Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die „Hanni und Nanni“-Stars Jana und Sophia Münster jetzt hinter der Kamera stehen

Damals: Bei der Premiere von „Hanni und Nanni 3“ kamen 2013 rund 700 Fans ins Lux-Kino um Jana und Sophia Münster zu treffen.
Damals: Bei der Premiere von »Hanni und Nanni 3« kamen 2013 rund 700 Fans ins Lux-Kino um Jana und Sophia Münster zu treffen.

Als Teenager verkörperten Jana und Sophia Münster aus Ilvesheim die Zwillinge Hanni und Nanni in der gleichnamigen Kinoreihe. Nun – rund zehn Jahre später – kommen sie noch einmal ins Frankenthaler Lux-Kino, um dort den dritten Teil zu zeigen. Was es damit auf sich hat und warum die beiden momentan eher hinter der Kamera anzutreffen sind, verraten Sie im Gespräch mit Nancy Machmer.

Vor fast genau zehn Jahren feierte „Hanni und Nanni 3“ Premiere in Frankenthal. Rund 700 Fans waren damals ins Lux-Kino gekommen, um Sie zu sehen. Erinnern Sie beide sich noch an die Veranstaltung?
Jana: Wir haben damals ja eine richtige Kinotour durch ganz Deutschland gemacht. Das waren schon sehr viele Eindrücke und rückblickend auch eine sehr prägende Zeit. Ich erinnere mich aber schon auch noch an die Veranstaltung in Frankenthal. Auch, weil der Kontakt zum Lux-Kino und dem Betreiber Christian Kaltenegger bis heute Bestand hat.

In einem Interview sagten Sie beide damals, dass Sie nach dem Abitur die Schauspielerei zum Beruf machen wollen. Hat das geklappt?
Sophia: Ganz so wie wir uns das damals erhofft hatten, hat es leider nicht geklappt. Nach der Kinoreihe haben wir fast keine Castingangebote mehr bekommen, wurden überall nur als Hanni und Nanni angesehen. Als klar war, dass es keinen vierten Teil geben wird, haben wir die Agentur gewechselt und quasi bei Null angefangen. Wir haben uns ausprobiert, auch moderiert, Schauspielworkshops gegeben, ich habe als Synchronsprecherin gearbeitet. Von der Schauspielerei leben können wir leider nicht.

Jana: Wir haben das Thema Film aber nie aufgeben. Sophia und ich studieren beide aktuell „Motion Pictures“ an der Hochschule Darmstadt. Das ist ein kompletter Filmstudiengang, bei dem alle Themen von der Vor- bis zur Postproduktion gelehrt werden.

Dazu ging es ja jetzt erstmal hinter die Kamera. Sie drehen gerade einen eigenen Film. Erzählen Sie doch mal davon...
Sophia: Der Film „Nichts“ ist unsere Abschlussarbeit, Jana steht hinter der Kamera, ich führe Regie und habe das Drehbuch geschrieben. Die Idee dazu kam mir vor über einem Jahr durch den Roman „Nichts: Was im Leben wichtig ist“ von Janne Teller. Es geht darin um Bedeutung und Bedeutungslosigkeit. In unserem Film treffen zwei Frauen aufeinander. Die eine glaubt an Bedeutung im Leben, die andere meint, dass nichts im Leben von Bedeutung ist. Ich weiß nicht, ob philosophisch das richtige Wort dafür ist, aber ich mag Themen, die nicht alltäglich sind.

Werden wir den Film denn auch bald im Lux-Kino sehen?
Sophia: Unser Ziel ist auf jeden Fall, dass wir ihn bei Filmfestivals einreichen. Und wir hoffen natürlich auch, dass er irgendwann auf der großen Kinoleinwand zu sehen sein wird.

Die Produktion eines solchen Filmes klingt recht teuer. Wie finanzieren Sie die Arbeit?
Jana: Ja, leider ist die Produktion sehr teuer. Die Uni hat keine finanziellen Mittel, um uns hier zu unterstützen. Deshalb haben wir Geld über eine Crowdfunding-Kampagne gesammelt. Weil wir seit „Hanni und Nanni“ immer noch einen guten Kontakt zum Lux-Kino pflegen, haben wir auch mit Christian Kaltenegger gesprochen. Sein Vorschlag war, dass wir eine exklusive „Hanni und Nanni“-Vorstellung anbieten, bei der die Einnahmen komplett in unser Projekt fließen.

Und wird man Sie künftig auch mal wieder vor der Kamera sehen?
Jana: Die Arbeit hinter der Kamera hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das drumherum eher weniger. Aber es gibt auch bei der Schauspielerei interessante und langweilige Rollen. Generell brenne ich eher für die Schauspielerei. Kamera wäre dann eher mein Plan B.

Sophia: Regie und Schauspielerei macht mir beides sehr viel Spaß. Grundsätzlich denke ich aber bei der Regie immer, ich würde die Rolle vor der Kamera jetzt gerne selbst spielen. Es hat aber auf alle Fälle viele Vorteile und erleichtert die Arbeit, wenn man beide Seiten kennt.

Jana: Wir schauen einfach mal, was die Zukunft bringt. Aktuell konzentrieren wir uns komplett auf die Fertigstellung von „Nichts“. Das wird noch bis Ende des Jahres dauern.

Sophia: Danach wollen wir aber auch gerne wieder schauspielern.

Termin

„Hanni und Nanni 3“ läuft am Sonntag, 26. März, um 14.30 Uhr im Frankenthaler Lux-Kino. Im Anschluss an den Film werden Jana und Sophia Münster Fragen der Zuschauer beantworten. Karten gibt es an der Kinokasse sowie online unter www.lux-kinos.de. Die Einnahmen aus den Ticketverkäufen fließen komplett in die Finanzierung ihrer Abschlussarbeit.

Zur Person

Jana und Sophia Münster Die Zwillinge Jana und Sophia Münster sind 1998 in Mannheim geboren und in Ilvesheim aufgewachsen. Im Alter von zwölf Jahren wurden sie für die Hauptrollen im Kinofilm „Hanni und Nanni“ besetzt, dem 2012 und 2013 zwei weitere Produktionen folgten. Für ihren Auftritt im ersten Teil erhielten sie 2010 den Bambi in der Kategorie Talent. Nach Abschluss der Kinoreihe standen die Schwestern unter anderem für die Webserie „Alles Liebe, Annette“, die Sat1-Serie „Meine Klasse – voll das Leben“ und 2019 für eine Folge des „Traumschiffs“ vor der Kamera. Daneben veröffentlichten die Zwillinge 2014 einen eigenen Song, Sophia brachte 2015 mit „Im Schattenspiel des Mörders“ ihr erstes Buch auf den Markt. Aktuell studieren die beiden „Motion Pictures“ an der Hochschule Darmstadt.aier

Heute: Mittlerweile arbeiten Jana (rechts) und Sophia Münster hinter der Kamera, wollen künftig aber auch wieder schauspielern.
Heute: Mittlerweile arbeiten Jana (rechts) und Sophia Münster hinter der Kamera, wollen künftig aber auch wieder schauspielern.
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