Irgendwo in LU RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die Lindenstraße an der Blies die zweite Heimat von Janos Bagi und Heidrun Misiol ist

Plauderei am Rheinufer: Janos Bagi und Heidrun Misiol im Gespräch mit Volker Endres.
Plauderei am Rheinufer: Janos Bagi und Heidrun Misiol im Gespräch mit Volker Endres.

Irgendwo in Lu sind wir jede Woche auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. An Pfingsten haben wir auf der Parkinsel Janos Bagi (69) und Heidrun Misiol (72) getroffen. Die beiden leben gemeinsam in der Gartenstadt.

Ihr Name ist ungewöhnlich. Woher stammt der?
Bagi: Ich komme aus Ungarn, bin aber schon seit über 20 Jahren in Deutschland. Die meiste Zeit davon in Ludwigshafen.

Und Sie haben bei einem Chemiekonzern mit vier Buchstaben gearbeitet?
Bagi: Nein. Ich war als Handwerker bei einem Baukonzern in Mannheim. Aber mit dem war ich auch manchmal bei der BASF.

Woher aus Ungarn stammen Sie?
Bagi: Geboren bin ich in Budapest, aber aufgewachsen in Jászberény, ein kleiner Ort in der Nähe. Er ist mit seinem rund 25.000 Bewohnern fast ein bisschen wie die Gartenstadt.

Haben Sie Kontakt zu anderen Ungarn in der Stadt?
Bagi: Ein bisschen. Gerade im Hemshof gibt es einige. Früher hatten wir auch ein oder zwei gemeinsame Treffen, aber das hat sich verlaufen. Es gab niemanden mehr, der es organisieren wollte.

Gab es Überlegungen, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen?

Bagi: Nein! Mein Herz ist noch ungarisch. Außerdem lebt auch meine Tochter noch dort.

Aber Sie sind schon lange in Ludwigshafen. Was gefällt Ihnen hier?
Bagi: Die Gegend hier ist sehr schön. Wir gehen oft zusammen auf Weinfeste in der Umgebung.

Misiol: Außerdem hat Ludwigshafen viel Grün. Wir sind oft hier auf der Parkinsel, das Bruch kennen wir auswendig, die Große Blies ist unsere zweite Heimat. Dort haben wir uns auch kennengelernt.

Haben Sie dort einen Stammplatz?
Misiol: Natürlich! Wir liegen an der sogenannten Lindenstraße, gehören dort zur zweiten Generation und sind Mitglieder im Förderverein.

Darf die Lindenstraße nach dem Ende der TV-Serie noch so heißen?
Misiol: Na klar. Für uns ändert sich dort nichts.

Wissen Sie denn, wann das Bliesbad wieder eröffnen darf?
Misiol: Nein. Wir waren neulich zwar mal zu Besuch im Biergarten, aber dort konnte man uns auch noch nichts sagen. Wir hoffen halt, dass es so bald wie möglich losgeht.

Aber auch hier auf der Parkinsel ist es schön, normalerweise der Standort des lauschigen Filmfestivals. Waren Sie da auch schon?
Misiol: Ja. Das ist eine schöne Veranstaltung, und wir hoffen, dass wir nächstes Jahr wieder hinkönnen.

Aktuell beschränkt sich der Kinobesuch noch auf Autokinos. Ist das für Sie eine Alternative?
Bagi: Auf keinen Fall. Ich finde, Autokinos sind Blödsinn, und auch von Autokonzerten halte ich nichts. Da warten wir lieber, bis die richtigen Kinos wieder eröffnen.

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