Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Warum Drittligist TV Hochdorf noch nicht wieder trainieren darf

Björn Friedrich, der Trainer des Drittligisten TV Hochdorf, rechnet nicht vor März mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs.
Björn Friedrich, der Trainer des Drittligisten TV Hochdorf, rechnet nicht vor März mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs.

Die Diskussion um die Rückkehr in den Trainings- und Spielbetrieb in der Dritten Liga im Handball nimmt kein Ende. Das Land hat die Klasse als Profiliga anerkannt, und erlaubt Training und Spiel, sofern ein von den zuständigen Sportfachverbänden oder Ligaverantwortlichen erstelltes Hygienekonzept vorliegt. Der Deutsche Handball-Bund (DHB) hat aber immer noch kein Hygienekonzept für die Dritte Liga erstellt.

Björn Friedrich, der Trainer des Drittligisten TV Hochdorf, ist nicht gerade bester Laune, weil die Rückkehr in den Trainings- und Spielbetrieb immer mehr zu einer Hängepartie gerät. Die Hoffnung, am 1. Dezember wieder mit dem Training beginnen zu können, um am 9./10. Januar in den Spielbetrieb zurückzukehren, erfüllte sich nicht. Denn die Spielkommission des DHB hat den Re-Start auf den 29. Januar verlegt. Offensichtlich hat der Dachverband erkannt, dass das vom Land geforderte Hygiene-Konzept immer noch nicht erstellt ist. Ein Armutszeugnis, denn andere Sportfachverbände - wie Eishockey und Basketball - haben es bereits getan. Und nicht nur sie, auch alle pfälzischen Drittligisten und der Pfälzische Handballverband (PfHV) hatten mit hohem Aufwand ein Konzept erstellt.

Während die TSG Haßloch und der TuS Dansenberg die Rückkehr in den Trainingsbetrieb angekündigt haben, hat sich der TV Hochdorf beim Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim vergewissert und wurde in seiner Rechtsauffassung bestätigt. Denn die Voraussetzungen des Landes sind ohne Hygienekonzept nicht erfüllt. Dies bestätigte Ulf Meyhöfer, der Präsident des PfHV, der sowohl beim DHB als auch bei der Spielleitung der Dritten Liga das fehlende Hygienekonzept angemahnt hat. Somit bleibt das TVH-Sportzentrum vorerst geschlossen. Wann sich dort die Türen wieder öffnen, ist ungewiss.

Mindestens eine vierwöchige Vorbereitung nötig

Das nervt Björn Friedrich gewaltig. Der Pädagoge, der mit seiner Mannschaft erst vier Spiele bestritten hat, hat seinen Spielern individuelle Trainingspläne gegeben, um sich fitzuhalten. „Das ersetzt noch lange nicht das Mannschaftstraining. Ich würde mich schon freuen, wenn wir in Kleingruppen etwas machen dürften“, sagte Friedrich. Es ist keine einfache Situation für den jungen Trainer, der das Team erst zu Saisonbeginn übernommen hatte. Eine Perspektive sieht er derzeit nicht. „Solange wir nicht wissen, wann wir wieder trainieren können, wird auch kein Spielbetrieb möglich sein“, verdeutlichte Friedrich. Mit Punktspielen rechnet er nicht vor März. „Wir brauchen mindestens vier Wochen Vorbereitung, ehe wir in eine Partie gehen können.“ Insofern hat er auch erhebliche Zweifel, ob die Hinrunde noch zu Ende gespielt werden kann.

Offen ist auch die Frage, wie viele Absteiger es am Saisonende gibt. Deshalb hat Friedrich Pläne für die Dritte Liga und die Oberliga in der Schublade. „Ich muss von beiden Szenarien ausgehen.“ Dies ist auch mit Blick auf die Personalplanung wichtig, da weitere A-Jugendlichen zu den Aktiven wechseln. Der Coach will mit externen Spielern reden, sie für den TVH begeistern. „Positiv ist, dass der Kader signalisiert hat, in Hochdorf bleiben zu wollen“, so Friedrich. Er macht aber kein Geheimnis daraus, dass er vermutlich den einen oder anderen Akteur abgeben muss.

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