Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die Talfahrt Mutterstadt nicht nervös macht

Elena Holl arbeitet in Stuttgart und pendelt zu den Spielen des TC Mutterstadt wie auch…
Elena Holl arbeitet in Stuttgart und pendelt zu den Spielen des TC Mutterstadt wie auch…

Tennis: Der TC Mutterstadt ist in die Oberliga aufgestiegen. Diese etwas andere Saison kommt dem TCM recht. Nach der 5:16-Niederlage gegen den bislang starken TC Oppau II hat Mutterstadt noch keinen Punkt. Das wurmt weder die Klub-Bosse noch Elena Holl. Sie und die Oppauerin Caroline Eisele haben eines gemeinsam.

Am Ende ihres nervenaufreibenden Einzels verzog Carolin Eisele immer wieder ihre Miene. Denn trotz einer klaren 6:1-Führung im ersten Satz kam die 26 Jahre alte Spielerin des TC Oppau im zweiten Durchgang etwas aus ihrem Rhythmus. Ihre Gegnerin Leonie Gries vom TC Mutterstadt steigerte sich. Sie witterte die Chance.

Daraus wurde nichts. Die Tochter von Robert Eisele, einst Verbandstrainer und Coach von Steffi Graf siegte dann nach fast 90 Minuten Spieldauer noch mit 7:5. „Das war heute ein Match, wo ich echt was dafür tun musste“, sagte Eisele: „Den ersten Satz möchte ich auch nicht überbewerten, da habe ich vorwiegend von den Fehlern meiner Gegnerin profitiert.“ Eisele lebt derzeit in Stuttgart. Sie war nach dem Einzel etwas erleichtert und glücklich. Ihre Gegnerin war für sie „so eine Art Albtraum“. Denn vor einigen Jahren verlor Eisele bei einem Turnier in Grünstadt gegen Gries. Heuer aber war auf Eisele Verlass. Man spürte ihre Freude, aber auch ihre Leidenschaft für das Tennis. „Ich fühle mich in diesem Team sehr wohl, es stimmt einfach alles“, betont die 26 Jahre alte Eisele.

Stuttgart - Ludwigshafen -Stuttgart

Deshalb kommt sie gerne aus Stuttgart zum Training und zu den Spielen in die Pfalz. Dabei dreht sich bei ihr inzwischen auch beruflich alles um Tennis. Bei einer Marketingagentur in der baden-württembergischen Landeshauptstadt fand sie nach ihrem Studium der Fächer Marketing und internationales Management in Koblenz eine berufliche Anstellung. Dort kümmert sie sich neben der Organisation auch um die Öffentlichkeitsarbeit bei Profi-Turnieren. Dass sie selbst den Weg zum aktiven Profitennis nicht eingeschlagen habe, bereue sie keinesfalls. „Ich hatte schon die Überlegung, College-Tennis zu spielen, aber da hat mich mein Vater gebremst. Er sah es realistisch. Ich bin nicht so gut, dass ich es in die Top 80 geschafft hätte, die auch vom Sport leben können“, sagte Eisele. Sie ist nicht nur sympathisch und bodenständig, sondern sie hat auch eine klare Meinung.

Mit dem Zug zu den Spielen

Dass die Corona-Pandemie nicht nur besonderes Vorgehen erfordert, sondern auch zu einem Um- und Nachdenken anregt, davon ist Elena Holl überzeugt. Sie ist nicht nur überzeugte Veganerin, sondern sie setzt sich für die Umwelt ein. So sei sie mit dem Zug zum Doppel-Spielwochenende angereist. Denn die 26 Jahre alte gebürtige Mutterstadterin, wohnt, wie Eisele, ebenfalls in Stuttgart. Dorthin hat es Holl nach dem Abitur am Carl-Bosch-Gymnasium in Ludwigshafen verschlagen. In Hohenheim studierte sie Agrarwissenschaften und arbeitet derzeit nach dem Master an der Promotion im Bereich Verfahrenstechnik.

Trotz der enormen beruflichen Belastung lässt sie ihre Mannschaft nicht im Stich. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Vanessa Pinto kam sie am Wochenende zu ihrem Debüt für den TC Mutterstadt. „Eigentlich wollte ich wegen meiner Schulterverletzung in dieser Saison pausieren“, sagte Holl. Ihr Comeback nach fast neun Monaten Pause war vielversprechend. Auch wenn die angehende Doktorandin das Einzel und Doppel verlor, begegnete sie ihrer Gegnerin über weite Strecken auf Augenhöhe. „Es hat heute sehr viel Spaß gemacht. Ich bin auch mit meinen Leistungen zufrieden“, bilanzierte Holl ihre Rückkehr auf den Court. Ihre Bescheidenheit hat einen Grund. In Stuttgart hat sie kaum eine Gelegenheit zum Training. „Deshalb spiele ich auch seit Beginn meines Studiums keine Turniere mehr“, sagt sie.

Mutterstadt nutzt aktuelle Saison für Experimente

Ihre sportliche Heimat ist und bleibt der TC Mutterstadt. Dort fühlt sie sich wohl. Deshalb will sie auch alles dafür tun, dass sich die Mannschaft in der Oberliga etablieren wird. „Das Potenzial dazu haben wir“, sagt Holl. Da es in dieser Saison keinen Absteiger geben wird, will der TC Mutterstadt die aktuelle Zeit zum Einspielen für die nächste Runde nutzen. „Ich bin überzeugt, dass die Oberliga für uns nicht zu hoch ist. Wenn alle Spielerinnen zur Verfügung stehen, dann ist der Klassenverbleib in einer normalen Runde machbar“, sagt Holl.

Am Sonntag verlor Mutterstadt mit 0:21 in Neunkirchen, der TC Oppau gewann 14:7 in Bad Neuenahr.

So spielten Sie

Einzel: Barbara Chaturvedi – Anne Zehetgruber 2:6; 1:6; Elena Holl – Viviane Kitzing 6:7, 1:6; Tatjana Weber – Lisa Ilzhöfer 0:6, 0:6; Christina Müller – Olga Schick 0:6, 0:6; Leonie Gries – Carolin Eisele 1:6, 5:7; Lena Barth – Lina Schöne 6:1, 6:2

Doppel: Chaturvedi/Holl – Zehetgruber/Kitzing 3:6, 4:6; Weber/Gries – Ilzhöfer/Eisele 1:6, 2:6, Müller/Barth – Schick/Schöne 6:2, 6:2.

… Caroline Eisele vom TC Ludwigshafen-Oppau.
… Caroline Eisele vom TC Ludwigshafen-Oppau.
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