Hochdorf-Assenheim
Warum es nach dem Remis in Hochdorf nur enttäuschte Gesichter gab
Nach dem Schlusspfiff gab es nur enttäuschte Gesichter im TVH-Sportzentrum. So haderten die erfahrenen Gäste damit, dass sie die 22:20-Führung fünf Minuten vor dem Ende nicht ins Ziel brachten, während auf der anderen Seite die Gastgeber trauerten. Lucas Gerdon war zwölf Sekunden vor dem Ende aus acht Metern höher als der Deckungsblock gestiegen, traf aber nur den Pfosten. Einen zweiten Versuch verhinderten die Schiedsrichter, weil Eric Obenauer zwar für die Gastgeber zur Stelle war, aber der Ball ihm dabei an den Fuß gesprungen sein soll. Damit blieb es bei der Punkteteilung, weil Neustadt mit den verbliebenen neun Sekunden nichts mehr anzufangen wusste.
Auch TVH-Trainer Björn Friedrich war am Ende unzufrieden mit der Punkteteilung. Seine Kritik machte er aber nicht an den Schlusssekunden fest. „Wir haben heute nicht so gespielt, wie wir uns das eigentlich vorgenommen hatten.“ Mit viel Tempo, Lauf- und Einsatzbereitschaft sollte der körperlich starke aber auch personell dezimierte Kader der Gäste müde und auseinandergespielt werden. „Das hat nicht funktioniert. Neustadt war zwar am Ende platt, aber wir waren nicht in der Lage, das auch auszunutzen“, haderte Friedrich. Vor allem der erste Durchgang hatte ihm dabei überhaupt nicht gefallen. „In der zweiten Halbzeit haben wir mit wesentlich mehr Tempo und Leidenschaft gespielt“, sagt er.
Eine Personalie macht den Unterschied
Der Grund könnte an einer Personalie gelegen haben, denn der körperlich angeschlagene Mannschaftskapitän Nikola Sorda saß zu Beginn draußen. „Eigentlich wollten wir ihn heute überhaupt nicht spielen lassen, aber wir haben gesehen, dass es ohne ihn noch nicht geht“, verriet Friedrich. Mit Sorda wurde die Deckung stabiler, zeigte auch der Angriff deutlich mehr Biss. Lucas Gerdon traf zum 14:13 (37.) – der ersten TVH-Führung seit dem 4:3. Bruder Marvin Gerdon hatte mit seinen vier Treffern vor dem Seitenwechsel maßgeblichen Anteil daran, dass der Rückstand zur Pause noch überschaubar war. Im anschließenden Schlagabtausch konnte sich keine Mannschaft mehr entscheidend absetzen. „Wir haben keinen Treffer in Überzahl erzielt“, bemängelte Friedrich. Einwurf
So spielten sie
TV Hochdorf: Peribonio, Bollinger (ab 22.) – Marvin Gerdon (7), Kernaja (3/2), Corazolla (1) – Dietz (1), Wieland (3) – Hopp – Lenz (2), Sorda (1), Winkler, Leigner, Maier, Streuber, Lucas Gerdon (4)
Spielfilm: 4:3 (10.), 8:11 (26.), 11:12 (Hz)., 15:14 (40.), 20:22 (55.), 23:23 (Ende) – Zeitstrafen: 1:3 – Siebenmeter: 2/2 – 2/2 – Beste Spieler: Bollinger, M. Gerdon – Fraggis, Wolf - Zuschauer: 150 – Schiedsrichter: Brandt/Fleisch (Ostfildern).
Einwurf
Drei Erkenntnisse
Mindestens drei wichtige Erkenntnisse sollte der TV Hochdorf aus dem Unentschieden gegen den HSC Bad Neustadt mitnehmen. Die erste sollte eine Selbstverständlichkeit für Handball auf diesem Niveau sein. So stellt sich Erfolg nur mit hundertprozentigem Einsatz ein. Den ließen die Gastgeber vor allem im ersten Durchgang vermissen, was zur zweiten Erkenntnis für die TVH-Verantwortlichen führte: „Ohne Nikola geht es im Moment noch nicht“, erklärte Trainer Björn Friedrich mit Blick auf seinen Mannschaftskapitän Nikola Sorda, der die ersten 30 Minuten noch körperlich geschwächt von der Bank verfolgen musste, dessen Präsenz sich aber sofort in Abwehr und Angriff bemerkbar machte. Sollten diese beiden Faktoren stimmen, dann kann der TV Hochdorf in der Dritten Liga Mitte früh die nötigen Punkte für den Klassenverbleib holen – das ist die dritte Erkenntnis nach dem Remis gegen erfahrene Bad Neustadter.