Ludwigshafen
Warum es ein Abenteuer ist mit den United Runners of Pfalz zu joggen
SCHIFFERSTADT. „Morgenstund hat Gold im Mund.“ Um 6 Uhr in der Früh verabredeten wir uns in Schifferstadt mit den United Runners of Pfalz– getreu dem Sprichwort „Der frühe Vogel fängt den Wurm“. An sich war es ein Spaß, als Helmut Schuck, der Mitbegründer der United Runners of Pfalz, und ich den Termin vereinbart haben. „Entweder am Abend, am Wochenende oder morgens um sechs“, schlug Schuck vor einigen Tagen vor. „Warum also nicht direkt mal den Tag mit einem Läufchen starten“, dachte ich und stimmte Schucks Vorschlag zu. Ich stehe an jenem Freitag also um 4.45 Uhr auf, um rechtzeitig 75 Minuten später pünktlich am Treffpunkt in der Mutterstadter Straße am Bahnweiher zu sein.
25 Läufer um 6 Uhr in der Früh am Start
Ich staune nicht schlecht, als 25 Mitglieder der URoPs (Abkürzung für United Runners of Pfalz) in aller Herrgottsfrühe am Treffpunkt stehen. Ob es das Frühstück ist, zu dem Schuck im Anschluss eingeladen hat? Das bleibt ein Geheimnis. Fakt aber ist, dass die „Grünen“ ein ziemlich verrückter Haufen sind, mit immer neuen Ideen, die sich irgendwie ums Laufen und den Ausdauersport drehen. Gemeinsame Trainingszeiten haben die URoPs nicht, dafür treffen sie sich regelmäßig auf Wettkämpfen oder anderen Events. Ihre Challenges sind legendär. So ermitteln sie beispielsweise den „König der Kalmit“. Die Krone bekommt derjenige, der es schafft, so häufig wie möglich, den Pfälzer Gipfel hintereinander zu erklimmen.
31 Kilometer ins Büro gejoggt
Fast 200 Mitglieder führt Schuck offiziell – so viele sind in der WhatsApp-Gruppe, über die er auch zum Early-Bird-Run mit der RHEINPFALZ eingeladen hat. Selbst Pruno, das Maskottchen der URoPs, will sich das frühmorgendliche Spektakel nicht entgehen lassen. Bei der Hitze allerdings entscheidet sich Pruno, der 1,98 Meter große und mit Schuhgröße 57 auf großem Fuß lebende Teddy nur ein paar Meter mitzulaufen. Schon einige Kilometer in den Beinen hat zu diesem Zeitpunkt Alexander Wassmuth, als er um sechs Uhr in Schifferstadt eintrifft. Von Haßloch aus ist er gelaufen, um sich der lustigen Läuferschar anzuschließen. Nach den acht gemeinsamen Kilometern ist für Wassmuth noch nicht Schluss. Er rennt weiter zur BASF. Die Arbeit ruft … 31 Kilometer werden es sein, wenn Wassmuth sein Tagwerk vollendet hat.
Bernd Wießner, auch ein Mann der ersten Stunde bei den Pfälzern, ist an diesem Morgen für die clubinternen Fotos zuständig, sprintet immer wieder nach vorne und macht so aus einem entspannten Dauerlauf eine intensive Intervalleinheit.
Für Ironman in Frankfurt schon angemeldet
Gemeinsam starten wir am Bahnweiher, laufen in nördliche Richtung parallel zur Bahnlinie und zum Golfplatz. Früher, so erzählen es einige Schifferstadter Urgesteine, durfte man im Bahnweiher noch schwimmen, das sei heute allerdings nicht mehr erlaubt. Angst, am Golfplatz einen Ball an den Kopf zu bekommen, brauchen wir nicht zu haben, denn um diese Uhrzeit ist noch nichts los. Ein paar „Grüne“ und ich. Wer läuft schon um sechs Uhr morgens? Erstaunlich fit sind die Jungs und wenigen Damen im Feld schon um diese Uhrzeit, erzählen von ihren Lauf- und Triathlonplänen in den nächsten Monaten. Elf URoPs haben sich jetzt bereits für den Ironman Frankfurt 2020 angemeldet – ein Jahr im Voraus. „Das sind 0,4 Prozent aller Teilnehmer“, flachst einer der Mitläufer. „Da wird noch der eine oder andere von uns auf alle Fälle dazukommen“, ist sich Schuck sicher. Er selbst wird sich auch noch einmal auf das Abenteuer Ironman vorbereiten – sofern die Knie halten.
Glückshormone am frühen Morgen
Wir erreichen ein Wäldchen, laufen hindurch. Dahinter versteckt sich das Agrarzentrum der BASF. Weiter geht es in Richtung Kohlhof. Die Sonne strahlt. Glückshormone machen sich schon am frühen Morgen breit. Ist das vielleicht das Runner’s High? Allerdings sind es wohl nicht nur die Glückshormone, die den Körper durchströmen, sondern auch das Testosteron. Wie sonst lässt sich erklären, dass vier kühne „United Runner’s of Pfalz“ die Brücke über die L 532 in einem Affenzahn hochsprinten und den König des „Early-Bird-Runs“ küren? Etwas außer Puste geht es weiter in Richtung Kläranlage Schifferstadt. In der Ferne strahlt der Schifferstadter Wasserturm. „Wenn es dunkel ist, ist er beleuchtet. Vor allem in den Wintermonaten ist das wunderschön“, erzählt Schuck. Aber auch ohne künstliche Beleuchtung weist er uns schon aus der Ferne den Weg zurück. Und irgendwie kommen mir in diesem Moment die Leuchttürme von Nord- und Ostsee in den Sinn. Parallel zur L 532 laufen wir zurück und kommen wieder am Bahnweiher an. Es ist kurz vor sieben. Der Tag beginnt …
Zur Sache: Alle Daten der United- Runners-Strecke
Streckenlänge:8 km
Geeignet für: Anfänger und Fortgeschrittene, ideal auch für Walker und Nordic-Walker
Boden: Asphalt, Feldwege
Anfahrt: Mit dem PKW: von der Stadtmitte über B 44 und B 9 bis K 14 in Limburgerhof folgen, auf B 9 Ausfahrt Richtung Limburgerhof-Rehhütte/Schifferstadt/Waldsee-Nord nehmen L 532 bis Am Bahnweiher/Schifferstadt.
Mit dem ÖPNV: S-Bahn bis Schifferstadt, Fußweg 14 min (Nach Nordosten, Fußgängerunterführung nehmen, leicht links abbiegen auf Bahnhofstraße, links abbiegen auf Robert-Schumann-Straße, links abbiegen auf Mutterstadter Straße).