Tennis
Warum die Vereine keine abgespeckte Saison mehr wollen
Eigentlich würden spätestens an diesem Wochenende wieder die Bälle über das Netz fliegen. Mannschaften der Vereine aus Ludwigshafen, Mutterstadt, Maxdorf und Schifferstadt würden um Punkte zwischen Pfalzliga und Zweiter Bundesliga der Damen kämpfen. Doch zunächst einmal müssen sich die Tennisspieler noch gedulden.
Der Tennisverband Pfalz (TVP) aber ist schon einmal aktiv geworden. Der Verband hat die Vereine in der Pfalz zu verschiedenen Szenarien befragt. Unter anderem ging es darum, ob die Klubs sich einen Saisonstart am 7. Juni oder auch ab den Sommerferien (ab 19. Juli) vorstellen könnten? Ob es eine weitere „Übergangssaison“, also ohne Auf- und Absteiger werden soll? Ob die Mannschaften sich eine Runde lediglich mit Einzeln vorstellen könnten? Und ob diese Spiele in eine Tabelle eingehen, mit der Auf- und Absteiger ermittelt werden? Auch die komplette Absage der Spielrunde stand aktuell noch zur Diskussion.
Die Antworten sind eindeutig. Über 80 nahmen an der Umfrage bislang teil, sagte Thomas Knieriemen, Geschäftsführer des TVP, am Donnerstagabend auf Nachfrage. Es trudeln immer noch Antworten ein. „Die Tendenz geht klar zu einer normalen Runde, also mit Doppel und mit Auf- und Absteiger“, sagt Knieriemen. 40 Klubs seinen für diese Variante. Sollte das nicht möglich sein, dann plädieren rund 30 Vereine für eine „Übergangsrunde mit Doppeln“ – wie schon vergangenes Jahr.
Bundesliga-Saison ist fix
Zumindest der Saisonstart in der Zweiten Liga ist vom Deutschen Tennisbund mittlerweile fixiert. Die Herren des
Das Meinungsbild dazu ist bislang, wie erwartet, sehr uneinheitlich. Einigkeit besteht bei den Vereinsvertretern vor allem in einer Hinsicht: „Wenn schon spielen, dann am liebsten nur mit Doppeln.“ Dem stellt sich lediglich Steffen Neutert, Trainer und Vorstandsmitglied des BASF TC Ludwigshafen, entgegen. „Das Wichtigste ist, dass in diesem Sommer überhaupt gespielt wird. Zur Not auch nur mit Einzeln“, sagt er. Es sei klar, dass es keine schöne Saison werde, „aber sie ermöglicht weitere Spielzeiten“, meint Neutert vor allem mit Blick auf die Zweitliga-Mannschaften von Damen und Herren seines Vereins. Ein weiterer Saisonausfall wäre den Sponsoren schwer zu verkaufen.
Klare Haltung beim TC Oppau
Thomas Süß, sportlich verantwortlicher Vorstand des
Ein Szenario, wie es auch Stefan Gruler, Vorsitzender des
Alles oder nichts
Ähnlich sieht das Jochen Petry, Sportwart der Tennisabteilung im
Bloß nicht in Sommerferien
Ein Meinungsbild, das Michael Lang, Sportwart des
So ein Gefühl für die Stimmung im Club hat Nicole Klutinius vom
Noch entspannter warten die Akteure des
Kommentar
Chaotisch
Der Sport leidet unter der Beharrlichkeit der Politik. Dabei könnte in manchen Sportarten eine Saison stattfinden.
Seit über einem Jahr hat die Pandemie Großteile der Sportwelt lahmgelegt. Seit über einem Jahr gibt es nur eine Marschroute: Lockdown. Wie es weitergehen kann – auch unter Corona, wird nicht gehört – oder will nicht gehört werden. Aber vielleicht muss sich die (Sport-)Welt damit auseinandersetzen, mit dem Virus zu leben. Jedoch ist es nicht mehr nachvollziehbar, warum in manchen Sportarten die Saison im Freien nicht starten darf. Aerosolforscher haben in ihren Studien bewiesen, dass die Infektionsgefahr im Freien äußerst gering ist. Sogar in einem Ruder-Achter-Boot ist die Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken, sehr klein. Da sollte die Frage schon erlaubt sein, warum im Freien beispielsweise kein Doppel im Tennis erlaubt ist? Oder aber Leichtathletik-Wettkämpfe in überschaubarem Ausmaß? Immer wieder wird gepredigt, wie wichtig Sport – seine gesundheitliche und soziale Komponente – ist. Das Zusammenspiel zwischen Geist und Körper ist elementar. Schließt man einen Punkt aus, funktioniert das eben nicht. Die Tennissaison und der Ligabetrieb in anderen Sportarten (Leichtathletik, Bogenschießen, Sportschützen, Triathlon, Radsport, einzelne Laufveranstaltungen) könnte durchaus beginnen, wenn denn die Politik die Lockdown-Fesseln für gewisse Sportarten lösen würde. Die Verbände haben Hygienekonzepte erarbeitet, die älteren Tennisspieler sind – zum Großteil – geimpft. Man sollte den Sportverbänden durchaus mehr zutrauen und auf ihre Expertise sowie den Aussagen der Aerosolforscher vertrauen. Wenn man denn will.