Menschen aus der Stadt
Warum die Arbeit am Kombiverkehrsterminal so spannend ist
Bereits an der allerersten Planung für den Bau des Kombiverkehrsterminals hat er als Projektleiter von der BASF mitgewirkt: Harald Schlegel. Heute ist er Geschäftsführer der Betreiberfirma Kombi-Terminal Ludwigshafen (KTL), die 168 Mitarbeiter beschäftigt. Für die Firma, die im Jahr 2000 gegründet wurde und von der die BASF 40-prozentiger Gesellschafter ist, arbeitet der „waschechte Pfälzer“, wie er sich bezeichnet, erst seit 1. Januar dieses Jahres. Davor war der 53-Jährige jahrelang in verschiedenen Projekten der BASF tätig, wie er erzählt.
Aber alles der Reihe nach: Nach seinem Maschinenbau-Studium in Kaiserslautern und seinem Zweitstudium Wirtschaftsingenieurwesen in Karlsruhe habe der Iggelheimer über ein Praktikum bei der Evobus seine Begeisterung für den Bereich Logistik entdeckt. Bei seiner anschließenden Tätigkeit bei der BASF habe er schnell verantwortungsvolle Aufgaben in verschiedenen Logistikprojekten übernommen, wie er sagt. Das rückblickend Kuriose: Von 1998 bis 2000 war Schlegel der Projektleiter für den Bau der ersten Anlage des Kombiverkehrsterminals, die zwischenzeitlich schon zweimal erweitert wurde. Damals hat er wohl noch nicht ahnen können, dass er einst Geschäftsführer der Betreiberfirma sein wird. „Das Kombiverkehrsterminal war ein hochspannendes Thema und absolutes Neuland“, berichtet der 53-Jährige rückblickend. Schließlich sei das Ludwigshafener Terminal, dessen Gelände der BASF gehört, das erste privatwirtschaftlich betriebene Terminal in Deutschland gewesen. Zuvor haben ihm zufolge nur die Deutsche Bahn oder deren Tochterunternehmen Umschlagsanlagen betrieben.
Vier Jahre in Frankreich
Für Schlegel folgten verschiedene weitere Projekte für die BASF. Dazu gehörten auch Arbeitseinsätze im Ausland. So habe er vier Jahre im Süd-Elsass an einem Produktionsstandort für Düngemittel gearbeitet und sich dort um die Logistik und den Einkauf gekümmert. Auch in China sei der zweifache Familienvater für die BASF im Einsatz gewesen. Erst 2017 rückte er wieder näher an das Terminal heran. So sei er bis zu seinem Wechsel in die KTL Betreuer des Kombiverkehrsterminals vonseiten der BASF gewesen und habe sich dadurch sehr intensiv mit dem Terminal beschäftigt.
Ökologische Transport-Art
Warum Schlegel seinen Beruf im Bereich Kombi-Verkehr so spannend findet? „Es ist eine sehr interessante Thematik und ein schnelles Geschäft“, erklärt er. Außerdem trage das Terminal zur CO2-Reduktion und somit zum Umweltschutz bei: Dadurch, dass der Güterverkehr auf der langen Strecke auf die Schiene verlagert wird und nur noch die kurzen Strecken – vom Unternehmen zur Schiene und vom Ankunftsterminal zum Ziel-Unternehmen – mit Lastwagen zurückgelegt werden, gilt der Kombi-Verkehr als ökologische Art des Transports. „Mit jedem Container, der hier verladen wird, rollt ein Lkw weniger“, erklärt der Pfälzer. Für die kommenden Jahre will der frisch gebackene Geschäftsführer das Thema E-Mobilität im Lkw-Bereich angehen und die Fahrzeuge, die auf dem Gelände die Container umlagern, auf Elektroantrieb umstellen.
Auch privat legt Schlegel Wert auf den Umweltaspekt. So fährt der Iggelheimer, der sich als sehr heimatverbunden beschreibt, selbst ein Elektroauto. Ein- bis zweimal die Woche versuche er zudem, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu kommen. „Mittlerweile ist es aber eher das E-Bike“, gibt er schmunzelnd zu. Sport treibt der 53-jährige Familienvater gerne in seiner Freizeit, wie er sagt. Er spielt Tennis, engagiert sich zudem im Vorstand des Tennisclubs Böhl-Iggelheim. Auch Skifahren steht ganz oben auf seiner Liste.
Traumjob gefunden
Und wie sieht so ein Tag als Geschäftsführer bei der KTL aus? Um 9 Uhr gibt’s zunächst ein kurzes Briefing. Dort wird die aktuelle Lage besprochen – gibt es Verspätungen? Oder läuft alles nach Plan? Wenn die Bahn streikt, ein Unwetter tobt oder ein plötzlicher Wintereinbruch die Alpen überrascht, sodass ein halber Meter Schnee die Bahntrasse verdeckt, dann sei auch das Terminal davon betroffen. „Eine Streikwoche bei der GDL führt auch bei uns zu Beschwerden“, erläutert Schlegel. 1300 bis 1400 Container werden auf dem Gelände am Tag umgeschlagen. Erst im Mai dieses Jahres fand der sechsmillionste Umschlag statt. Knapp 30 Züge fahren täglich in das Terminal ein, werden neu beladen und verlassen es wieder. Die Abstellkapazität ist begrenzt, kein Container kommt rein oder raus ohne vorherige Buchung, alles ist genau getaktet. Und das quasi rund um die Uhr, denn das Terminal ist von Sonntag, 22 Uhr, bis Samstag, 14 Uhr, geöffnet. „Der schnelle Umschlag ist Dreh- und Angelpunkt des Terminals“, erklärt der Geschäftsführer.
Viele Meetings, Kunden- und Personalgespräche sowie strategische Planungen – etwa zur Entwicklung des Terminals, zu Erneuerungen und Schaffung von mehr Kapazität – stehen außerdem auf Schlegels Arbeitsplan, wie er sagt. Dabei sei auch immer der Austausch mit anderen Terminals, der Blick über den Tellerrand, etwa um sich über neue technische Entwicklungen zu besprechen, von Bedeutung. Schlegel ist froh über seinen neuen Posten, wie er sagt, freut sich auf die nächsten Jahre. „Das ist mein Traumjob hier“, schwärmt der frisch gebackene Geschäftsführer.