Ludwigshafen
Warum die BASF Ludwigshafener Vereine mit Desinfektionsmittel unterstützt
Mit vier Kanistern ist Sascha Knopfler angerückt, um sich am Dienstagmorgen hinterm Hallenbad Süd in die Wartezone für die Vereinsvertreter einzureihen. „50 Liter Flächen- und 30 Liter Händedesinfektion“ will das Vorstandsmitglied der Deutschen Jugend Kraft (DJK) Concordia abfüllen. „Querbeet“ sieht Torsten Heger das Hygienemittel beim SV Südwest im Einsatz: „Für Trainingsutensilien, Umkleide- und Toilettenbereiche“, zählt der Vorsitzende die Anwendungsgebiete der „jeweils zehn Liter“ Hand- und Flächendesinfektionsmittel auf, für die er in der Schlange steht.
Auf einem Baumarkt-Einkaufswagen schiebt das sechsköpfige Team um Manuela Leising vom Bereich Sport der Stadtverwaltung die 1000 Liter fassenden Plastikkanister aus dem Hallenbad auf den Sportplatz. „Es bestand eine große Nachfrage, weil die Auflagen ja weiterhin erfüllt werden müssen“, erzählt der städtische Bereichsleiter Thomas Gerling. Im Vorfeld habe man die Vereine angeschrieben, um deren Desinfektionsmittelbedarf „für Hallensport und unterschiedliche Bedürfnisse“ zu ermitteln.
„Die Vereine sind der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält“, sagte BASF-Vorstandsmitglied Michael Heinz bei der Ausgabe am Dienstag. „Stark gebeutelt“ habe die Pandemie die Vereine, sagt er und erklärt damit, warum die „Helping Hands“ als Hilfsaktion des Unternehmens auch hier zugreifen müssten. Rund eine Million Liter Hand-Desinfektionsmittel habe die BASF im Rahmen dieser Aktion weltweit gespendet und produziert. „Desinfektionsmittel gehören eigentlich nicht zu unserem üblichen Sortiment“, betont er.
Ab 19. März produziert
Deshalb hätten der BASF laut Heinz zunächst zum einen die Genehmigung und zum anderen die nötigen Rohstoffe gefehlt. „Wir hatten einzelne Mengen von Alkohol auf Lager und haben weitere zugekauft“, erzählt der Ludwigshafener Standortleiter. So sei die Produktion am 19. März gestartet, nachdem die Sondergenehmigung durch die Landesregierung vorlag. Zunächst sei das hauseigene Desinfektionsmittel an das regionale Gesundheitswesen geliefert worden: „An Krankenhäuser und Ärzte“, zählt Heinz auf, „später auch an Pflegeheime, Schulen, Kindertagesstätten und Sporteinrichtungen“.
Die bundesweite Verteilung der Desinfektionsmittel sei zum Großteil über die Online-Plattform des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) erfolgt, sagt Heinz weiter. Im April wurde die Plattform in Betrieb genommen und sei sie „wegen des Nachfragerückgangs“ laut Heinz vor einigen Tagen eingestellt worden. Die Produktion der Desinfektionsmittel habe die BASF mittlerweile ebenfalls eingestellt.