Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die U9 des TC Mutterstadt ein besonderer Jahrgang ist

Ben Drinda, Ben Bergner, Julius Wolf, Bernardo Sänger (von links) vom TC Mutterstadt motivieren schon mal ihren Trainer Marcelo
Ben Drinda, Ben Bergner, Julius Wolf, Bernardo Sänger (von links) vom TC Mutterstadt motivieren schon mal ihren Trainer Marcelo Manola.

Talentschuppen: Die Spielweise überzeugend, die Teamfähigkeit sogar noch besser. Die U9-Junioren des TC Mutterstadt wurden in diesem Jahr Pfalzmeister. Ihr Trainer Marcelo Manola zeigt sich begeistert von den Jungs. Und ist sich sicher, welches Geheimnis hinter dem Erfolg der Mannschaft steckt.

Ein Satz fällt ziemlich oft, wenn man mit dem ehemaligen ATP-Tour-Spieler und Trainer Marcelo Manola über seine U9-Junioren spricht: „Mir macht es einfach richtig viel Spaß, mit den Jungs zu arbeiten.“ Ihm macht es Spaß, dem Team natürlich auch. Die Truppe um Ben Bergner (9), Bernardo Sänger (9), Julius Wolf (9) und Ben Drinda (8) ist mit viel Fleiß und Begeisterung dabei. Die Pfalzmeisterschaft ist nun das Ergebnis einer geschlossenen Mannschaftsleistung.

Auf dem Mutterstadter Tennisplatz stehen die vier Jungs schon seit ein paar Jahren. Debüt feierte allerdings die Mannschaftskonstellation in diesem Jahr. Zumindest fast. Die drei Neunjährigen spielten schon letztes Jahr in derselben Altersklasse mit einem älteren Jungen zusammen. Und wurden Vize-Pfalzmeister. Keine große Überraschung also, dass sie in diesem Jahr den Sprung aufs Treppchen erneut schafften. Der 46 Jahre alte Manola war ebenso zuversichtlich: „Wir haben uns schon ausgedacht, dass wir da ganz vorne mitspielen. Wir sind letztes Jahr Vize-Pfalzmeister geworden. Da haben wir gewusst, dass wir stark sind. Aber dass es so eindeutig wird, war schon etwas überraschend.“

Der Start in diese Pfalzmeisterschaft verlief dabei eher suboptimal. Ein Spieler wurde im Vorfeld auf Corona getestet, das Ergebnis lag zu Spielbeginn noch nicht vor. Zu dritt konnten sie das Spiel gegen den TC GW Frankenthal II trotzdem gewinnen. So stark sind die Jungs. In der weiteren Vorrunde lief es, wieder in Vollbesetzung, wie am Schnürchen. Auch die beiden Finalspiele hätten eindeutiger nicht sein können – 14:0. Das einzige Manko: Die Siegerehrung mit Medaillenvergabe fiel corona-bedingt ins Wasser. „Das sind alles kleine Kerle und natürlich haben sie gewusst, dass es letztes Jahr Medaillen gab. Ein bisschen enttäuscht waren sie schon“, erzählte Manola. Die Freude über den Titelgewinn konnten sie dann mit einem gemeinsam verbrachten Abend doch feiern. Eine spontane Aktion – organisiert von den Eltern. Die auch sonst hinter ihren Söhnen stehen und einen Großteil der Organisation übernehmen.

Talent und Trainingsfleiß

Der Gewinn der Pfalzmeisterschaft kam dabei nicht von ungefähr. Talent, Trainingsfleiß und vor allem eine wahnsinnig große Begeisterung für den Tennissport. Nicht nur im zweimal wöchentlich stattfindenden Training geben sie immer Gas. Das Geheimnis des Erfolges ist laut Marcelo Manola außerhalb der üblichen Trainingszeiten zu finden: „Sie treffen sich auch so mindestens noch zweimal und spielen miteinander. So sind sie sehr oft in der Woche auf der Anlage. Wenn man nur für ein Training kommt und dann in der Woche nicht mehr auf der Anlage ist, wird man nicht besser. Genau das läuft richtig im Team.“ Üblich in dieser Altersklasse sei das wohl nicht, führte der Trainer fort. Es ist eben ein besonderer Jahrgang.

„Wollen immer Gas geben“

Einen Leitwolf gibt es im Team hingegen nicht. Alle sind voll mit dabei und kämpfen als Mannschaft um Spiele und Punkte. Im Einzel und im Doppel. Auf dem Platz kommt ihnen das zugute: „Sie sind alle ungefähr gleich stark. Die Mannschaft ist auch so gut, weil wir an allen Positionen gut besetzt sind“, macht Manola deutlich. Im technischen und taktischen Bereich sieht der Trainer natürlich noch Potenzial, sie stehen ja noch ganz am Anfang ihres Spieler-Daseins. Besonders begeistert ist er aber von den ordentlichen Schlägen und dem guten Bewegungsverhalten der U9-Junioren. Und von der Lust am Training: „Die kommen ins Training und wollen immer Gas geben. Manchmal hat man Kinder, die kommen ins Training und haben keinen Bock. Das ist nicht so schön“, sagt Manola. Die Vier sind davon wohl meilenweit entfernt. Die Begeisterung geht sogar so weit, dass die Jungs nicht nur sich selbst, sondern auch den Trainer motivieren. Mit gerade einmal neun Jahren.

Den Spaß am Tennis verlieren die vier Spieler auch während der Corona-Krise nicht, obwohl das Mannschaftstraining im Frühjahr ausfallen musste. Der TC Mutterstadt versuchte ein paar Wochen später mit Einzeltrainings die Lücken zu schließen. Alle wollten plötzlich wieder mehr trainieren. Bei 130 Jugendlichen verteilt auf 17 Teams kam einiges an Arbeit auf Manola und die Jugendwarte des Klubs zu. Über mangelnden Nachwuchs muss sich Marcelo Manola jedenfalls keine Sorgen machen. Im Gegenteil: Es gibt viele Tennisklubs, die weniger Mannschaften haben. Da ist der TC Mutterstadt im Jugendbereich in der Pfalz schon ganz oben mit dabei. Aber eben nicht nur in der Breite. In fast jeder Altersklasse spielt der TCM in der Pfalzliga, der höchsten Liga bei den Jugendlichen. Die Jugendarbeit läuft also beim TCM.

In der Zukunft soll das auch so bleiben. Die Pfalzmeisterschaft macht Hoffnung auf mehr. Wer als Mannschaft ganz oben auf dem pfälzischen Treppchen steht, der spielt auch im Einzel ganz vorne mit. Trainer Manola ist sich da sicher: „Wenn sie weiter so motiviert bleiben, wenn sie weiter viel trainieren, sind sicherlich auch einige Turniersiege drin. Mit diesem Talent und mit diesem Willen ist viel möglich. In der Zukunft haben sie damit richtig gute Chancen.“

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