut, wurde vorab von ihm getestet. Dass Klimageräte keinen Schönheitspreis gewinnen, das gibt er unumwunden zu. Sie schick zu verkleiden, passend zum Wohnumfeld, das ist sein neuestes Projekt. „Da arbeiten wir aktuell mit einem Partnerbetrieb zusammen“, berichtet er. Ummantelt mit Holz oder Alu, vielleicht auch noch mit LED-Beleuchtung, könne aus einem hässlichen Klimagerät durchaus ein Hingucker werden.

„Cool & Smart“ versteht sich nicht als klassischer Handwerksbetrieb, sondern will sich abheben. Firmeninhaber Schalk hat Visionen. Dafür hat er ein ganzes Team an erfahrenen, aber auch rast- und ruhelosen Menschen um sich geschart, mit denen er an der Zukunft des Unternehmens arbeitet. Qualität, sagt er, habe oberste Priorität und soll auch keine Floskel bleiben. „Wir haben uns intern eine Reichweite von 30 Minuten Fahrtzeit gesetzt. So entfallen die Anfahrtskosten und wir sind immer schnell direkt beim Kunden“, betont Schalk, für den Pünktlichkeit, Sauberkeit selbstverständlich und die ständige Weiterbildung seiner Mitarbeiter das A und O sind. „Wir investieren viel, um den beschädigten Ruf des Handwerkers aufzupolieren“, unterstreicht er.

Erklärvideos

Sein großes Herzensprojekt ist aktuell sein Filmstudio, in dem er kleine Erklärvideos für Kunden dreht, und häufige Fragen, wie man beispielsweise Störungen selbst beheben kann, beantwortet. Außerdem plant er, Experten einzuladen, die dann beispielsweise darüber informieren, wie eine Klimaanlage steuerlich abgesetzt werden kann oder aber welche Fördermöglichkeiten es gibt. Ideen hat Schalk noch zuhauf. So schnell gehen sie ihm nicht aus.

Firmenchef Sascha Schalk vor seiner Videowand.
Firmenchef Sascha Schalk vor seiner Videowand.
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