Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel IGS Edigheim: Ziegen als Schulgärtner im Einsatz

Schulleiter Thilo Naumann findet die Ziegen im Schulgarten klasse.
Schulleiter Thilo Naumann findet die Ziegen im Schulgarten klasse.

Die Edigheimer Gesamtschule hat in diesen Wochen besondere Gäste beherbergt: Ziegen waren in einem Teil des Schulgartens als Landschaftspfleger im Einsatz.

Der große Schulgarten der Integrierten Gesamtschule Edigheim (IGS) ist ein Vorzeigeprojekt. In dem grünen Paradies gibt es Blumen und Obstbäume, Beete mit Kräutern und Gemüse, einen kleinen Weinberg und Bienenstöcke. Außerdem finden sich auf dem weitläufigen Areal auch ein Beachvolleyballfeld und ein Parcours für Mountainbikefans. Und jetzt hat auf dem Gelände auch noch eine kleine Ziegenherde residiert, um auf natürliche Weise die dort stark wuchernden Brombeersträucher in Schach zu halten, vor denen die Gartenbeauftragte Sandra Rosso und ihr Team schon kapituliert hatten.

Drei Wochen lang haben die Vierbeiner, die von einem Hof in Haßloch „ausgeliehen“ wurden, auf einer eingezäunten Fläche geweidet und dabei sozusagen den Frühjahrsputz in einem wilden Teil des Schulgartens erledigt. Wie es sich für eine Integrierte Gesamtschule gehört, so sagte der Schulleiter, waren die geliehenen Tiere divers: Es gab neben den „normalen“ Ziegen auch einen Bock mit drei Beinen, ein kleinwüchsiges und ein sehr dickes Tier.

Ein ökologischer Kreislauf

Die Ziegen seien nicht nur effiziente Landschaftspfleger, wie Thilo Naumann weiter erklärte, sondern leisteten auch einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität. „Durch ihre Beweidung entstehe eine vielfältigere Vegetationsstruktur, die wiederum Lebensraum für Insekten und Kleintiere schafft“, berichtete Naumann. Gleichzeitig düngen die Vierbeiner auf natürliche Weise den Boden: „Ein ökologischer Kreislauf ganz ohne Maschinen und Chemie“, schilderte der Schulleiter begeistert.

Chillen in der Sonne: Nach dem Fressen ruhen die Tiere.
Chillen in der Sonne: Nach dem Fressen ruhen die Tiere.

Anders als Maschinen erreichten die Ziegen auch schwer zugängliche Flächen und schreckten auch vor den dornigen Brombeersträuchern nicht zurück. Die gab es auf dem Mountainbike-Parcours der Gesamtschule in Hülle und Fülle. Mit dem Rasenmäher ist dieser Bereich nicht zu beackern. Die Ziegen dagegen erwiesen sich als großartige Kletterer und mampften das Grünzeug mit großer Gelassenheit weg.

Sponsoren gesucht

Naumann zufolge hat das Projekt jedoch nicht nur eine ökologische, sondern auch eine pädagogische Dimension: Die Schüler haben die Tiere oft besucht und das Verhalten der Ziegen aufmerksam beobachtet. „Gerade für Kinder, die in städtischer Umgebung aufwachsen, ist der direkte Kontakt mit Nutztieren eine bereichernde Erfahrung“, ist der Pädagoge überzeugt. Außerdem lernen die Kinder und Jugendlichen, wie ökologische Zusammenhänge funktionieren und wie nachhaltiges Handeln aussehen kann. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) heißt das in der Fachsprache.

Wer kommt denn da? Besucher im umzäunten Areal werden keck begrüßt.
Wer kommt denn da? Besucher im umzäunten Areal werden keck begrüßt.

Kommen die Ziegen noch mal zurück an die IGS? Das sei gut möglich, meinte Naumann. Nach der dreiwöchigen Testphase wird das Projekt zunächst bewertet. Die Schule kann sich vorstellen, eine eigene kleine Ziegenherde aufzubauen. Erste Kontakte zu erfahrenen Einrichtungen, die solche Projekte bereits erfolgreich umsetzen, bestehen bereits. Für eine dauerhafte Umsetzung braucht es allerdings nicht nur geeignete Weideflächen und ein gutes Management, sondern auch finanzielle Unterstützung. Die IGS ist daher noch auf der Suche nach Sponsoren.

Noch Fragen?

Wer das Ziegen-Projekt an der Edigheimer Gesamtschule fördern möchte, kann sich direkt an die Schulleitung wenden: thilo.naumann@igs-edigheim.de.

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