Handball
Warum die Eulen Ludwigshafen Besserung geloben
Die Vorfreude war groß auf das sechste Ein-Euro-Spiel der Eulen Ludwigshafen in der Vereinsgeschichte. 2113 Zuschauer strömten mit überwiegend roten Trikots erwartungsvoll in die Friedrich-Ebert-Halle. Nur die Mannschaft erfüllte auf dem Parkett nicht die Erwartungen und mimte den Spielverderber. Mit einer 32:37 (15:15)-Heimniederlage gegen Tusem Essen enttäuschten die Schützlinge von Johannes Wohlrab ihre Fans.
Spaß machte der Handballabend vor allem den Gästen. Rückkehrer Max Neuhaus, der vier Jahre für die Eulen spielte, führte seine Mannschaft mit sieben Toren zum verdienten Sieg. „Die Stimmung war richtig klasse und hat eher uns beflügelt als meine alte Truppe. Wir haben von der Angriffsleistung unser bestes Saisonspiel gezeigt. 37 Tore auswärts, das ist der Hammer“, genoss der einstige Fanliebling und Humba-Vorsänger den Erfolg an alter Wirkungsstätte.
Praktikant gibt Debüt
Tim Schaller, der Topscorer der Eulen mit einer hundertprozentigen Quote bei elf Treffern, hätte das Ein-Euro-Spiel gerne anders erlebt. Gerade nach dem überragenden 38:35-Erfolg vor einer Woche in Hamm wollten Schaller und seine Kollegen die kleine Siegesserie fortsetzen. Der Schuss ging gewaltig nach hinten los. „Wir waren viel zu passiv in der Abwehr und haben immer wieder einfache Gegentore bekommen. So darf man sich nicht vor einer vollen Halle präsentieren. Eine echte Erklärung für diesen enttäuschenden Auftritt habe ich nicht“, sagte der siebenfache Siebenmetertorschütze.
Das erste Mal Eberthalle-Atmosphäre mit den Eulen durfte HLZ-Nachwuchsspieler Loris Piccoli schnuppern. Der 18-jährige Kreisläufer rutschte in den Kader, weil Kasper Manfeldt Hansen für das zeitgleich laufende Drittligaspiel der mHSG Friesenheim-Hochdorf gegen den TuS Dansenberg abgestellt war. Ein paar Minuten durfte der Zwölftklässler des Edigheimer Wilhelm-Humboldt-Gymnasiums in der Deckung aushelfen. „Normalerweise spiele ich ja in der A-Jugend, ab und zu sogar schon Dritte Liga. Und jetzt durfte ich in der Zweiten Bundesliga vor so viel Zuschauern ran. Das war ein Erlebnis, das ich gerne wiederholen möchte“, sagte der Debütant. Der Abend hätte für den im Oggersheimer Stadtteil Melm lebenden Rotschopf auch anders verlaufen können. Gerade erst hatte der Halbitaliener ein Praktikum bei der RHEINPFALZ-Sportredaktion absolviert. Für Sportredakteur Udo Schöpfer sollte Loris ursprünglich als Berichterstatter eine Geschichte über das Spiel schreiben. Soweit kam es aber aus bekannten Gründen nicht ...
Ständchen für Haider
Natürlich im rotem Fandress ist Eulenfan Lilo Hoffmann aus Bad Dürkheim in die Eberthalle zum Ein-Euro-Event gekommen. Die Ludwigshafenerin ist großer Sportfan. Wenn sie nicht gerade beim Handball mitfiebert, ist die ältere Dame beim BASF TC, dem FCK oder den Adlern zu finden. „Ich bin Dauergast bei den Eulen. Das Ein-Euro-Spiel finde ich eine gute Sache, um die Halle zu füllen und vielleicht auch neue Zielgruppen zu erschließen. Leider hat die Mannschaft den Fans keinen Sieg geschenkt“, sagte Hoffmann.
Eulen-Chefin Lisa Heßler hatte natürlich auch auf einen Sieg vor den vielen Zuschauern gehofft. „Ich denke, das war trotzdem ein großartiges Erlebnis für jeden, der den Handball in der Eberthalle noch nicht live erlebt hat. Unsere treuen Sponsoren haben dieses Spiel wieder möglich gemacht.“
Ein Novum erlebten die Fans nach dem Spiel auf der Pressekonferenz im Foyer. Eine Gruppe aus dem Kindergarten am Ebertpark stellte Kapitän Max Haider und Torwart Ziga Urbic Fragen. Die waren nicht immer angenehm nach der schmerzhaften Niederlage. Haider und Urbic nahmen es mit Humor und gelobten Besserung. Das von der Erzieherin Caro Ackermann mit den Kindern angestimmte Geburtstagsständchen freute Kapitän Max Haider wiederum umso mehr.