Golf RHEINPFALZ Plus Artikel Warum die Anlage des GC Kurpfalz Limburgerhof trotz der Pandemie fast voll ausgelastet ist

Aus der Vogelperspektive: Die 18-Loch-Anlage des Golfclubs Kurpfalz Limburgerhof.
Aus der Vogelperspektive: Die 18-Loch-Anlage des Golfclubs Kurpfalz Limburgerhof.

In den Wintermonaten lassen es die Golfsportler des GC Kurpfalz meist etwas ruhiger angehen. Doch trotz schwieriger Corona-Zeiten erlebt der Sport einen regelrechten Boom. Es gibt gute Gründe, warum dies so ist.

Auch die neueste Fassung der Corona-Bekämpfungsverordnung ermöglicht es den Golfern weiterhin ihrem Sport nachzugehen. Sport im Freien bleibt erlaubt, wenn auch eingeschränkt. Zwar hieß es zunächst, dass alle Sportstätten geschlossen bleiben müssen, doch das war in den letzten beiden Fassungen der Verordnung nicht mehr der Fall, sodass die Golffreunde weiter auf dem Grün stehen können, zumal der Sport fast während des gesamten Jahres betrieben werden kann.

Die gelockerten Sonderregelungen, die sich zum Oktober gegolten haben, sind aber passé, es folgte fast wortgleich eine Regelung wie im April bei der Wiedereröffnung nach dem ersten Pandemie-Lockdown. „Momentan sind Zweier-Flights möglich. Familien dürfen auch zu dritt spielen“, sagt Steven Pinter, Geschäftsführer der Gutperle Golf Courses. Neben dem Golfpark Kurpfalz in Limburgerhof gehören auch Plätze in Heddesheim, Rheintal-Oftersheim und der Golfplatz Pfälzerwald im südwest-pfälzischen Waldfischbach-Burgalben zu dem Golfunternehmen.

Auf dem Gelände des GC Kurpfalz darf alle zehn Minuten ein Flight (eine Gruppe von Spielern) starten. Das sind pro Stunde mindestens ein Dutzend Akteure. Die gängigen Reservierungen der Startzeiten von 7 bis 19.50 Uhr werden im Winter von der einbrechenden Dunkelheit am Nachmittag etwas eingeschränkt. Gebucht werden die als Tee-Times bezeichneten Startzeiten jeweils online. Geöffnet ist der Platz, abgesehen von witterungsbedingten Sperrungen, das gesamte Jahr über. „Die Mitglieder können sieben Tage, Gäste drei Tage im Voraus buchen“, berichtet Pinter, der seit Januar 2020 Geschäftsführer der vier Golfplätze ist.

Tee-Times sind schnell weg

Die Auslastung des Golfplatzes von derzeit 95 Prozent ist dennoch äußerst ungewöhnlich. „Bei schlechtem Wetter sind es auch mal ein paar Spieler weniger. Man merkt aber schon, dass die Leute nicht in Urlaub fahren und auch sonst nicht viel unternehmen können“, erklärt der 47-jährige Pinter die große Nachfrage. Deshalb sei Eile geboten, wenn die Startzeiten gebucht werden. „Die Tee-Times sind relativ schnell vergeben, meist schon nach Buchungsbeginn“, fügt Pinter an, der auch lange als Golflehrer arbeitete. Trotzdem sind die Gäste, die als Greenfee-Spieler bezeichnet werden, ungemein wichtig für die Golfclubs, die so wichtige Einnahmen generieren können.

Zuweilen werden bei Golfclubs nur eingeschränkt Gäste zugelassen, damit die eigenen Spieler vermehrt spielen können. „Bei uns können sich die Mitglieder mit einer frühen Buchung eine Startzeit sichern. Wenn dann noch Plätze frei sind, vergeben wir die Startzeiten aber auch gerne an Gäste, selbst wenn kurzfristig angefragt wird“, betont der Geschäftsführer. Gäste aus Frankreich gibt es derzeit eher wenige. Im Nachbarland sind zwar alle Golfanlagen geschlossen, weshalb die Präzisionssportler gerne die deutschen Plätze in Anspruch nehmen. „Doch die Franzosen nutzen im Moment lieber unseren Platz im Pfälzerwald“, begründet Pinter das Fehlen von Spielern aus dem Nachbarland mit der weiteren Entfernung zum Platz in Limburgerhof.

Mitglieder stehen zum Club

Zu beachten sind die gängigen Hygieneregeln auf der Golfanlage. „Wir haben eine Maskenpflicht im Innenraum und an vielen Orten Desinfektionsständer“, erklärt Pinter. Eine Anmeldung der Spieler im Clubhaus soll tunlichst vermieden werden. „Die Spieler müssen sich nicht anmelden. Wir haben über die Online-Anmeldung schon die Daten der Leute“, ergänzt Pinter. Dennoch werde von einem Platz-Marschall kontrolliert, wer den Golfplatz betritt und ob die Regularien eingehalten werden.

Aber auch die Finanzen bewegen den GC Kurpfalz in Zeiten von Corona. „Uns fehlen Einnahmen von den Greenfee-Spielern“, sagt Pinter. Dennoch unterstütze man die Vertragspartner auf der Anlage wo es geht. Der sogenannte Pro-Shop, der Golfsport-Utensilien von Schläger und Trikots, bis hin zu Handschuhen und Bällen anbietet, wird mit vorgezogenen Aufträgen über Wasser gehalten. „Es bleibt uns überlassen, wann wir die Aufträge vollziehen. Wir können unseren Teams auch früher Trikots und Bälle für die Driving Range holen. Das hilft dem Pro-Shop“, sagt Pinter.

Dem Golfclub selbst gehe es derweil gut. „Wir haben mehr Einnahmen und ein paar Ausgaben weniger. Die Leute schätzen den Golfsport sehr. Es gibt kaum eine Sportart, die man wie Golf betreiben kann“, konstatiert Pinter. Auch deshalb sei nur ein geringer Schwund an Mitgliedern zu verzeichnen. Das Golfunternehmen Gutperle hat aktuell 4500 Mitglieder. „Wir hatten nur einen geringen Schwund in den vergangenen Monaten“, sagt Pinter, der sich freut, dass die Golflehrer trotz der Corona-Bestimmungen unterrichten können.

Besondere Arbeiten und Projekte seien indes vorerst nicht geplant. Abgesehen von der obligatorischen Platzpflege. Die Renovierung des Clubhauses konnte durch die coronabedingte Schließung sogar noch etwas forciert werden.

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