Ludwigshafen
Warum die IGS Edigheim wieder auf Ziegen setzt
Manchmal dauert die Kontaktaufnahme etwas länger. Student Dominik Kamionek von der Regionalgruppe Mannheim/Heidelberg hatte im vergangenen Jahr per E-Mail an eine allgemeine Adresse der Ludwigshafener Stadtverwaltung seine Hilfe für ein Ehrenamtsprojekt angeboten. Das war über mehrere Umwege bei Sandra Rosso gelandet, und die Schulgartenbeauftragte der Edigheimer Gesamtschule musste erst einmal in mühevoller Detektivarbeit herausfinden, wer denn die hilfreichen Samariter waren. „Aber dann ging alles sehr schnell“, sagte Kamionek.
Immerhin haben die Stipendiaten der Regionalgruppe einen Ehrenamtstag im Jahr und auf der anderen Seite benötigte der Schulgarten dringend eine Auffrischung. Eine Einzäunung genau genommen, denn die eigentlichen Gartenarbeiter kommen am Ende der Sommerferien. Wir bekommen wieder Ziegen“, verriet Thilo Naumann, stellvertretender Schulleiter. Und die sollen ihre Arbeit möglichst getrennt von der Schulgemeinschaft verrichten.
Eine dringend notwendige Arbeit, betonte Rosso. „Der Garten war völlig verwildert. Allein die Brombeeren waren eine echte Plage.“ Nach der geduldigen Fressattacke der gemieteten Herde sei wieder mehr Struktur in der geheimnisvollen Wildnis.
Pizza nach getaner Arbeit
„Wir ziehen heute 250 Meter Zaun, bauen ein Futterhaus, eine Ziegenunterkunft und ein Klettergelände“, berichtete Naumann. Arbeit genug also für die 15 Stipendiaten und noch einmal genauso viele Kräfte aus der Schulgemeinschaft. „Bundesweit sind wir eine relativ große Gruppe“, sagte Kamionek. „Bei den Aktionen anderer Gruppen sind manchmal nur drei Leute dabei“, ergänzte Studentin Carolin Hagmeyer.
Und nicht nur die wurden von Thilo Naumann und Sandra Rosso freudig begrüßt: „Durch die Spenden unserer Alumni beteiligen wir uns auch an den Materialkosten“, so Kamionek. Und für eine Runde Pizza nach getaner Arbeit war ebenfalls noch Geld vorhanden. „Wir haben uns über das Angebot einfach nur gefreut“, sagte Naumann.
Das Resultat der Arbeiten können die rund 900 Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Mitte August bewundern, wenn zunächst wieder die „Miet-Ziegen“ auf dem Gartengelände einziehen. Naumann hofft dabei allerdings nur auf eine Übergangslösung. „Ziel wäre es, dass wir uns eigene Ziegen zulegen.“
Ziegen fressen mehr
Dabei haben die Hornträger gegenüber Schafen einen großen Vorteil: „Die fressen mehr“, sagte Naumann. Bei Schafen würden beispielsweise die Brombeeren weiter in Edigheim wuchern. Gegen Ziegen hatten die Früchtchen hingegen keine Chance.
„Und wir bauen die Tiere auch in den Unterricht ein“, erläuterte Naumann seinen Helfern von der Stiftung der deutschen Wirtschaft zwischen zwei abtransportierten Zaunelementen. „Ziel ist es, der Schule langfristig einen schönen Außenbereich zu ermöglichen, der von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften genutzt werden kann“, lautet die gemeinsame Zielvorgabe. Und natürlich von Ziegen, möchte man ergänzen.